Was hat das Christkind gebracht?
Liebe Gemeinde!
Die „Heilige Nacht“ ist vorüber. Es ist Tag geworden
Die Kinder werden am heutigen Tag immer wieder gefragt: „Was hat dir denn das Christkind gebracht?“ – Und sie werden – hoffentlich voller Freude und zufrieden – davon erzählen und allen zeigen, was ihnen das Christkind gebracht hat.
Ja, was hat denn das Christkind „gebracht“?
Diese Frage darf uns und soll uns immer wieder beschäftigen. Was hat es gebracht und was bringt es uns heute, in unserer Gegenwart, das „Christkind“?
„Fürchtet euch nicht! Heute ist euch der Retter geboren!“
Singen die Engel über diesem Kind, in der Heiligen Nacht.
Wir wissen, was aus diesem Kind geworden ist.
Und wir wissen, „was Jesus gebracht hat“:
Wir sagen: ein Licht ist in Ihm aufgegangen.
Wärme hat Er in unsere Welt gebracht hat:
Verhärtete Herzen hat Er zum Schmelzen gebracht.
Liebe und Erbarmen, hat er gebracht, gerade den Zerbrochenen und Verlorenen.
Er hat aufgerichtet und in Bewegung gebracht,
die Lahmen, die am Boden Zerstörten.
Er hat denen die Augen geöffnet, die keine Aussichten mehr hatten.
Alle, „die übel dran waren“, fanden bei Ihm Verständnis und Solidarität.
In seiner Nähe haben Menschen wieder Vertrauen gelernt. Ja, er hat uns vieles gebracht, durch seine Worte und Taten.
Er hat uns eine Vision ins Herz gelegt, von einer Welt, geprägt von Liebe, Gerechtigkeit und Frieden.
Er hat uns „den Himmel aufgetan“.
Aber: Er hat auch Anstoß erregt, er wurde abgelehnt, angefeindet, gehasst und schließlich getötet.
Und trotzdem: In diesem Kind ist etwas in die Welt gekommen und herangewachsen, das viele sagen ließ und immer noch sagen lässt: „Ja, Er ist wirklich der Retter, der Heiland, der Messias, der „Gott mit uns!“ -
Von unserem Bischof Manfred habe ich dieses Wort in Erinnerung:
„Weihnachten ruft in den Menschen die besten Möglichkeiten wach. Sie entdecken - in diesem Kind - eine neue Melodie - die Melodie Gottes für ihr Leben.“
Es ist wunderbar, was das Christkind alles „bringt.“
… die Melodie Gottes…
Es ist beeindruckend – alle Jahre wieder - was durch „Weihnachten zum „Klingen kommt“. In uns, aber auch im gesamten Gefüge unserer Gesellschaft.
Sogar die Schlagzeilen unserer Zeitungen klingen anders zur Weihnachtszeit.
Von berührenden Geschichten wird auf einmal berichtet.
Von herzlicher Menschlichkeit, von großzügiger Hilfsbereitschaft, von versöhnlichen Begegnungen.
Mich beeindruckt auch, wie viele Menschen bereit sind Spenden zu geben, für „Licht ins Dunkel“ z.B. und für viele andere Hilfsorganisationen. Ja, ich bin beeindruckt von dem, „was alles möglich ist“ zu Weihnachten. –
Es ist doch wirklich so: „Weihnachten ruft in den Menschen die besten Möglichkeiten wach.“
Eine ganz andere „Melodie“ kommt Klingen.
Eine harmonische Stimmung, im Umgang miteinander: friedlich und herzlich. Und das tut doch allen gut.
Sicher es gibt auch andere Töne zu Weihnachten.
„Ich frage mich, für was tu ich mir das alles an?“ - habe ich schon manche klagen gehört: „diesen ganzen Stress zu Weihnachten?“ - Und das alle Jahre wieder?“
Es stimmt schon: Weihnachten kann auch anstrengend sein, eine Herausforderung. Gerade in so einer Zeit, wie wir sie gerade erleben.
Ja, Weihnachten kann auch gefährlich sein.
Weil wir sensibler sind und verletzbarer, leichter enttäuscht und schneller beleidigt als sonst
Trotzdem: Ich glaube, es ist es wert und wir brauchen es, dass wir uns Weihnachten „antun“ – alle Jahre wieder.
Weihnachten ist „not-wendig“.
Diese „Melodie Gottes“, die in diesem Kind in der Krippe „zur Welt gekommen ist“, sie darf uns nicht verloren gehen. Sie soll uns immer mehr durchdringen.
In diesem Sinn wünsche ich Euch:
ein harmonisches und gesegnetes Weihnachtsfest.
Amen.