Der Funke Gottes erlischt nicht!
Liebe Schwestern und Brüder!
Wusstet ihr, dass es im Vatikan beim Papst ein Ministerium mit dem Namen „Propaganda fide“ gibt? So heißt die „Kongregation zur Verbreitung des Glaubens“ Propaganda? Propagieren?
Also Verkündigen, bekannt machen. Evangelisierung.
Geht es da um Gebote und Verbote?
Es geht in erster Linie um das Erscheinen und Auftreten von Jesus
als dem Messias.
Genau zu diesem Zweck hat unser Evangelist Matthäus sein großartiges Werk über Jesus, dem Christus geschrieben.
Wie war es möglich, dass ein so junger Mann wie Jesus mit seinen gut 30 Jahren einen derartigen Eindruck auf andere junge Leute gemacht hatte, obwohl sie ja alle irgendwie gläubig waren und sich an Gebote hielten.
Sie spürten schon lange, dass sie von gewisser Hoffnungslosigkeit, ja Dunkelheit erfasst waren. Wie bei uns heute.
Was war der Grund dafür? Sie fühlten sich damals unterdrückt und gedemütigt durch eine ausländische Macht, die mit viel Brutalität gegen sie vorging und ausbeutete, nicht nur mit hohen Zöllen. Die einen passten sich an und kollaborierten, um gut zu leben, die anderen widersetzten sich mit gleicher Gewalt und Terror.
Jesus aber hatte eine andere Antwort. Er beeindruckte alle mit einer Autorität und richtig heiligem Geist. Er predigte Nähe zu Gott für alle, niemand sei ausgeschlossen von ihm, ja sogar mit ihm verbündet.
Er lud dazu ein, Gott als liebenden Vater in das Alltagsleben mit allen Sorgen und Freuden einzubeziehen, ständig im Gespräch zu bleiben.
Das nannte er Reich Gottes.
Wer das annahm, bekam plötzlich ein neues Lebensgefühl
und neue Zuversicht. Natürlich glaubten etliche, Jesus sei ein neuer politischer Führer. Sie sollten enttäuscht werden.
Wir wissen, dass Jesus sogar in den Tod gegangen ist ohne Fluchen, und mit seinem Opfertod den Funken Gottes in allen Menschen neu zu Feuer entfacht hat durch seine Auferstehung
Am Ende der Propagandaschrift des Matthäus steht geschrieben: Ich bin bei euch bis zum Ende der Welt. Und kurz vorher: Macht alle zu meinen Jüngern.
Wir sind solche Jünger, MitarbeiterInnen von ihm, weil wir getauft sind und den Funken Gottes in uns tragen.
Das hat uns ja heute zusammengeführt.
Lasst uns also wieder neu denken, ihn einbeziehen in diese unsere Welt. Die Verführung zu Hoffnungslosigkeit ist immer wieder da in unseren schnellen Lösungen.
Eine gute Erkenntnis ist, wenn Hoffnung schwindet und Angst sich breit macht. Ich bin nicht allein damit. Aber Gott ist es, der mitträgt und das Schicksal wendet. Ich darf abgeben, ich darf hoffen und ich darf darauf vertrauen. Ich bin überzeugt, das wir diesen Mut haben dürfen und das hat uns die Lesung gezeigt, dass auch uns ein Licht leuchtet, dann, wenn es finster ist, wenn es herausfordernd ist und wenn es scheint, als ob eine Situation kaum zu bewältigen wäre.
Gott ist da! Gott ist mit uns! Er ist das Licht!
Es hat einen Namen: Jesus Christus in unserer Mitte!
Seine Einflussnahme ist subtil und fein und überraschend wirksam.
Sie lässt uns neu aufatmen und sehen. Amen.