Weihnachten ist noch nicht vorüber
Weihnachten ist noch nicht vorüber.
Was hat es uns bisher gebracht? Ist ein Glanz, ein Zauber für unseren
Alltag geblieben?
Johannes überbringt uns heute was Neues an Weihnachtsbotschaft.
In seiner Einleitung zum Evangelium das er schrieb, geht er weit zurück.
„Im Anfang war das WORT und das Wort war bei Gott“
Die Heilsgeschichte beginnt nicht mit der Geburt Jesu, sondern er erinnert uns an den Schöpfungsbericht: „Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde...“(Gen 1,1) Es ist aber hier vom absoluten Anfang die Rede. Das übersteigt das menschliches Denken. Wir können dieses Geschehen nicht in Worte fassen.
Das Wort, das von Gott kommt, im Griechischen „Logos“ genannt, wird zum Urgrund alles Geschaffenen. Und dieses Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt:Christus selber, das fleischgewordene Wort Gottes.
Deshalb beten wir im großen Glaubensbekenntnis “Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater: durch ihm ist alles geschaffen.“
Weihnachten ist nicht vorüber!
„Er hat unter uns gewohnt...er hat unter uns gezeltet“ heißt es wörtlich übersetzt. Das heißt, ein Zelt ist beweglich, es kann abgebrochen und wieder aufgebaut werden. Es ist allen Witterungen, allen Stürmen des Lebens ausgesetzt. Es bietet aber auch den nötigen Schutz in ruhigen Zeiten.
Wir Menschen möchten alles festhalten, was uns lieb und teuer ist: Erlebnisse, Ereignisse, in denen wir Glück und Liebe erfahren haben. Doch wir erfahren die Vergänglichkeit, Verletzlichkeit und Unsicherheit.
In Jesus wagt sich Gott mit Haut und Haaren in diese menschlichen Bereiche vor. Er tut es aus Liebe zu uns. Gott sucht die Freundschaft mit uns und macht sich auf den Weg zu uns, um an unseren Lebensbedingungen teilzunehmen: Geburt und Wachstum, Glück und Misslingen, Beziehungen und Familie, Krankheit und Tod...
Er tut dies nicht nur für einige Stunden oder Tage, die wir jetzt feiern, und verschwindet dann wieder.
„Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ Wie aber geht Gott nun mit dem Frust der Ablehnung der Menschen um? ER reagiert in Jesus auf seine Art. ER sucht uns weiter.
Weihnachten ist nicht vorüber!
Wir haben immer die Chance auf einen Neuanfang, Ihn als den Herrn unseres Lebens anzuerkennen.
„Allen aber die ihn aufnahmen, gab er Macht Kinder Gottes zu werden.“
Die Zusage, dass wir Kinder Gottes werden, unterstreicht, dass wir einerseits schon Gottes Kinder sind, anderseits diese Fähigkeit noch kaum entwickelt haben. Mit Jesus kann und soll uns das gelingen. Diese göttliche Kunst garantiert ein gutes Leben.
Der Evangelist Johannes wird im Laufe seines Evangeliums immer wieder aufzeigen, wie ein Leben in Fülle möglich ist...
Er erinnert seine Zuhörer daran, dass die Herrlichkeit Gottes mitten unter uns Menschen sichtbar und erfahrbar ist.
Weihnachten bleibt immer, weil Jesus das Wort wurde - das Vaterwort, das mütterliche Wort, Trostwort, das Heilungswort, das Versöhnungswort, das Liebeswort, das Stärkungswort, das Geistwort, Hoffnungswort...
Jesus sagte Gottes Lebensworte in die Welt hinein. Es sind Herzensworte. Er, der am Herzen des Vaters ruht, hat sie ihm abgelauscht. Man kann auch sagen, es sind Mutmachworte. Seien es nun: „Steh auf und geh, deine Sünden sind dir vergeben“ (Joh5,8) oder „Der Vater lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn!“(Lk 15,20) oder „Fürchte dich nicht. Ich bin es!“(Mt14,27).
Wir haben ein neues Jahr begonnen.Wir schauen zurück und wir schauen voraus.Wir wissen noch nicht, was uns das neue Jahr an Freuden und Lasten bringen wird.
Was aber offenbar ist und im neuen Jahr gewiss bleibt, ist die Zuwendung und die Gegenwart Gottes in der Liebe Jesu Christi. Sie hat am Beginn der Schöpfung die Welt hell gemacht.
Sie hat am Anfang unseres Lebens einen hellen Schein in unser Herz gelegt.
Sie wird im neuem Jahr die Lasten beleuchten und uns trösten.
Sie wird die Freuden des Neuen beleuchten und unser Herz bewegen.
Was kommt, wissen wir nicht.
Die Liebe Gottes in Jesus Christus wird gewiss da sein.
Jesus Christus legen wir dieses neue Jahr in seine Hände und vertrauen auf ihn.
Er wird uns seine Weisheit schenken, dass wir auch im neuen Jahr das Gute suchen und das Böse überwinden.
Ihm vertrauen wir alle unsere Tage an.
Dann wird es ein gutes Jahr. Amen.