„In den Himmel will ich kommen...“
„In den Himmel will ich kommen, fest habe ich mir's vorgenommen, mag es kosten was es will, für den Himmel ist mir nichts zu viel“... als Kind habe ich diesen Spruch gelernt.
„In den Himmel kommen“ – ich möchte es immer noch.
Und ich meine damit keinen Ort, irgendwo im „Weltall“. Ich meine damit einen „Zustand“, im „Hier und Jetzt“. -
Nicht für mich allein, für alle Menschen und für die ganze Welt möchte ich: dass wir „in den Himmel kommen“.
Der „Himmel“ ist für mich ein Zustand, in dem Frieden, Gerechtigkeit und Liebe keine leeren Worte bleiben, sondern Wirklichkeit sind.
Danach habe ich Sehnsucht – das möchte ich.
Die Realität schaut leider ganz anders aus:
da sind wir der „Hölle“ viel näher als dem „Himmel“.
Man braucht nur an die Grausamkeiten und Unmenschlichkeiten denken, die Menschen zu tun im Stande sind. - Aber trotzdem: Ich glaube an den Himmel.
Und: Ich möchte „in den Himmel kommen.“
Von Jesus sagen wir: er ist „vom Himmel gekommen“, auf diese Erde, ist Mensch geworden, einer von uns. Und er hat uns den „Himmel“ nahegebracht.
Er hat uns durch sein Leben, durch seine Worte und seine Taten „den Himmel geöffnet“.
Und nichts anderes wollte er, als dass wir durch ihn und mit ihm „in den Himmel kommen“.
„Vater unser im Himmel“ - so hat er uns zu beten gelehrt - „dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden“. Und so beten wir immer noch.
Jesus hat uns vertrauen gelernt, dass wir nicht nur Bewohner dieser Erde sind, „Erdlinge“, dem Boden verhaftet, hineingedrückt in das „Unten“.
Wir sind immer schon auch „Bewohner des Himmels“.
Wir haben eine Ahnung vom Himmel. Sie lebt in uns.
Sie ist uns unauslöschlich eingeprägt, in unsere Seele.
Wir kennen den „Geschmack“ des Himmels.
Manchmal dürfen wir ihn „verkosten“, dann wird uns weit und leicht ums Herz, dann „geht uns etwas auf“.
Dann ist alles gut, man ist selig. –
Es gibt so Momente: da „berühren sich Himmel und Erde“.
Die Sehnsucht nach dem Himmel und diese „Kostproben“, die uns manchmal geschenkt werden, lassen uns „aushalten“ auf Erden, sie geben uns Hoffnung. sie geben uns Kraft, sie „tragen“ uns.
Der Weg Jesu und seine Weisungen sagen uns,
wie wir „in den Himmel kommen“ können.
Auch wenn Er nicht mehr „leibhaftig“ unter uns ist – sein „Geist“ ist und bleibt unter uns lebendig.
Er ist unser Beistand auf dem Weg zum „Himmel“.
Das ist uns versprochen.
„In den Himmel will ich kommen...“ -
Es ist nicht „kindisch“ so zu beten.
Wenn wir es wollen, wirklich wollen, dann werden wir „in den Himmel kommen“ – hier und jetzt schon, anfanghaft.
und einmal aber voll und ganz - und für immer und ewig.
Amen.