Weil du ja zu mir sagst...
Liebe Schwestern und Brüder!
Ein Priester erzählte von einem lustigen Beichtgespräch in einer Wallfahrtskirche. Ein Mann mit hochdeutschen Akzent kam in den Beichtstuhl und begann sein Bekenntnis mit den Worten: „Herr, Pfarrer - ich habe alle zehn Gebote Gottes mehrmals kräftig durch gesündigt.“ Wao...tiefes Durchatmen. Der Priester darauf: „Sie werden doch nicht …!“ Wie gesagt folgte ein intensives, fast unterhaltsames Gespräch.
Nach dem Hören unseres heutigen Evangeliums, müssen wir zugeben: Auch wir haben die 10 Gebote - nach Ansicht von Jesus - mehrmals durch gesündigt. Wir sollen einfach nicht wie einige Pharisäer prahlen können vor Gott, sondern aus Liebe handeln bei allen Geboten!
Dazu brauchen wir aber zuerst einmal Vergebung von Gott für einen Neubeginn. Und die dürfen wir in Anspruch nehmen.
Von diesen 10 Geboten erörtert Jesus drei: das 5., das 6. und 3. Gebot.
Das Schwören mag er auch nicht besonders.
„Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten...Ich aber sage euch...“
Vor allem der Mord lässt viele Fragen offen. Denn wann betrifft uns dieses Gebot überhaupt?
Sie haben wohl niemanden getötet, denn sonst säßen sie vermutlich nicht hier. Dabei ist es wohl dieses Gebot, dass wir täglich brechen.
Zwar töten wir niemanden direkt, aber wir besitzen die Macht zu morden, nämlich mit unseren Worten. Das kann ganz schnell gehen.
Wer von uns hat nicht schon mal gedacht: „Bei dem möchte ich am liebsten, dass er vom Erdboden verschwindet“ „Du gottloser Narr,“ „Hau ab“, „Du Dummkopf.“ Etc. Heutzutage haben wir unsere eigenen Ausdrücke, die selbstverständlich zu unserm Sprachgebrauch gehören und schnell gedacht und gesagt sind. Wir lassen es also an Nächstenliebe fehlen. Haben keine Grund zu prahlen.
„Wer eine verheiratete Frau auch nur lüsternd ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.“ Das gilt auch umgekehrt. Überspitzt Jesus auch hier? Wie gesagt niemand soll sich rühmen vor Gott. Und doch verweist dieses Wort auf Würde und Wertschätzung.
Mann und Frau sind keine Objekte, die sich nach Belieben austauschen lassen. Vielmehr verlangt der Umgang miteinander gegenseitigen Respekt und Achtung voreinander, vor allem aber Liebe.
Haben wir Grund selbstgerecht zu sein, zu prahlen?
Das dritte Gebot: „Du wirst ( nicht du sollst, du wirst das ist die ursprüngliche Form) den Tag des Herrn heiligen“ wird auch angesprochen: Wodurch? Heißt es: Arbeitsfreier Sonntag! Oder doch mehr? Und gibt es Bedingungen für den Gottesdienstbesuch?
Für Jesus schon. Komm aus Liebe zum Gottesdienst, aus Liebe zu Gott! Seinetwegen. Stell keine Bedingungen. Lass dich nicht abhalten von irgendjemanden in der Kirche.
Komm um Gottes willen. Versöhne dich mit ihm. Lass dich entgiften und mit innerem Frieden beschenken.
„Wenn du glaubst, ein Bruder oder eine Schwester hat etwas gegen dich, versöhne dich.“ Du und dein Gegenüber, ihr seid Gott in gleicher Weise lieb. Also komm und feiere Gottesdienst mit!
Verlangt da Jesus schon wieder zu viel?
Ein Wort, das wohl nicht nur die Hörer Jesu
ins Herz getroffen hat.
Versöhnen heißt ja anerkennen, dass wir Söhne und Töchter Gottes sind. Als Gottesdienstbesucher sollen wir einander bemerken und willkommen uns heißen, egal welches Gesicht wir haben. Tun wir uns da schwer?
Auf der Spur des Evangeliums Jesu bleiben, heißt das Motto der nächsten Zeit!
Also nicht verzweifeln, dass unsere Absichten oft so gemischt und nicht immer lauter sind.
Dann werden wir auch anderen gegenüber nicht so schnell und abschätzig Böses unterstellen.
Sein Herz fragen: Bin ich ehrlich und authentisch in meinen Gedanken und meinen Handeln, sodass ich mich auf mich selbst verlassen kann und auf jene, die mit mir zu tun haben!?
Authentisch in meinen Worten, Gesten und Gedanken!?
Letztlich wird uns in alldem das Vertrauen in die Größe und Barmherzigkeit Gottes weiterhelfen.
Denn wer ist schon Herr all seiner Gedanken und Empfindungen?
Und wer kann schon sagen, dass er keine Abgründe hätte!
Gott ist größer als unser Herz; das ist eine tröstliche Zusage.
Ihm dürfen wir uns anvertrauen, so gemischt auch unser Motive auch sein mögen.
Damit wird nichts von den Worten Jesu zurückgenommen die er uns heute im Evangelium so deutlich gesagt hat.
Aber sie werden noch einmal umfangen von seiner barmherzigen Liebe.
Es gibt ein wunderbares Lied das aussagt was Jesus uns heute deutlich machen wollte.
1.Weil du ja zu mir sagst und mich nicht nach gestern fragst, darum fang ich wieder an. 5.Gestern habe ich versagt, meinen Schuldnern angeklagt; gestern habe ich versagt, darum fang ich wieder an.
6.Herr, du von Verzeihung sprichst, wenn du mein Vergehen siehst; Herr, du von Verzeihung sprichst, darum fang ich wieder an.
7.Deine Treue trägt die Welt, die sich gern für ewig hält; deine Treue hält die Welt, darum fang ich wieder an.
8. Weil du ja zu mir sagst und mich nicht nach gestern fragst, weil du ja zu mir sagst, darum fang ich wieder an. Amen.