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So. 17.05.26

Ja, es reicht für alle, wenn wir mitspielen....

02.08.2026, Predigt von Theresia Amatschek
Theresia Amatschek

Mt 14,13-21

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Der Tag fing schlecht an für Jesus. Johannes der Täufer, sein Freund, war aus einer Laune des Herodes heraus enthauptet worden. Als Jesus davon hörte, ging es ihm sehr „an die Nieren, er musste das verarbeiten, er wollte allein sein. Da,in der Nähe des Sees Gennesareth. Aber das Allein-für sich sein, an einem abgelegenen Ort, hielt nicht lange. Für die Trauer blieb nicht viel Zeit. Denn viele Leute drängten heraus aus den Städten am See. Sie brachten ihre Sorgen mit, ihre Krankheiten, die Nöte armer Leute.

Und die Nöte waren noch lähmender und konkreter als unsere heutigen Ängste. Drückende Pachtabgaben, nicht genug zu essen im Haus, mittlere Lebenserwartungen von nur 30,35 Jahren, daher viele Witwen und Waisen, Krankheiten, für die es noch keine Heilmittel gab – alles konnte zur Katastrophe werden! Der Mensch von damals war oft hilflos und wie ausgeliefert.

Und Jesus ist davon sehr berührt. Voller Mitleid. Ein „Heiland“, ein Heilbringer in so viel Unheil! Er spürt die Hoffnungen und das Vertrauen der Menge. Und die Nöte werden jetzt ganz konkret: Es wird Abend, die Leute kriegen so langsam Hunger, da in der Einöde. Wer wird da nicht die Jünger verstehen – sie sagen „Schick die Leute weg! Mach Schluss!

Schick die Leute weg! Wie oft denkt man ähnlich. Die Riesenprobleme heute, und wir kalkulieren: Das schaffen wir nicht! Und eigentlich sind wir auch nicht zuständig. Es geht uns nichts an. Das ist wirklich zum Davonlaufen!

Und nicht nur dieser Hunger, Vorräte fürs Essen und Trinken! Die Leute bringen auch mit dem Hunger den Durst nach Wertschätzung und Anerkennung. Dass da ein Ohr ist, das mir zuhört. Dass da ein Herz ist, das auch für mich schlägt. Dass da einer ist, der sich Zeit nimmt.

In diesem Sinne hungert die ganze Welt! Und wir sind mittendrin in dieser Welt.

Und was macht Jesus? Schickt er die Leute weg? Nein so einfach macht er es sich und den Jüngern und uns nicht. Stattdessen seine Worte: Gebt ihr ihnen zu essen! Ihr, die Jünger. Ihr, die Kirche: Jesus legt die Nöte der Menschen in unsere Hände.

Aber wir haben doch nichts. Oder fast nichts! Die Jünger sagen: Wir haben fünf Brote und zwei Fische! Das ist doch so gut wie nichts, bei so vielen Leuten! Das ist doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein! Überfordere uns nicht!

Ja; das ist heute der Haupttenor auch in der Kirche: Unsere Mittel und Möglichkeiten sind so gering. Vor allem haben wir zu wenig: Mitarbeiter, Geld, Motivation. Die eigenen Mängel sind meist im Blick. Wer rechnet noch mit Gottes Möglichkeiten und stellt sich ihnen zur Verfügung? Stattdessen: Es geht nicht!

Jesus spürt das heraus: die alte Angst der Menschen, selber zu kurz zu kommen. Das mangelnde Vertrauen: Theoretisch glaube ich schon, das Gott helfen kann – aber ganz praktisch hier und jetzt? Jesus ist unbeeindruckt von den Bedenkenträgern aus den eigenen Reihen. Er sieht die Fallen, in die wir tappen: Resignation, Selbstmitleid, fehlender Wagemut, Gleichgültigkeit – und fordert die Jünger heraus: Bringt sie mir her, die paar Brote und Fische!

Ja, wir sollen das was wir haben zu ihm bringen. Auch wenn es nur wenig ist. Es scheint uns immer zu wenig und zu klein unser Glaube, unsere Begabungen, unsere Herzens-kräfte. Aber er kann es gebrauchen und einsetzen. Bringt sie mir her – großes Ausrufezeichen!

Im gleichen Atemzug lässt er die paar tausend Leute Platz nehmen im Gras. Es kann los gehen mit dem sättigen der Leute. Gebt, was ihr geben könnt und bringt es zu mir-und dann bin ich dran.

Wer das AT kennt, weiß; Man rechnet damit, dass der Messias einst das Volk speisen wird – so wie es damals das Manna in der Wüste gab und in einem Psalm betet einer: „Er gibt uns Speise zur rechten Zeit und sättigt alles was da lebt.“Das wird jetzt wahr und in einem großen Zeichen verdeutlicht. Jesus ist der Ersehnte Messias, der Gottes Fürsorge und Barmherzigkeit auf die Erde bringt und den Hunger stillt. Aber dazu braucht er die paar Brote und Fische-das wenige-was wir mitbringen.

Weiters heißt es: „Er blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es den Jüngern“. Woher kennen wir diese Worte?

Was wir dem Herrn an Gaben bringen, das wird von ihm verwandelt.

Wie es im Evangelium weiter heißt: Jesus gab die gebrochenen Brote den Jüngern weiter. Die Jünger gaben sie den Leuten. Und alle aßen und wurden satt

Was da auch heute zustande kommen kann, bei diesem Zusammenspiel zwischen Gott und den Menschen! So wenig ist anfangs da, und so viel kommt dann heraus....Eine Bewegung des Teilens und der Gemeinschaft, ein Vertrauen in den Gott, der Berge versetzen und hungrige sättigen kann..

Ein Vorgeschmack auf den Himmel, auf das Leben in Fülle.

Ja es reicht für alle – wenn wir mitspielen. Wenn wir das wenige einsetzten – die fünf Brote, die zwei Fische. Amen.

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