"Das ist der König der Juden!"
"Das ist der König der Juden!"
Das ist der König der Juden!“ -
So stand geschrieben am Kreuz, auf dem Jesus hilflos zwischen Himmel und Erde hing und verblutete.
„Wenn du der König bist – dann hilf dir selbst!“
Das hat doch mit einem „König“ nichts zu tun, das ist doch nur lächerlich, was sich da an Jesus zeigt:
so meinten die Zuschauer:
„Und sie verlachten und verspotteten ihn.“
„Ans Kreuz geschlagen“, verlacht und verspottet wurde mit Jesus seine ganze Art und Weise wie er lebte, wie er den Menschen begegnete, was ihn ausmachte.
„Ans Kreuz geschlagen“ wurde seine Vision von einer anderen Welt, in der Gerechtigkeit, Liebe und Frieden keine leeren Phrasen wären, sondern gelebte Wirklichkeit.
Wenn wir uns zu Christus bekennen, ihn als unseren „König“ feiern, dann müssen auch wir mit Konsequenzen rechnen. Es war immer so, dass Christen für ihren Glauben an „Christus den König“ verspottet wurden.
In Rom wurde in einer Katakombe eine Zeichnung gefunden (Folie), in Stein geritzt, wahrscheinlich aus dem 2. Jht. Darauf sieht man einen Gekreuzigten mit einem Eselskopf. Jesus - ein Esel!
Daneben ein Mann, der zu diesem Gekreuzigten aufschaut. Dabei steht geschrieben: „Alexamenos betet seinen Gott an.“
Wer so einen „Esel“ anbetet, einen, der wehrlos am Kreuz hängt, der ist wohl selbst ein „Esel“. –
In den Augen derer, die von Jesus gar nichts begriffen haben, sicher.
Die ersten Christen mussten sich diesen Spott gefallen lassen.
Ihr Verhalten, ihre Begeisterung für den „Esel“, der da am Kreuz hing, war aber auch eine gewaltige Provokation zur damaligen Zeit.
Verehrungswürdig, ja anbetungswürdig war der mächtige Kaiser, damals.
Er war wie „Gott“. Ihn musste man verehren.
Dass die Christen sich weigerten, den Kaiser als „Gott“ zu verehren, vor ihm in die Knie zu gehen, war ja auch Anlass für grausame Verfolgungen.
Das Fest „Christkönig“ wurde im Jahr 1925 eingeführt.
Es hatte immer etwas von Protest an sich.
Vor allem in der Zeit des Nationalsozialismus war das Bekenntnis zu Christus als König auch eine Demonstration gegen die weltlichen Herrscher und ihre größenwahnsinnigen Machtgelüste.
Auch heute kann unser Bekenntnis zu Jesus als unserem „König“ ein wichtiges Zeichen sein.
Ein Protest auch gegen selbstherrliche „Könige“, die meinen sie allein hätten das Sagen.
Wenn wir uns zu diesem „Gekreuzigten“ als unseren „König“ bekennen, dann bezeugen wir damit, dass wir nicht nach den „Regeln dieser Welt“ leben wollen.
Wir bevorzugen eine andere Gesinnung.
Uns bewegt ein anderer Geist.
Wir möchten eine menschliche Welt:
einen respektvollen Umgang miteinander,
Solidarität mit den Armen, Achtung der Schöpfung, Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, Barmherzigkeit, Frieden...
Es kann schon sein, dass andere über uns den Kopf schütteln, uns für dumm ansehen, als naive „Gutmenschen“ verspotten, wenn wir uns zu Jesus bekennen. Weil einfach – so scheint es – in dieser Welt ganz andere Maßstäbe gelten.
Und doch - so glaube ich - ist der Weg, den Jesus gegangen ist, der einzige Weg, ja ich möchte sagen der einzige „Ausweg“ aus einer Welt, die geprägt und gequält ist durch Macht, Rücksichtslosigkeit, Terror und Bosheit im Großen wie im Kleinen.
Das Kirchenjahr geht mit diesem Sonntag zu Ende.
Und wie ein Signal wird uns nochmals deutlich das Kreuz – und Christus am Kreuz - vor Augen gestellt.
Das Fest „Christkönig“ ist eine Einladung an uns.
Es sagt uns: Schaut auf ihn, auf diesen Jesus.
Habt den Mut, seinen Weg zu gehen.
Auch wenn man euch belächelt, euch für dumm verkauft,
auch wenn ihr deswegen verspottet werdet:
Lasst euch nicht beirren.
Glaubt daran: Nicht Macht und Gewalt werden die Zukunft gewinnen, sondern die Liebe, wie Er sie gelebt hat, konsequent bis zum Äußersten.
Vertraut darauf: Diesem Jesus, seinen Visionen und Träumen von Menschlichkeit und Liebe nachzugehen,
ist der richtige, der wahre Weg zu einem guten Leben.
Amen.