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So. 23.07.23

Langer Atem und Gottvertrauen

23.07.2023, Predigt von Andreas Hasibeder
Andreas Hasibeder

Mt 13,24-30

Mt 13,24-30

Liebe Mitchristen!

Der Sommer ist die Zeit der Ernte und viele Felder bei uns sind schon abgeerntet. Unkraut gibt es bei uns nur mehr wenig, damals, zur Zeit Jesu war das anders. Da gab es das Taumellolch, auch Rauschgras oder Schwindelweizen genannt, der sehr giftig und vom Weizen fast nicht zu unterscheiden ist.

Jesus drückt mit dem Gleichnis vom Unkraut im Weizen aus, dass das Gute und das Böse meist sehr eng miteinander verwoben ist. Radikale Lösungen - so einleuchtend sie auf den ersten Blick oft scheinen - verschlimmern die Sache oft nur. Was natürlich nicht heißt, dass man zum Beispiel fanatischen Terroristen und deren Hintermännern einfach tatenlos zuschauen sollte, bis sich das Problem selbst löst.

Gelassenheit und Verantwortungslosigkeit liegen ebenso nahe beieinander wie Gut und Böse. Wie können wir in einer so schwierigen und unübersichtlichen Situation unserer Verantwortung gerecht werden und vor Gott, bzw. vor unserem Gewissen bestehen? In der Einschätzung des Krieges, in der Klimakrise, in der Beurteilung von Politiker:innen…

Die Gleichnisse Jesu zeigen uns einen Weg. Allerdings nur, wenn wir auch sie nicht nur grob vereinfachen.


Selbstverständlich geht Jesus davon aus, dass es Gutes und Böses gibt, und dass sich das Gute vom Bösen unterscheiden lässt. Es ist nicht alles gleich gut. Es gibt Kräfte, die Böses wollen und tun, die vor nichts zurückschrecken. Sie wirken mitten in unserer Welt, mitten in unserem eigenen Leben, ja sogar mitten in christlichen Gemeinden.

Wer sich jemals die Mühe gemacht hat, in die Abgründe der eigenen Seele zu schauen, wird erschrocken zugeben: Auch ich bin fähig zu zerstören, Schaden zuzufügen, über die sprichwörtlichen Leichen zu gehen. Auch in mir stecken aggressive und destruktive Kräfte. Auch meine eigenen Leidenschaften drängen auf Verwirklichung, manchmal koste es, was es wolle...
Gleich daneben - und oft geht es ineinander – gibt es große Ideale, guter Wille, beste Absichten und der Wunsch gut oder gar vollkommen zu sein. Auch diese Kräfte drängen zur Verwirklichung.

Auch in den Menschen, mit denen wir leben, steckt Gutes und Böses. Manchmal sind wir überrascht wie viel Aggression in „unschuldigen“ Kindern steckt. Kinder sind oft sehr ungeniert grausam. Mit beiden Seiten in uns leben zu lernen, ist die größte Herausforderung für uns selbst und in der Erziehung.
Ein zweite Einsicht steckt in den  Gleichnissen Jesu: Es genügt nicht wie die Jünger idealistisch eingestellt zu sein.
Vor allem junge Menschen kommen in eine Phase ihres Lebens, wo sie für ihre guten Ideale auf die Barrikaden steigen. Radikalität ist angesagt – es muss sich was ändern, am besten sofort und heut. Denken sie nur an die Letzte Generation und ihre Aktionen.

Jesus verfolgt sein Ideal vom Himmelreich sehr konsequent und mit Einsatz seines Lebens. Falsch verstandene Radikalität weist er aber im Gleichnis von der Aussaat zurück. In der Natur braucht alles Zeit zum Wachsen und Reifen. Ein Bauer muss warten können. Im Gleichnis geht Jesus davon aus, dass der Weizen letztendlich dem Unkraut, das Gute dem Bösen, überlegen ist. Dazu braucht es ein tiefes Vertrauen in die Natur, bzw. in den Schöpfer.

Unsere Ideale müssen sich im Laufe unseres Lebens erst bewähren. Der Traum von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit brauchte Jahrhunderte, bis diese Werte allgemeine Anerkennung gefunden haben. Die Durchsetzung der Menschenrechte, die Gleichberechtigung der Frauen, der Schutz von Minderheiten sind noch lange nicht Allgemeingut.

Mit großem Respekt schauen wir auf Menschen, die für ihre Ideale ihr Leben eingesetzt haben. Z.B. das Leben der Märtyrer, wir bewundern ihre Radikalität. Denken wir nur an den hl. Florian, oder in jüngerer Zeit Franz Jägerstätter, der nicht nur Bewunderer hat.

Radikalität kann aber auch eine Versuchung sein, die uns vom Weg Jesu wegführt. Die Gleichnisse Jesu vom Unkraut im Weizen zeigen uns über Radikalität hinaus noch zwei andere Tugenden, die wichtig sind, damit das Gute über das Böse siegen kann: Langer Atem und Gottvertrauen.
Auch dafür gibt es in der Geschichte des Christentums viele Beispiele, Mutter Teresa etwa mit der Gründung des Ordens der Missionarinnen der Nächstenliebe oder Frere Roger von Taize, der durch sein konsequentes Vertrauen und die spirituellen Gesänge Generationen von Christen geprägt hat und immer noch prägt.

Langen Atmen und Gottvertrauen braucht es in den vielen kleinen Dingen unseres Lebens, damit das Gute letztendlich stärker ist als das Böse: Die Erziehung junger Menschen, die Begleitung seelisch Verwundeter, die Pflege alter Menschen, der Kampf gegen Hunger und Armut, das Ringen um Gerechtigkeit und Frieden, der lange Weg, der oft zur Versöhnung notwendig ist...

Liebe Mitchristen, ich wünsche uns immer wieder diesen langen Atem und das nötige Gottvertrauen, damit wir nicht vorschnell über Gut und Böse urteilen, so wie es uns Jesus heute lehrt.

Amen.

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