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Eine Gruppe lachender Männer

In Vielfalt vereint

Y5/2025

Kulturelle Vielfalt bereichert unser Leben und bietet unzählige Chancen. Wenn wir neugierig sind, wenn wir die vielen Möglichkeiten nutzen, sie kosten und spüren und nicht in Angst vor Begegnungen mit dem Fremden erstarren. Ein Festgottesdienst für das Miteinander.

Vor der Lobeshymne ....

Beginnen wir, ähnlich wie in einem Festgottesdienst, mit einer Lobeshymne. Kulturelle Vielfalt ist eine Tatsache und macht unser persönliches Leben und unsere Gesellschaft um vieles reicher. Es zeigt sich in den kulturellen Bereichen im engeren Sinn: in der Musik, der Literatur, in Malerei, Fotografie und Film, in der Architektur. Auch Wissenschaft und Technik sind kulturelle Leistungen, entstanden durch das Teilen von Erkenntnissen und Erfahrungen von Menschen aus aller Welt. Physik, Chemie, Biologie, Medizin, sie alle leben vom Zusammenwirken von unterschiedlichen Zugängen und Ideen.

 

Dass unterschiedliche Perspektiven Kreativität und Innovation fördern, wissen auch Unternehmen. Auch sie setzen auf Vielfalt bei ihren Mitarbeitern, die ihr kulturspezifisches Know-how bei der Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen einbringen. Eine Unternehmenskultur, in der die Vielfalt der Stimmen gehört und geschätzt wird, führt – wie zahlreiche Studien zeigen – auch zu mehr Zufriedenheit der Mitarbeitenden.

 

Ganz offensichtlich und alltäglich erlebbar ist die Vielfalt in der Esskultur. In den Supermärkten finden sich Zutaten und Produkte aus vielen Teilen des Globus. In so manchen städtischen Straßen kann man in Gaststätten und an Essständen seinen Gaumen mit italienischen, jüdischen, griechischen, türkischen, chinesischen, japanischen, indischen, indonesischen, mexikanischen, afrikanischen Speisen verwöhnen. Diese Vielfalt wird Foto: iStock/PeopleImages ganz offensichtlich von vielen geschätzt

 

Ähnlich vielfältig ist inzwischen die spirituelle Landschaft. Neben der katholischen und den evangelischen Kirchen haben hierzulande auch die meisten orthodoxen Kirchen ihre Gotteshäuser und Gemeindezentren, dazu kommt eine Reihe von Freikirchen. Ebenso präsent sind die Muslime, Buddhisten und Hinduisten, auch baulich mit Moscheen, Pagoden und Tempeln. Ausdrücklich zu erwähnen ist die jüdische Glaubensgemeinschaft, seit mehr als einem Jahrtausend in Österreich nachweislich präsent, die trotz der fast völligen Vernichtung im Holocaust heute in mehreren Dutzend Synagogen und Bethäusern ihr religiöses Leben entfaltet. Die Religionsstatistik nennt aktuell für Österreich 4,55 Millionen Katholiken, 745.000 Muslime, 436.000 orthodoxe und 249.000 evangelische Christen. Die Zahl der Konfessionslosen macht inzwischen rund ein Viertel der Bevölkerung aus.

 

Im Blick auf die religiöse Vielfalt ist allerdings noch eine weitere Entwicklung von Bedeutung: Zunehmend mehr Menschen gestalten sich ihr spirituelles Leben in einem Mix aus Elementen verschiedener Religionen. Meditationen und Aufmerksamkeitsübungen, inspiriert von fernöstlichen Traditionen, werden inzwischen auch in Pfarrgemeinden angeboten.

 

Für alle Bereiche kultureller Vielfalt war und ist das Internet mit all seinen Möglichkeiten, Programmen und Ressourcen ein wesentlicher Treiber. Und die kulturelle Vielfalt hat auch ihren jährlichen Festtag: Der 21. Mai ist der „Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung“, erstmals ausgerufen im Jahr 2001 von der UNESCO. Kulturelle Vielfalt ist „als Quelle des Austauschs, der Erneuerung und der Kreativität für die Menschheit ebenso wichtig wie die biologische Vielfalt für die Natur“, hält die UNO-Organisation fest.

 

… zum Schuldbekenntnis …

Nach dem einleitenden Lobgesang, der Herz und Sinne öffnet, folgt alsbald – zumindest in der katholischen und protestantischen Liturgie – das Schuldbekenntnis, sprich: Hier kommt das zur Sprache, was nicht funktioniert.

 

In Umfragen und in der politischen Debatte werden Probleme mit kultureller Vielfalt fast ausschließlich mit Blick auf einen Bereich thematisiert: Zuwanderung. Laut einer Erhebung des internationalen Meinungsforschungsinstituts „Ipsos“ vom September 2024 bereitet die Einwanderung den Menschen in Österreich die größte Sorge (43 Prozent) und lag damit erstmals an erster Stelle, gefolgt von Kriminalität und Gewalt (34 Prozent). Befeuert werden diese Ängste durch breite, alarmistische Medienberichte über Gewalttaten, die von einzelnen Zuwanderern oder Asylwerbern verübt werden, dankbar aufgegriffen von rechten und rechtspopulistischen Politikern.

 

Fakten gehen in der aufgeheizten Stimmung zumeist unter. Ein Blick in das jüngste „Jahrbuch Migration und Integration“ der Statistik Austria zeigt, dass die Nettozuwanderung – Zuzüge minus Wegzüge – von 2023 auf 2024 deutlich zurückging, von 66.600 auf 55.100. Von den Zugezogenen kommen drei Viertel aus Europa (inklusive Ukraine), ein Fünftel davon aus Deutschland. Die Zahl der Asylanträge ging von 59.200 (2023) auf 25.400 (2024) zurück. 17.000 Asylanträge wurden anerkannt. Insgesamt lebten 2024 in Österreich 2,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, das sind etwa 28 Prozent der 9,2 Millionen Einwohner. Ein Drittel von ihnen sind inzwischen österreichische Staatsbürger.

 

Das Jahrbuch liefert auch Daten zur Kriminalstatistik. Diese zeigen im Zeitraum 2019 bis 2024 einen Rückgang der Kriminalitätsbelastung für alle Staatsangehörigkeiten. So verständlich Ängste sind, wenn im näheren Umfeld Straftaten begangen werden: Das von manchen Medien und Politikern gezeichnete Bild ausufernder Kriminalität entspricht einfach nicht den Tatsachen.

 

Bei der Integration von Zuwanderern geht es natürlich um viele andere Bereiche mehr, die im Jahrbuch auch abgebildet sind: Sprache, Bildung, Arbeit und Beruf, Soziales, Wohnen, Familienformen, Mediennutzung. In der Regel stufen in Österreich Geborene, die häufig Kontakt zu Zugewanderten haben, das Zusammenleben als besser ein als jene, die seltener oder nie Kontakt haben.

 

An Konflikten und Debatten führt allerdings kein Weg vorbei, wenn „kulturelle Unterschiede“ als Argumente für Verhaltensweisen und Einstellungen herangezogen werden, die den Menschenrechten und den demokratischen Grundsätzen zuwiderlaufen. Wenn Frauen- und Kinderrechte mit Berufung auf Tradition oder Religion beschnitten werden, ist eine rote Grenze überschritten. So wie alle anderen Rechte und Freiheiten hat auch das Recht auf kulturelle Freiheit und Selbstbestimmung dort seine Grenzen, wo Rechte und Freiheiten anderer verletzt werden. Die Umsetzung dieses Prinzips in Gesetzen und Regeln muss, wie die Erfahrung zeigt, täglich neu verhandelt und erstritten werden. Jüngstes Beispiel: Soll Mädchen das Tragen von KopfFotos: iStock/kali9; Violetta Wakolbinger tüchern während des Schulunterrichts untersagt werden?

 

Identitäre und andere Rechtsextreme berufen sich auf Verteidigung der „Meinungsfreiheit“, wenn sie antisemitische Aussagen verbreiten oder gegen andere Minderheiten pauschal hetzen. Fakten werden – von Populisten aller Art – zu „Meinungen“ erklärt, um die eigenen Vorurteile und Fake-News zu rechtfertigen. „Multikulti“ und „Diversität“ sind ihre Schimpfwörter.

 

Der deutsche Politologe Bassam Tibi schuf 1996 den Begriff der „europäischen Leitkultur“ mit dem Ziel, damit die Integrationsdebatte zu befördern. Der Begriff wurde ihm rasch von rechtskonservativen und rechten Akteuren aus der Hand genommen und zum Kampfbegriff gegen Zuwanderung umfunktioniert. Meinte die Leitkultur bei Tibi noch Demokratie, Laizismus, Aufklärung und Menschenrechte, wurde er von den Integrationsgegnern mit allen möglichen „kulturellen“ Inhalten aufgeladen, denen Zuwanderer angeblich nicht entsprechen können.

 

Aus weltanschaulich entgegengesetzter Ecke, aber mit ähnlichen Konsequenzen im Blick auf die Menschenrechte, argumentieren jene, die die liberale, demokratische Grundordnung der Gesellschaft, wie sie im Lauf des 20. Jahrhunderts durch die UNO und andere internationale Abkommen weltweit als Maßstab etabliert wurde, als bloße kulturelle Besonderheit hinstellen. Die „westlichen“ Menschen- und Freiheitsrechte – so ihr Argument – seien anderen Kulturen in kolonialer Manier „übergestülpt“ worden und diesen „fremd“. Diktatorische Regime greifen dieses Argument bereitwillig auf.

 

Die Sorge um ein Zuwenig an kultureller Vielfalt hat durchaus auch ihre Argumente: Die technologisch und wirtschaftlich getriebene Globalisierung ebnet lokale und regionale Unterschiede zunehmend ein, es entwickelt sich mittelfristig eine globale Einheitskultur, die von einheitlichen Produkten, einigen großen Marken und einigen großen Kommunikationsplattformen geprägt ist. Begleitet werde dieser Prozess von einer steigenden Kommerzialisierung von Kultur, vom Verlust lokaler Sprachen und Traditionen und von einer Verdrängung lokaler Produkte, so die Befürchtung.

 

… zur Frohen Botschaft …

Schreiten wir weiter im Festgottesdienst, kommen wir zur Frohen Botschaft: Worauf kommt es an und was kann man tun, damit kulturelle Vielfalt gelingt? Ein Befund, der wenig überrascht: Kulturelle Vielfalt wirft meist dort Probleme auf, wo es um das konkrete Zusammenleben am physischen Ort geht, wo die „andere Kultur“ im Kollegen, Nachbarn, Mitbürger fleischgeworden ist. Aus einem Austausch von Wissen, Ideen, Überzeugungen, kulturellen Besonderheiten, der medial vermittelt ist, kann man sich jederzeit ausklinken. Der „Nächste“, um es biblisch zu sagen, lässt sich nicht wegklicken.

 

Daher heißt es in allen Ratgebern zur Förderung des Zusammenlebens: den Kontakt zu anderen suchen bzw. herstellen, den Blick auf den Einzelnen lenken, kennenlernen, Informationen übereinander austauschen, Beziehungen schaffen. Die Angst vor dem Unbekannten, so betonen Psychologen, sitzt – aus uralten Zeiten kommend – in jedem tief. Abgebaut werden kann sie nur durch Begegnung.

 

… hin zur Wandlung

Dort, wo Menschen unweigerlich zusammenkommen müssen, lassen sich Respekt, Austausch und Miteinander gezielt fördern. Das beginnt im Kindergarten und in der Schule und setzt sich am Arbeitsplatz fort. In der Freizeit, wo sich Menschen freiwillig zusammentun, geschieht es ebenso: in Sportvereinen, in Musikkapellen und Chören, in den Feuerwehren, im Malkurs und in der Naturschutzinitiative. Dort, wo man sich für ein gemeinsames Ziel einsetzt, werden gegenseitige Klischees und Vorurteile infrage gestellt, kippt die Vielfalt der Kulturen vom Schwarz-Weiß ins Bunte.

 

Die Kirche war von ihrem Beginn an mit der Herausforderung Vielfalt konfrontiert, wie schon die Evangelien belegen. Der Konflikt zwischen Judenchristen und Heidenchristen wurde zugunsten der Öffnung für alle Menschen entschieden, und so gibt es heute Christen in allen Ländern und Kulturen. Die katholische Kirche sieht sich nicht nur in der Lehre, sondern auch in den Sakramenten und in der Organisation als weltweite Gemeinschaft.

 

Für Katholiken in Österreich wird seit einigen Jahrzehnten die „kulturelle Vielfalt“ ihrer Weltkirche vermehrt dadurch erlebbar, dass aufgrund des Mangels an einheimischem Priesternachwuchs vermehrt Geistliche aus anderen Ländern zum Einsatz kommen. Sie stammten zunächst vorwiegend aus Ländern Osteuropas, inzwischen kommen sie auch aus Afrika und Südostasien. Nicht immer verläuft das Zusammenwirken von Pfarrer und Gemeinde dabei friktionsfrei. Mancher Priester erscheint den hiesigen Gläubigen zu „klerikal“, einem alten Priesterbild verhaftet. Auf der anderen Seite klagen manche der Geistlichen über nationalistische und rassistische Vorurteile, die ihnen entgegengebracht werden.

 

Pater Jomon Joseph Thondickakuzhiyil ist seit 18 Jahren in Österreich. Er stammt aus Kerala in Südindien. Als Mitglied des Redemptoristenordens kam er 2007 zunächst nach Innsbruck. Später wirkte er als Kaplan in der von seinem Orden betreuten Pfarre in Attnang-Puchheim (OÖ), anschließend in mehreren Pfarren im Burgenland. Seit 2022 ist er Pfarrer in Wiesen und Sieggraben im Dekanat Mattersburg, seit einem Jahr auch Dekanatsseelsorger der KMB.

 

Im Gespräch mit „Ypsilon“ berichtet P. Jomon, er habe hier in Österreich weder Vorbehalte noch Ablehnung wegen seiner Herkunft oder seiner Hautfarbe erlebt. „Ich bin überall freundlich und sehr gut aufgenommen worden“, unterstreicht er in bestem Deutsch. Neben seiner offenen und freundlichen Art wird dazu wohl auch seine Auffassung vom Priesteramt beigetragen haben. „Ich sehe mich als Seelsorger mitten unter den Menschen. Wir sind miteinander unterwegs und begegnen einander auf Augenhöhe. Ich sage offen meine Meinung, wenn ich es für notwendig erachte, aber nicht von oben herab. Ein autoritäres Priesterbild gehört der Vergangenheit an, das habe ich in den Jahren meines Wirkens gelernt und erfahren“, sagt P. Jomon und erinnert an einen Appell von Papst Franziskus an Priester und Bischöfe: Seid Hirten mit dem Geruch der Schafe!

 

Neben der Offenheit für die Vielfalt in den eigenen Reihen ergreifen einzelne Pfarrgemeinden in ganz Österreich immer wieder Initiativen der Öffnung hin zu anderen religiösen Gemeinschaften in ihrer Umgebung: gegenseitige Einladung zu Festen, Austausch zu Fragen des Zusammenlebens und des Glaubens, gemeinsame Sozialprojekte und Nachbarschaftsinitiativen. „Angst kommt von allein, für Zuversicht muss man sich entscheiden“, heißt es in Lebensratgebern. Das gilt auch im Blick auf kulturelle Vielfalt: Sie ist vorhanden – ihre Chancen zu ergreifen, sollte nicht so schwer sein.

 

Hinweis:

Zur besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Nennung männlicher, weiblicher und diverser Formen verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten für alle Geschlechter.

 

Autor: Josef Pumberger

 

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