Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Pfarrgemeinde
    • Personen
    • Gebäude
    • Chronik
  • Kalender
    • Gottesdienste
    • Termine
    • Verlautbarungen
  • Predigten
  • Pfarrblätter
  • PGR/Fachteams/Gruppen
    • Pfarrgemeinderat
    • Fachteams
    • Gruppen
  • Pfarre Raum Wels
Hauptmenü ein-/ausblenden Startseite Suche ein-/ausblenden Barrierefreiheit-Einstellungen ein-/ausblenden
Pfarrgemeinde Wels-St. Josef
Pfarrgemeinde Wels-St. Josef
Barrierefreiheit Einstellungen
Schriftgröße
  • A: Schriftgröße: normal
  • A: Schriftgröße: groß
  • A: Schriftgröße: sehr groß
Kontrasteinstellungen
  • A: Standardfarben
  • A: Gelb auf Schwarz
  • A: Schwarz auf Gelb
  • A: Weiss auf Blau
  • A: Blau auf Weiss
Inhalt:
Do. 20.01.22

Sonntag des Wortes Gottes

Predigt vom 23.1.2022 von Andreas Hasibeder
Andreas Hasibeder

Lk 1,1-4; 4,14-21

Liebe Schwestern und Brüder!

Papst Franziskus hat 2019 den 3. Sonntag im Kirchenjahr als den „Sonntag des Wortes Gottes“ erklärt und darauf hingewiesen, wie wichtig ihm die Verkündigung dieses Wortes ist. Er betonte, dass es nicht egal sei, so wie in früheren Zeiten, ob ich die Worte der Schrift verstehe oder nicht. Die Auseinandersetzung mit der Bibel ist ebenso im Zusammenhang mit der Ökumene wichtig. In dieser Woche wird auch um die Einheit der Christen weltweit gebetet. Ich möchte mich diesem Gebet heute in den Fürbitten anschließen.

In der ersten Vision unseres Pfarrgemeinderates, die am 4. Adventsonntag 2019 vorgestellt wurde, heiß es:

Das Wort Gottes, das Brechen des Brotes und das gemeinsame Mahl sind das Fundament unserer Gemeinschaft.

In dieser fühlen wir uns wohl und tanken auf. …

Bei der Wort-Gottes-Feier betonen wir das Wort Gottes in besonderer Weise dadurch, dass das Lektionar mit den biblischen Texten einen eigenen Platz bekommt, dort, wo sonst die Gaben der Eucharistie ihren Ort haben.

Dieses Wort Gottes bildet, neben dem Brechen des Brotes und dem gemeinsamen Mahl, für uns Katholiken das Fundament unserer Glaubensgemeinschaft. Nicht nur hier in Wels, in der Pernau, sondern weltweit und in allen christlichen Gemeinschaften.

Also auch in den evangelischen, altkatholischen, anglikanischen, armenischen, neuapostolischen, orthodoxen und den sogenannten freikirchlichen Gemeinden. Für sie alle ist die Bibel, mit dem Alten und dem Neuen Testament, die Grundlage ihres Betens und Handelns.

Für unsere jüdischen Brüder und Schwestern bildet die Tora, die fünf Bücher Mose, das Hauptwerk ihrer Heiligen Schrift, des Tenach. Also die ersten fünf Bücher unseres Alten Testamentes. Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium. Es wurde allerdings nicht nur die Tora in das Alte Testament übernommen, sondern der gesamte Tenach mit den Geschichtsbüchern des Volkes Israel, die Psalmen und den großen und kleinen Prophetenbüchern. Damit sind die jüdischen heiligen Schriften die Grundlage unseres Alten Testamentes. Jesus kam aus dieser Tradition und kannte diese Schriften sehr genau. Mit einigen Erweiterungen bilden diese Bücher, gemeinsam mit dem Neuen Testament ca. seit Mitte des 16. Jhts. in verschiedenen Übersetzungen die Heilige Schrift, wie wir sie heute kennen.

Viele Stellen in der Heiligen Schrift sind uns bekannt, trotzdem sind sie uns weitgehend auch fremd geblieben. Vielleicht weil sie in der Vergangenheit nicht besonders ernst genommen, oder einfach als nicht so wichtig erachtet wurden.

Mit einer solchen Stelle, mit so einem Wort Gottes, haben wir es heute zu tun.

Der Geist des Herrn ruht auf mir;
denn er hat mich gesalbt.
Er hat mich gesandt,
damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe;
damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde
und den Blinden das Augenlicht;
damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze
und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.

Jesus liest in der Synagoge von Nazaret aus den Schriften des Alten Testamentes vor und wendet den Text auf sich an.

Nicht zufällig wird diese Begebenheit von Lukas am Beginn seines Evangeliums beschrieben. Denn hier handelt es sich um das Programm Jesu. Es ist wie eine große Überschrift über alles, was noch folgen wird.

Merkwürdig ist nur, dass uns das nicht so bewusst ist.

Oder hätten sie auf die Frage nach dem Programm Jesu geantwortet: er wollte den Armen die Heilsbotschaft bringen, zu Unrecht Gefangene und Erniedrigte befreien und eine Amnestie Gottes, ein Gnadenjahr des Herrn, ausrufen?

Ich bin mir nicht sicher.

In unserer Glaubensgeschichte standen lange Zeit andere Themen im Mittelpunkt. Zum Beispiel die Geburt Jesu, der Kreuzestod, die Auferstehung oder die Sünde des Menschen ganz allgemein, die es zu bekämpfen gilt.

Das sind zweifellos wichtige Themen. Vergessen wurde aber manchmal das Programm, die Kernbotschaft und die Praxis Jesu im alltäglichen Leben, die Hinwendung zu den Armen und Unterdrückten.

In manchen Ländern, in denen sich die Kirche stark für diese Randgruppen engagiert, wird sie teilweise heute noch stark angefeindet und beschimpft, ja sogar verfolgt und unterdrückt.

Das Programm Jesu ist oft auch gefährlich und kann sogar lebensgefährlich werden. Denken sie nur an des seligen Franz Jägerstätter von St. Radegund im Innviertel, der wegen seiner Glaubensüberzeugung sterben musste.

Kein Wunder also, dass dieser Aspekt seines Programms gerne übersehen, oder zumindest verharmlost wurde und immer noch wird.

Lange Zeit war das Christentum nicht die Religion für die Armen und Unterdrückten, sondern eher für die Etablierten und Wohlhabenden. Nicht das Erlassen der Schulden stand im Vordergrund, oder das Ermöglichen eines Neubeginns, sondern das Eintreiben von Schulden und das Ausbeuten der Armen.

Obwohl Paulus schon im ersten Jahrhundert an die Gemeinde von Korinth schreibt, dass wir EIN Leib in Christus sind und somit untrennbar als Christen zusammengehören und dass, wenn ein Glied leidet, alle anderen mitleiden, hat man diese Passagen oft einfach ignoriert.

Erst das Zweite Vatikanische Konzil hat 1965 die Option für die Armen wieder thematisiert und ernst genommen.

Und am deutlichsten ausgeprägt ist diese jesuanische Haltung in unserer Zeit aus meiner Sicht bei Papst Franziskus, der seit 2013 Bischof von Rom ist und unermüdlich für eine einfache und demütige Kirche eintritt, die sich um die Schwachen und Wehrlosen annimmt.

Aber auch durch die Einrichtung der Caritas oder der Diakonie und deren unzähligen haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen hat diese Dimension unseres Glaubens neue Glaubwürdigkeit gewonnen. Gerade weil die Caritas oft auch wegen ihrer Arbeit für die Armen kritisiert wird, ist sie auf dem richtigen Weg.

„Heute hat sich das Schriftwort, das ihr soeben gehört habt, erfüllt“, haben wir im Evangelium gehört.

Der Geist des Herrn ruht auf mir;
denn er hat mich gesalbt.
Er hat mich gesandt,
damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe;
damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde
und den Blinden das Augenlicht;
damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze
und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.

Liebe Mitchristen, auch heute hat sich das Schriftwort erfüllt, wenn wir das Wort hören, es ernst nehmen und auf unser Leben nach dem Beispiel Jesu anwenden.

Ich wünsche uns allen, dass wir immer mehr in das Programm Jesu hineinwachsen, jeden Tag ein wenig mehr.

Denn das Wort Gottes ist und bleibt das Fundament unserer christlichen Gemeinschaft.

Amen.

zurück

nach oben springen
  • Kontakt
    • Impressum
    • Datenschutz
Pfarrgemeinde Wels-St. Josef


Haidlweg 58
4600 Wels
Telefon: 07242/43306-0
Telefax: 07242/43306-80
pfarre.stjosef.wels@dioezese-linz.at
https://www.wels-stjosef.at

Gottesdienstzeiten

So
09:00 Gottesdienst
in der Kirche
Do 19:00 Gottesdienst
in der Kapelle, entfällt an schulfreien Tagen!


Öffnungszeiten der Kirche

Mo-So
09:00 bis 18:00
Wir laden herzlich ein, in unserer Kirche zu verweilen, zu beten und mitzufeiern!

Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Herrenstraße 19
4020 Linz
Ihr Kontakt zur
Diözese Linz
anmelden
nach oben springen