Höchster Besuch war da!
Liebe Schwestern und Brüder!
Silvester und Neujahr sind gerade vorbei. Weihnachten liegt für viele schon wieder weit zurück. Wir sind aber noch mitten in dieser weihnachtlichen Festzeit. Es soll weiter klingen, was wir gefeiert haben.
Im Nachklang kann sich so manches vertiefen, was sonst zu schnell versandet oder vom nächsten Ereignis schon wieder zugedeckt wird.
Wir haben da etwas gefeiert, das tiefe Spuren in unserem Alltag hinterlassen kann und soll. Darum haben wir heute noch einmal dasselbe Evangelium wie am Weihnachtstag gehört. Dieses Johannesevangelium ist eine Zusammenfassung von allem, was über unseren Herrn Jesus Christus erkannt wurde, z.B.: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort..“ So ist es auch nachzulesen in der Schöpfungserzählung auf der ersten Seite der Bibel. Alles Lebendige, Mensch, Natur, auch der ganze Kosmos, sind nur deshalb entstanden, weil Gott es so wollte.
Der Mensch ist kein blinder Zufall der Natur. Er ist aus Gott hervorgegangen. Er entstammt aus Gottes Licht, er ist aus unendlicher Liebe entstanden.
Das macht den Menschen aus, und das ist seine Bestimmung.
Jesus ist Mensch geworden, damit wir Menschen seine göttliche Herkunft erkennen.
Bedenken wir das alles mit, wenn wir „Stille Nacht“ singen und den Jesusknaben in einer Krippe bewundern?
„Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.“
Er kommt als Licht in diese Welt, als reales Licht Gottes in die oft so finstere Welt – damals wie heute, nicht als künstlicher Stimmungsaufheller, sondern als Mensch, wie wir es sind und doch eben ganz und gar von Gott. Er ist ein Schlüssel zum Verständnis des ganzen Evangeliums nach Johannes. Denn alles, was Jesus sagte und tat, seine Worte, seine Wunderzeichen und Gesten sind Licht Gottes.
Im Jahr 2017 kreuzte ein Komet aus einem fremden Sonnensystem das unsere; man nannte ihn in der Sprache von Hawai OUMU AMUA,
den Boten einer fremden Welt. Vergangenen Oktober war wieder ein interstellarer, außerirdischer Komet zu sehen. (Der wieder aus einem fremden Sonnensystem kam und das unsere kreuzte.)
Man glaubte schon an ein Raumschiff der Außerirdischen. Der TV Sender 3 Sat ließ daraufhin diskutieren, ob nicht schon lange Fremde, also Außerirdische, mitten unter uns sind.
Sollten wir wirklich außerirdisches Leben entdecken, müssten wir dann unser hiesiges Leben verändern? Wären wir vorbereitet? - NEIN.
Wir wären dann plötzlich nicht mehr die Krone der Schöpfung!
Wäre Demut angesagt oder gar Angst? Wie wäre wohl der Erstkontakt mit einem von ihnen?
Jetzt könnte es sein, dass die Außerirdischen tatsächlich immer schon unter uns sind. Alle alten Kulturen haben Steinzeichnungen davon hinterlassen.
Wir Christen sprechen ja auch vom Kommen eines Außerirdischen, einem „Sohn des Himmels“. Wir feiern ja gerade seinen Erstkontakt mit uns,
seine Geburt als Mensch. Und wie war der Erstkontakt mit IHM?
Erinnern wir uns an den Wortlaut des Evangeliums: “Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ Er war den Frommen zu demütig, zu menschenfreundlich, zu zerbrechlich. - Bis heute stört er auch unser Gottesbild. Denn Gott ist groß und allmächtig - Erst als er beseitigt wurde, - gekreuzigt, gestorben, begraben - begann man sich über ihn zu wundern, über sein Wesen nachzudenken und entdeckte, dass er die Fülle Gottes in sich hatte.
„Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade über Gnade“, sagt Johannes.
„Niemand hat Gott je geschaut. Der Einzige, der am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.“
Er lebt und bietet sich ständig an, um unser Leben zu therapieren, zu heilen.
Es sind 2000 Jahre her und so viele Generationen haben Erfahrungen mit ihm gemacht, heilsame! Auch wir heute sind ihm dankbar für sein Leben und sein Licht in unseren Dunkelheiten. „Die Finsternis konnte ihn nicht verschlingen!“, sagt uns Johannes.
„Wer ihn aufnahm, dem gab er Macht, Recht, Kind Gottes zu werden“. Welche Aufwertung für uns! Ist das nicht besser als die beste Lebensversicherung? Wir sitzen auf einem Reichtum und wissen es nicht.
Sind wir wie der Bettler, der seit Jahren auf einer Kiste sitzt und die Leute anschnorrt bis eines Tages einer vor ihm stehen bleibt und fragt, was denn in der Kiste sei, auf der er sitzt. Sie war schwer zu öffnen. Schließlich war die Überraschung groß, als man Gold darin erblickte. Betteln war nun überflüssig.
Bei meinen Krankenbesuchen verwende ich in dieser Zeit gern das Wort des heutigen Evangeliums: „Und das Wort ist Fleisch geworden ...“ Die Kranken wissen darauf zu antworten: „und hat unter uns gewohnt.“
Wenn unsere Glocken läuten, sollten wir auch die Antwort wissen:
...und ER hat unter uns gewohnt! Und tut es immer noch.
Lasst uns weiterhin Lebenserfahrungen machen mit Ihm. Amen.