Weil diese Ernte ausfällt. Und die nächste und die danach. Aus der Klimakatastrophe wird die Hungerkatastrophe
Liebe Mitchristen!
Die Caritas der Diözese Linz hat heute an uns Christen in den Pfarrgemeinden einen Auftrag geschickt. Es ist wichtig für uns, dass wir immer wieder über unseren Tellerrand hinausschauen.
Warum nehmen wir die Aufforderung der Caritas so ernst; weil wir inzwischen, so wie Petrus erkannt haben: „Jesus, du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Im Glaubensbekenntnis heute, bekennen wir uns zu diesem Messias der Bedrängten und Unterdrückten. Als Christinnen und Christen sind wir davon überzeugt, dass alle Menschen Gottes Kinder sind. Jeder hat das Recht in Würde zu leben. Dennoch gibt es Teile unserer Welt, in denen es Menschen aus eigener Kraft nicht schaffen, ihre Familie ausreichend ernähren zu können.
Die Klimakrise und ihre verheerenden Auswirkungen sind eine der Hauptgründe für den weltweiten Hunger.
Was tun, wenn diese Ernte ausfällt? Und die nächste? Und die nächste?
Einige aktuelle Zahlen veranschaulichen die dramatische Situation, und hinter jeder Zahl steht eine konkrete Familie, ein konkretes Kind:
- 828 Millionen Menschen, also weltweit jeder Zehnte, leiden an chronischem Hunger.
- 345 Millionen Menschen sind von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen, doppelt so viele wie im Jahr 2020.
- 149 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind in ihrem Wachstum und ihrer Entwicklung gehemmt.
- In der Demokratischen Republik Kongo sind 26,4 Millionen Menschen unterernährt; das ist ein Viertel der Bevölkerung.
Die Klimakrise trifft uns alle. Auch in Österreich spüren wir die Hitze, wir sehen die schneearme Landschaft im Winter und erleben tornadoartige Stürme im Sommer.
Im globalen Süden sind die Auswirkungen noch dramatischer. Etwa in Afrika, vor allem südlich der Sahara, lebt der Großteil der Bevölkerung von der Landwirtschaft.
Hier ist der Anbau von Getreide, Gemüse und Obst ohnehin schwierig, weil es immer wieder lange Dürreperioden gibt. Durch die Klimakrise werden diese nun länger und der Regen seltener. Die Felder vertrocknen. Die Ernte fällt aus. Die Böden werden unfruchtbar. Lebensmittelpreise explodieren. Die ohnehin geringen Wasserreserven werden aufgebraucht. Nutztiere sterben. So etwa zur Zeit in Kenia.
Andere Länder wiederum sind von Überschwemmungen, von Stürmen und von Schädlingsbefall aufgrund der Klimakrise betroffen. Ganze Regionen sind nach starken Regenfällen oft monatelang von wichtigen Verkehrsverbindungen abgeschnitten und können ihr mühsam angebautes Obst und Gemüse nicht am Markt verkaufen.
Als Caritas sehen wir es als unsere Verantwortung gegen den Hunger in der Welt zu kämpfen.
Millionen von Menschen brauchen jetzt dringend unsere Hilfe. Die Lage ist dramatisch, aber nicht hoffnungslos. Aus unseren Projekten wissen wir: Es gibt Wege, um Menschen jetzt vor dem Hunger zu bewahren: Mit Saatgut, mit Pflanzen, mit Tieren helfen wir den Ärmsten, der Armut zu entkommen.
Im Vorjahr konnten dank der Spenden aus Oberösterreich in der Demokratischen Republik Kongo an bedürftige Familien und Mütter von unterernährten Kindern
- 2988 kg Saatgut verteilt werden,
- 97.575 Manioksetzlinge und 11701 Bäume wurden gepflanzt.
- 159 Werkzeuge wurden an bedürftige Familien ausgegeben.
- 668 Tiere (Kaninchen, Enten, Schweine, Ziegen) und 60822 Fischsetzlinge wurden verteilt.
- 220 Bienenstöcke wurden ausgegeben.
Auch hier steht hinter jeder Zahl ein konkretes Schicksal, eine konkrete Familie, ein konkretes Kind. Aber hier sind es die positiven Zahlen diejenigen, die den Menschen Hoffnung geben und Mut machen, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. Damit es eine nächste Ernte gibt, und eine nächste und eine nächste!
Quelle: Gottesdienstunterlage für die Augustsammlung 2023