Feierabend - Über die Fortbewegung von Menschen
Feierabend ist ein Themenabend, bei dem einmal jährlich ein bestimmtes Thema vielschichtig beleuchtet wird.
Im Mittelpunkt stehen Erzählungen und Erinnerungen von Teilnehmer:innen, die im Vorfeld gesammelt und aufbereitet werden – eine Geschichtensammlung, in der sich viele aus dem Publikum wiederfinden. Die Beiträge lösen meist ein Echo aus und führen oft zu kollektiven Erinnerungen.
Heuer wurde nach der Entwicklung der eigenen Mobilität gefragt. Erinnerungen an die Führerscheinprüfung, das erste Auto, Moped, den Roller oder das Fahrrad standen im Mittelpunkt. Schon die bestandene Fahrradprüfung konnte ein großes Stück Freiheit bedeuten. Auch diesmal sind viele schöne, lustige und berührende Geschichten zusammengekommen.
Zum Thema Mobilität: Sie gehört heute zu den zentralen Merkmalen des sozialen menschlichen Lebens. Mobilität ermöglicht Zugang zu Bildung und Arbeit, Freiheit und neue Erfahrungen. Sie bringt Menschen über große Entfernungen zusammen und ist ein Grundbedürfnis moderner Gesellschaften.
Am Abend gab es eine kleine Übersicht darüber, dass sich Menschen über Jahrtausende hinweg ausschließlich zu Fuß fortbewegten und erst die technischen Innovationen des 19. Jahrhunderts zu einer neuen Mobilität führten. Im Wirtschaftswunder wurden Autos zum Symbol für Wohlstand und Aufschwung. In den 1970er-Jahren wurden Flugreisen erschwinglich und machten Mobilität demokratischer.
Heute stehen wir vor großen Problemen: Lärm, Emissionen, Klimawandel und der Verlust von Lebensräumen – oft zum Nachteil jener Menschen, die am wenigsten dazu beitragen. Was einst als Errungenschaft und Zeichen von Freiheit galt, wird zunehmend kritisch betrachtet. Neue, gerechte und ökologische Lösungen sind gefragt, sowohl für den urbanen als auch für den ländlichen Raum.
Der Abend hat viele Besucher:innen dazu angeregt, in den eigenen Erinnerungen zu stöbern. Oft heißt es dann: „Da wäre mir auch noch etwas eingefallen!“

Die Veranstaltung erfreute sich großer Beliebtheit.