Ein Tag im jüdischen Wien
Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Geschichte. Zunächst wurde der jüdische Friedhof in der Seegasse besucht, anschließend die Schwedische Mission. Über diese wurden zwischen 1938 und etwa 1942 rund 3.000 Jüdinnen und Juden mit Ausreisedokumenten versorgt und damit vor der Verfolgung gerettet.
Bei einem Spaziergang über den Judenplatz und einem Halt am Holocaust-Denkmal wurde durch Dr. Markus Himmelbauer ein fundierter Einblick in die vier jüdischen Gemeinden Wiens gegeben: die erste im Mittelalter, die zweite im 17. Jahrhundert, die dritte bis zur Shoa und die heutige vierte Gemeinde, die das gegenwärtige jüdische Leben der Stadt prägt.
Nach einem stärkenden Mittagessen in einem israelischen Restaurant wurde der Koordinierungsausschuss für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit besucht. Dort erfolgte eine Begegnung mit der jüdischen Journalistin Alexia Weiss sowie dem Geschäftsführer des Koordinierungsausschusses, Yuval Katz-Wilfing. In den Gesprächen wurden Unterschiede innerhalb des Judentums, aktuelles jüdisches Leben in Österreich und die Auswirkungen des aktuellen Kriegsgeschehens im Nahen Osten auf Jüdinnen und Juden hierzulande thematisiert.
Im Anschluss wurden bedeutende historische und aktuelle Orte des Judentums in der Leopoldstadt besucht. Den Abschluss bildete ein Besuch der Synagoge Or Chadasch. Bei der dortigen Führung wurden Einblicke in jüdisches Leben und jüdische Identität vermittelt, der Gottesdienstraum besichtigt und eine Einführung in die Gebetstradition sowie die Gottesdienstordnung gegeben.
Insgesamt handelte es sich um eine eindrucksvolle Reise zu verschiedenen Facetten des jüdisch-österreichischen Lebens in Wien.
Ein besonderer Dank gilt den beiden Referenten: Wilhelm Seufer-Wasserthal und Dr. Markus Himmelbauer.