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Inhalt:
Fr. 11.11.22

Elisabethsonntag - Hilfe für Menschen in unserem Land

13.11.2022, Predigt von Theresia Amatschek
Theresia Amatschek

Lesung: 2 Kor 8,6-15 Auf

Evangelium: Lk 21,5-19

 

Mehrkosten.

Mehr Hilfe!

Mehrkosten.

Mehr Hilfe!

 

Liebe Mitchristen!

 

Wenn ich solche Worte aus dem Mund Jesu höre, denke ich sofort an meist junge Menschen, welche wegen ihres Glaubens, ihrer Kultur oder Volkszugehörigkeit zuerst beraubt und dann mit dem Tod bedroht werden. Unsere christlichen Brüder und Schwestern im Osten müssen seit Jahren so was erleben und Haus und Umgebung verlassen. Aber sie bleiben standhaft und entdecken in ihrer Extremsituation das Leben in Christus ganz stark. Für uns fast schockierend intensiv. Unter ihnen kursiert sogar der Spruch: „Ohne die Finsternis wirst du nie die Sterne sehen.“

Wie könnten auch wir dieses Leben in Christus wiederentdecken? „Standhaft bleiben,“ sagt Jesus!

 

In der heutigen Lesung lernen wir einen  wesentlichen Erfolgsfaktor für die  junge Kirche kennen:

Die gegenseitige Unterstützung in Notlagen. Die Gemeinde in Korinth sammelt für die in Not geratene, weit entfernte Gemeinde in Jerusalem. Dieses füreinander Einstehen und Sorge tragen, unterscheidet das neu entstehende Christentum wesentlich von seiner Umwelt.

 

CARITAS wird für sie immer zu einer Lebenshaltung, mit der sie ALLEN Menschen begegnen.

Die anfängliche interne Gruppensolidarität entwickelt sich zu einer universalen Grundhaltung, die unterschiedslos allen Notleidenden gilt. Im 2. Jahrhundert mitten in akuter Verfolgungszeit schreibt der Märtyrer Justinus an den römischen Kaiser Antoninus, dass alles, was bei der sonntäglichen Versammlung gespendet wird, vom Vorsteher an die Witwen und Waisen, die Kranken, Gefangenen und Fremdlingen verteilt wird.

Diese neue Geisteshaltung hat laut Paulus einen göttlichen Kern. Der Same, aus dem sich diese Änderung des Denkens und Handelns wächst, ist der Gedanke der Menschwerdung Gottes:

„Denn ihr wisst, was Jesus Christus, unser Herr, in seiner Liebe getan hat: Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch durch seine Armut reich zu machen.“

 

Papst Franziskus bezeichnet es als “das große Paradox des Glaubens: Der Reichtum Jesu besteht in seiner Liebe, die sich niemanden verschließt und allen entgegenkommt, vor allem diejenigen, die an den Rand gedrängt und des nötigsten beraubt sind.“

 

Darin liegt die stärkste Motivation. Dieser Blick auf Jesus, stärkt auch uns heute darin, die Armen nicht zu vergessen. Heute hat weitgehend die Caritas die Rolle des Gemeindevorstehers von damals übernommen, um die Spenden zu verteilen.

 

Die gegenwärtige Situation mit ihren krisenhaften Auswirkungen führt dazu, dass immer mehr Menschen sich an die Caritas um Hilfe und Unterstützung wenden. Armut ist plötzlich ein Begriff, der das nähere Umfeld betreffen kann, Freund*innen und Familie, Nachbarn und Kolleg*innen. Die Not, die Armut mit sich bringt, ist in diesen Fällen auf den ersten Blick gar nicht sichtbar und dennoch in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

 

Viele wenden sich erst an die Caritas, wenn die Not wirklich existentiell wird. Menschen suchen Hilfe, weil sie die Kosten des Alltags nicht mehr bezahlen können: Mieten, Energiekosten und Lebensmittel. Geldsorgen, Einsamkeit, Scham und nicht zu wissen, wie man den nächsten Monat überstehen soll, verschärfen die psychische Belastung, die unsere Zeit mit ihren vielen Krisen ohnehin mit sich bringt.  Viele Menschen sind erschöpft.

 

Wir helfen jenen, die in Not geraten sind:

 

Wir helfen armutsbetroffenen Menschen weiterhin, die schon vor Corona und Ukrainekrieg zu wenig hatten. Hier geht es um das Notwendigste: Existenzsicherung, Lebensmittelhilfe und -Gutscheine, Energieversorgung, Beratung, Wohnungssicherung.

 

Wir helfen jenen Frauen und armutsgefährdeten Familien, die bisher keine finanziellen Sorgen kannten und durch die Krise plötzlich armutsgefährdet sind. Denn: Viele private Reserven sind erschöpft.

 

Einige konkrete Beispiele wie die Caritas – Menschen in Oberösterreich hilft:

 

  • im Haus für Mutter und Kind  und in Krisenwohnungen in Linz oder im Hartlauerhof in Asten verzweifelte Menschen mit einer Unterkunft und gibt Hoffnung und Kraft für einen Neuanfang.

 

  • in den Tageszentren Wärmestube und FRIDA wohnungslosen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen mit einer Anlaufstelle sowie einem Regenerations und Rückzugsort.

 

  • in15 Sozialberatungsstellen, wo sie Menschen in Notlagen mit Beratung und finanzieller Überbrückungshilfe zur Seite steht.

 

  • in sechs CaritasLerncafes  Schüler*innen aus sozial benachteiligten Familien mit kostenloser Lern und Nachmittagsbetreuung, damit sie den Schulabschluss schaffen können.

 

  • im Help Mobil, wo obdachlose Menschen und jene, die keine Krankenversicherung haben, medizinisch und mit warmer Kleidung, Schlafsäcken und Decken versorgt werden.

 

Wir bitten Sie, sich besonders heuer in dieser weiterhin schwierigen und herausfordernden Zeit mit der Elisabethsammlung für Menschen in Not in Oberösterreich einzusetzen!

Möge Gott ihre solidarische Haltung reichlich mit seinem Segen für Sie persönlich und ihre Verwandten und Freunde vergelten. Christus sagt uns ja: „Bleibt standhaft und ihr werdet das Leben gewinnen.“

 

Quelle: 2.Teil  Caritas der Diözese Linz, Predigtvorschlag zum Elisabethsonntag 2022

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