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So. 09.06.24

Jesus' NEUE Familie

09.06.2024, Predigt von Theresia Amatschek
Theresia Amatschek

Mk 3, 20-35

Liebe Schwestern und Brüder!

Wir befinden uns mit Jesus mitten im galliläischen Frühling. Jesus bewegt sich frei und engagiert für das Reich Gottes, d.h. Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein. Das erregt Eifersucht und Konkurrenzdenken der religiösen Führer. Er steht also unter Beobachtung und man denkt bereits über seine Beseitigung nach. Ohne Zweifel wurde auch seine Famillie auf die Gefährlichkeit seines öffentlichen Wirkens aufmerksam gemacht. Erst am Schluss unseres eben gehörten Stückes wird sie detailliert erwähnt. Sie glaubten auch, was man ihnen erzählte: Er sei von Sinnen, nicht mehr normal. Die vielen Leute, besonders Kranke und Besessene wussten es besser, sollten aber ihren Eindruck nicht weitersagen: Er ist der Sohn Gottes, der Erwartete! Auch einige Unternehmer und gut situierte Frauen waren dabei. Fischer mit Booten waren ja  keine armen Leute.  Jesus wollte sie enger an sich binden und berief sie zu den Zwölfen, dem engsten Kreis.

Was war so falsch an Ihm, woher hatte er das alles? Man musste irgendwann bemerkt haben, dass er abends oft in die Einsamkeit entwich. Was tat er da? Machte ihn das verrückt wie seine Angehörigen vermuteten. Irgendwas oder irgendwer verdrehte ihm den Kopf. Dass das Jahwe, der Gott Israels selber war, durfte nicht wahr sein. Um zum Volk Gottes zu gehören, musste man bloß Reinheits- und besonders das Sabbatsgebot einhalten, also Gesetze. Nichtjuden bzw. Verräter, Zöllner und Sünder sollte man verachten und meiden. Jesus aber ließ alle an sich heran und beachtete sie. Sowas lieben besonders die Kleinen und Ausgeschlossenen. Ohne Vorbedingung an ihn und damit an Gott  herankommen, welch gute Nachricht oder Evangelium.

 

Das erinnert mich an unsere Pfarrwallfahrt letzten Sonntag im Stift Waldhausen, das vor gut 200 Jahren von den Söhnen der Kaiserin Maria Theresia, Josef und Leopold, aufgehoben und geschliffen wurde. Auch die neugebaute wunderschöne Kirche sollte drankommen. Das Altarbild hatte das Militär bereits zerstört. Die Steinblöcke brauchte man in Wien zum Bau von Schlössern. Da brachen 10 Bauern der Gegend auf zum Kaiser, um das zu verhindern.Tage lang mussten sie auf Audienz warten, um schließlich vorgelassen zu werden und dann um den Preis von 2000 Gulden die Kirche zu retten. Der Preis einer Kuh betrug damals 3 Gulden. Also welches Opfer! Sie nahmen es auf sich. So viel war ihnen die Begegnung mit Jesus und Maria wert. Von Wohlstand war damals noch keine Rede. Also haben alle viel Geld vom Mund abgespart.

 

Die Frage, wer ist Jesus und was ist er uns wert, ist bis heute aktuell. Sind wir dankbar, dass wir bis heute Zugang zu ihm ohne Vorbedingung haben und eine von ihm geöffnete Himmelstür? Machen wir Erfahrungen mit ihm in kleinen oder großen Angelegenheiten? Wollen wir, dass Gottes Reich  komme, wenn wir Vaterunser beten? Soll er uns vom Bösen bewahren? Jesus hat man damals sogar das Böse als Methode unterstellt.

Ich glaube, dass wir alle noch nicht genug von ihm gelernt haben so wie die Familie des Jesus von Nazareth, mit seiner Mutter, seinem gesetzesstrengen Bruder Jakob und seinen Schwestern. Bewundernswert ist mir dies bzgl. der Evangelist Markus, der uns diesen Lernprozess der Familie nicht  vorenthalten hat.

 

Gehören wir also nun zur NEUEN Familie des Jesus, weil wir zum Gottesdienst gehen? Bitten wir  Maria, die Mutter Jesu, um neue Einsichten. Sie stand schließlich unter dem Kreuz mit Maria Magdalena. Und wartete mit den Aposteln auf neue Einsichten und Erleuchtung durch den Hl. Geist. Der Herrenbruder Jakobus verlor in einer ersten Verfolgungswelle als Haupt der der Jerusalemer Urgemeinde früh sein Leben.

 

Unserem Jesus schickte man die Religionspolizei aus Jerusalem, den Waldhausnern das kaiserliche Militär zum Abriss.

Was werden uns wohl die Wahlen dieses Jahres bescheren ?

Jesus ging sehr vornehm mit seinen Gegnern um, der Religionspolizei. Er konfrontierte sie mit einem logischen Gleichnis: Der Satan streitet nicht mit sich selber, d.h. was Jesus wirkt und sagt, ist ein Werk des Geistes Gottes !

Beten wir also bewusst und zeitgemäß die letzte Bitte des VATERUNSER Gebetes: Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Amen.

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