Was wäre wenn…?
Was wäre, wenn…“
Was wäre, wenn es Ostern nicht gäbe, wenn die Auferstehung Jesu sich nicht ereignet hätte?“ -
Wäre Jesus dann nur ein „Hingerichteter“ mehr?
Ein naiver Weltverbesserer, gescheitert wie viele andere auch?
Tot und aus. Der „Verwesung“ preisgegeben?
Im wahrsten Sinn des Wortes – ein „Gewesener“?
…wenn es Ostern nicht gäbe.
Für uns aber gibt es „Ostern“, die „Auferstehung“.
Jesus ist für uns kein „Gewesener“, er ist ein „Gegenwärtiger“, „an-wesend“ unter uns, „lebendig“ in uns und mit uns.
„Lebendig“ auch alles, was Ihn ausgemacht hat.
Wenn er auferstanden ist, dann ist nichts verloren, von dem, was Er war, was er in diese Welt gebracht hat.
Nichts von der Liebe, die von ihm ausgegangen ist,
nichts von der Menschlichkeit, die in ihm lebte.
Nichts von der Hoffnung, die ihn getragen hat
und die er geweckt hat in den Herzen der Menschen.
Nichts ist verloren – „gewesen“.
Auch nichts von der Herausforderung, die er für uns bedeutet.
Wenn Jesus „auferstanden“ ist...!
Ja, man kann jetzt herumstreiten: Ist er auferstanden, war das Grab leer? Wer kann es beweisen? usw.
Ich möchte ganz anders fragen:
Wollen wir, dass er auferstanden ist?
Und dieses „Wollen“ verstehe ich als: wünschen wir es uns, sehnen wir uns danach.
Ist uns Ostern und Auferstehung ein Anliegen, eine „Herzenssache“?
Wenn ja, dann hat es Konsequenzen.
Wir können Ostern sehen, als einen Termin im Kalender. Ein paar freie Tage, schön, wenn das Wetter passt.
Ein bisschen Familie, Ostereier, Nesterl, und Haserl.
Und dann hat es sich schon. - Das ist mir zu wenig.
Ostern ist nicht nur ein „Termin“. Ostern ereignet sich.
Aber es ereignet sich nur dann, wenn wir es wollen.
Dann entfaltet sich die Energie dieses Festes.
Wenn wir es wollen, dann werden wir zu „österlichen“ Menschen. Und als solche entwickeln wir eine ganz andere Lebenseinstellung.
Wir werden zu Liebhabern des Lebens.
Wir „lachen den Tod aus“.
Wir setzen auf das Leben und widersetzen uns allem und allen, die das Leben verachten, bedrohen und vernichten.
Wir pflegen nicht die „Gräber“ unserer begrabenen Hoffnungen, sondern sind voller Erwartung auf das Kommende.
Als Menschen, die Ostern wollen und an Auferstehung glauben, beteiligen wir uns am Aufstand Gottes gegen Tod und Verwesung.
Wir schaffen „Lebens-räume. Wir setzen uns ein für Frieden und Gerechtigkeit, für unsere Umwelt, für alles, was das Leben fördert.
Wir gönnen allen das Leben.
Wir schauen auf Benachteiligte, auf die Schwachen und Armen, wir fördern sie, damit sie zum Leben kommen, oder am Leben bleiben.
Ostern ereignet sich, wenn wir dem Leben trauen, dem Leben in seiner Vielfalt.
Ostern ereignet sich, wenn wir an die Liebe glauben,
trotz allem, was scheinbar dagegenspricht.
Ostern hält uns „am Leben“, offen und wach.
Und auch kritisch und widerständig, überall dort,
wo die Menschlichkeit verraten wird,
die Liebe geschändet, das Leben zerstört wird.
Ostern, liebe Mitchristen, ist „not-wendig“ im wahrsten Sinn des Wortes.
Es ist wichtig, dass wir dieses Fest wollen. Ja, es auch schützen vor Verniedlichung und Verkitschung.
Dieses Fest, das rund um die Welt von den Christen gefeiert wird, es macht uns zu Verbündeten.
Es motiviert uns, dem Leben zu dienen, dem Frieden und der Menschlichkeit.
Ich bin mir sicher, liebe Schwestern und Brüder:
Wir alle wollen, dass es „Ostern“ gibt.
Sonst wären wir gar nicht hier.
Ich wünsche uns allen, dass wir österlichen Menschen bleiben:
- begeistert im Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden,
- widerständig und „aufständig“ gegen alles Niedermachende und Zerstörerische.
- Leidenschaftliche Liebhaber des Lebens,
So lasst uns jetzt „aufstehen“,
Orgel und Glocken sollen erklingen
und vom Herzen kommend, lasst uns singen:
Der Heiland ist erstanden! Halleluja