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Mi. 08.12.21

Der Christbaum und der Sündenfall

Ansprache vom 08.12.2021 von Theresia Amatschek
Theresia Amatschek

Gen 3,9-15.20; Lk 1,26-38

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!
Sie haben sicher schon bemerkt, dass man uns schon zum Advent drei große rote Kugeln als Dekoration und Blickfang hingesetzt hat.
Wohl wenige denken dabei an die Paradiesesgeschichte und den 1. Sündenfall, also die 1.Gehorsamsverweigerung des Menschen, der es ohne Gott versucht und lieber auf fremde Stimmen hört.
Und seit damals sucht uns  Gott!

Ich würde Ihnen heute gern auch schon einen grünen Christbaum vorstellen, denn der steht für den Baum in der Mitte des Paradieses, der Adam und Eva zum Baum der Erkenntnis geworden ist.
In einem Spiel am 24.Dezember, dem Tag von Adam und Eva, hat man diese Szene nachgespielt und sich bewusst gemacht, wie schmerzlich und problematisch die Vertreibung aus der Gemeinschaft mit Gott immer war und noch ist.

Es war eine verbotene Frucht, die ihnen zum Verhängnis wurde, ein „ZANKAPFEL“  sozusagen.
Weil wir aber gerade zu Weihnachten ganz fest daran glauben und es zutiefst berührt feiern, dass alles zum Guten verwandelt wird, bedienen wir uns eines grünen Baumes voll glänzender Kugeln und Lichter, um zu zeigen, dass der „Zankapfel“
durch die Menschwerdung des Gottessohnes Jesus vergoldet wurde und so die Vertreibung aus dem Paradies aufgehoben ist.
Sogar die Schlange hängt versilbert an manchen Christbäumen.

Wir haben durch Jesus wieder Zugang zu Gott und seinem Himmel, zur Vergebung und zu einem glücklichen Neuanfang mit dem VATER im Himmel.
Ohne Vorbedingung!

Die Christenheit hat das Maria immer schon zugestanden, weil sie ja vom Engel Gottes ausgesucht und eingeladen wurde, leibliche Mutter des Menschensohnes Gottes zu werden.
Der Engel Gabriel sagte ihr zu: „der HERR ist mit dir!“
Sie selber hatte sich gar nicht so eingeschätzt.
 
Eine kurze Ausblendung:
Was denken wir oder tun wir, wenn wir untertags 8h, 12h oder 19h, in der Nähe einer Kirche stehen und die große Glocke läutet? Unterbrechen wir, egal was, um kurz zu beten und dankbar zu denken, dass
Jesus, der Sohn Gottes, in dieser Pandemiezeit doch mit uns geht, obwohl wir ihn fast vergessen hatten? Darf ich sie auch Pandemieglocke nennen?!

Ja, die ersten Christen - und bis herauf zu uns - waren dankbar über den neuen Bund, den Christus uns erwirkt hat.
Der HERR ist auch mit uns und nicht gegen uns. Das hat mit der Empfängnis von Maria durch ihre Eltern Anna und Joachim begonnen und gilt bis heute.
Ein Grund, einen Feiertag zu begehen.!
Marias Urbeginn oder ihre eigene Empfängnis ist auch der Beginn der Liebesgeschichte Gottes mit uns.
„Unbefleckt“ heißt nichts anderes als „die Schuld ist bezahlt“.
Lasst uns also die Gotteskindschaft genießen.

Großer Dank an Maria für ihr riskantes Ja und noch größerer Dank an Jesus Christus, der uns in allem, bis zur Gottverlassenheit, gleich geworden ist.
Nichts aus unserem Leben ist ihm fremd.

„Gegrüßt seist du, Maria, der HERR ist mit dir!“
Und: „Gelobt seist du, Jesus Christus, der du uns Hoffnung gebracht hast über dieses Leben hinaus.“
Diese Weihnachten beim Christbaum fragt er uns wieder: „Wo bist du?“ Und manche schämen sich nicht zu antworten: „ Hier bin ich!“ Vielleicht weht dann ein Hauch von Paradies durch´s Haus.

 

F.d.I. v.
Theresia Amatschek

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