Dann aber sahen sie ihn nicht mehr
Liebe Schwestern und Brüder!
… Dann aber sahen sie ihn nicht mehr.
Vor 14 Tagen war ich zusammen mit meinen Mann in Rom.
Nach der Papstaudienz, mit ca. 10.000 Leuten, setzte sich unsere Gruppe zu einem Mittagessen in einem Lokal, nahe am Petersplatz, zusammen.
Da richtete eine Salzburger Bergbäuerin an uns die Frage; ob wir glauben, dass es Jesus Christus gegeben hat. Und das nach einer Papstaudienz!
Auf die Rückfrage wie es zu dieser Frage komme, antwortete sie: „ Wie kann Gott soviel Leid zulassen wie derzeit in der Ukraine“?
Was würden Sie auf diese Frage antworten?
Wie denken Sie darüber?
Das heutige Evangelium könnte uns einen Schlüssel zu einer Antwort liefern.
Die Wanderung der beiden Jünger, die von Jerusalem nach Emmaus in ein Dorf führte, war von tiefer Traurigkeit, Enttäuschung, Wut und Schmerz, über die Ereignisse der letzten Tage in Jerusalem, belastet.
Es gesellte sich ein Fremder zu ihnen, den sie dann auch in ihre Herberge zum Abendessen einluden.
Schon auf dem Weg dorthin lieferte ihnen dieser völlig neue, unerwartete Antworten. Vor allem die Aussage; „Musste nicht der Christus das alles erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen“? Was heißt das?
Die Obrigkeiten wollten eigentlich beweisen, dass sein Gottes- und Menschenbild völlig falsch, viel zu lax ist, und haben ihn deswegen verflucht und am Kreuz sterben lassen, zusammen mit 2 Übeltätern.
Gott aber war dennoch auf seiner Seite:
Er hat ihn nicht im Tod gelassen.
Die letzten Worte Jesu am Kreuz in seiner äußersten Verlassenheit, kurz vor dem Ersticken, erweist er sich einem Mitgekreuzigten voll Barmherzigkeit und Liebe, weil er weiß, dass er zusammen mit ihm im Paradies sein wird.
Gott fängt die beiden auf!
Nicht immer leicht zu glauben für uns „Wohlstandschristen“.
Gleich nachher beten wir im Glaubensbekenntnis: „gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes...“
Er ist uns in allem gleich geworden, außer der Sünde.
Wir dürfen auch an den Tiefpunkten unseres Lebens, in äußerster Notlage und im Augenblick des Sterbens zu IHM sagen - vielleicht hundertmal: „Denk an mich, weil ich in der Finsternis bin. Denk an mich, weil es Abend oder gar Nacht wird.“
Kehren wir jetzt zurück zu unseren beiden Freunden im Evangelium.
Nachdem sie Jesus im Brotbrechen als lebendig und gegenwärtig erlebt haben, rennen sie voll Freude 11 km bergauf, mitten in der Nacht, den ganzen Weg zurück zu ihrer Gemeinschaft der Jesus-Freunde hoch oben in Jerusalem.
Sie mussten einfach mit ihnen teilen, was sie erfahren hatten: ER LEBT!
Das sagen sie auch uns HEUTE.
Welch ein Reichtum, welch ein Qualitätsvorsprung für unser Leben!
Er wird uns die Welt neu erklären.
Danken wir also heute von ganzem Herzen für sein Angebot und sein Beispiel.
Er ist wirklich der Herr, der mit uns geht!
Deshalb lade ich sie jetzt ein mit mir folgendes Lied zu singen:
Ich möcht`, dass einer mit mir geht, der`s Leben kennt, der mich versteht,
der mich zu allen Zeiten kann geleiten. Ich möcht`, dass einer mit mir geht.
Ich wart`, dass einer mit mir geht, der auch im Schweren zu mir steht, der in den dunklen Stunden mir verbunden. Ich wart` dass einer mit mir geht.
Es heißt, dass einer mit mir geht, der`s Leben kennt, der mich versteht, der mich zu allen Zeiten kann geleiten. Es heißt, dass einer mit mir geht.
Sie nennen ihn den Herren Christ, der durch den Tod gegangen ist, er will durch Leid und Freuden mich geleiten. Ich möcht`, dass einer mit mir geht.