Die Vielfalt und Fülle unseres Lebens
von Silke Kreilmayr
„Lebensbereicherung durch Biographiearbeit“ lautete der Titel der SelbA-Fachtagung 2022, die vergangenen Freitag im Bildungshaus Schloss Puchberg über die Bühne ging. „Damit ist die Vielfalt und Fülle unseres Lebens heute unser Thema, und darauf freue ich mich schon sehr“, betonte Maria Otruba, Leiterin von SelbA OÖ.
Für Otruba war es auch deshalb ein besonderer Tag, weil sie vor genau einem Jahr, bei der SelbA-Fachtagung 2021, ihren ersten Arbeitstag bei SelbA OÖ hatte. „Ich war sofort begeistert von diesem Esprit. Und was soll ich sagen – die Begeisterung wächst und wächst. Was kein Wunder ist, denn wir sind wirksam in der Gesellschaft und wirksam für die Menschen!“
190 Teilnehmer*innen
Begrüßen konnte Otruba zur Tagung 2022 neben 170 SelbA-Trainer*innen aus ganz Oberösterreich auch 20 am Thema Interessierte und Ehrengäste. Darunter Christian Pichler, Leiter des Katholischen Bildungswerkes OÖ sowie Otrubas Vorgänger*innen Roland Völkl und Maria Hofstadler. Letztere hat kürzlich vom Land OÖ der Ehrentitel „Konsulentin für Soziales“ verliehen bekommen – den sie in den Sozialen Medien allen in OÖ tätigen SelbA-Trainer*innen widmete.
Dementsprechend vorbereitet startete Referent Hubert Klingenberger mit „Sehr geehrte Konsulentinnen und Konsulenten“ in seinen Vortrag, was ihm sogleich die ersten Lacher einbrachte. Und gleichermaßen inspirierend wie humorvoll ging es dann auch weiter.
Was ist Biographiearbeit?
„Biographiearbeit heißt, einen ressourcenorientierten Blick in die Vergangenheit werfen, um Gegenwart gestalten und Zukunft entwerfen zu können. Biographiearbeit im Sinne von Vergangenheitsnostalgie à la ‚Weißt du noch, wie schön es früher war?‘ ist nicht ausreichend“, stellte Klingenberger gleich zu Beginn klar. Die Arbeit müsse wegführen vom Lebens-Hader, der unsere Gegenwart oft prägt, hin zur Lebensbejahung, vom Stöhnen zum Staunen, quasi „vom Stau-Training zum Staun-Training“.
Sein Licht nicht unter den Scheffel stellen
Besonders wichtig sei es - nach Wahrnehmung der eigenen Ressourcen - sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. „Wenn keiner unsere Stärken sieht, dann werden sie auch nicht wahrgenommen, geschweige denn gewürdigt. Das bringt uns selbst nichts und allen anderen auch nicht. So kann niemand von meinen Kompetenzen profitieren!“
Ich bin wertvoll
„Nur wenn wir erkennen, was wir sind, was uns ausmacht, was wir können – werden wir auch für andere wertvoll“, sagt auch Biographie-Trainerin Astrid Gaisberger. Mit Schreib- und Denkübungen zum Thema "Ich bin wertvoll" brachte sie den Teilnehmer*innen Methoden und Übungen näher, wie man sich dem eigenen Selbst am besten annähert.
Mit der Übung „Ich wollte mir nur mal eben sagen, dass…“ - um nur eine zu nennen - hat Gaisberger die Teilnehmer*innen in den kreativen Schreibprozess oder den persönlichen Austausch geführt.
Für den humorvollen Abschluss sorgte das Kabarett Menopausen von und mit Elke Körbitz und Ulrike Brantner. Ein unvergesslicher Abschluss, von dem wir uns mitnehmen, in Zukunft wieder viel mehr über uns selbst und unsere Alters-Erscheinungen zu lachen.
Unterlagen
Das Handout mit weiteren Übungen finden Sie am Ende des Artikels als Download. Ebenso die Präsentation von Hubert Klingenberger.
„Studien besagen, dass 66 Prozent unserer Selbstkommunikation negativ ist“, so Klingenberger. Davon müsse man sich lösen, und das sei Arbeit. Beginnen könne man mit der Suche nach den eigenen Lebens-Leistungen.
- Das Aktiv-Geschaffene
- Das Aus- und Durchgehaltene
- Das Losgelassene
- Das Zugelassene und Aufgegriffene
- Das Widerständige
Tipp: Es gibt bei SelbA immer wieder Fortbildungen zur Biografiearbeit. Infos: www.selba-ooe.at oder selba@dioezese-linz.at
Downloads
Handout Dr. Hubert Klingenberger:
Handout Astrid Gaisberger: