Österliche Bußzeit mitten in der Pandemie
Liebe Mitchristen,
wie kann die Fastenzeit, besser gesagt die Österliche Bußzeit 2021, mitten in der Pandemie, für mich ausschauen?
Es ist doch derzeit nichts normal, da kann doch auch die Fastenzeit nicht normal sein. Müssen wir nicht schon auf genug verzichten was uns wichtig ist? Ist Verzicht und neuer Lebensstil angesagt? Ist diese Zeit nicht schon Herausforderung genug, was Verzicht und einen neuen Lebensstil betrifft?
Wie soll/will ich die heurige Fastenzeit gestalten, fragen sie sich vielleicht mehr als sonst. Ich habe mir diese Frage in der vergangenen Woche immer wieder gestellt.
Bei all diesen Überlegungen ist es hilfreich, wenn man sich auf das Wesentliche der österlichen Bußzeit besinnt.
Die Fastenzeit (österliche Bußzeit) kann aus meiner Sicht einerseits die Möglichkeit bieten, hinderliche Gewohnheiten zu bedenken und vielleicht sogar zu verändern und andererseits will sie einladen, der Liebe (zu mir selbst, zu den Mitmenschen und zu Gott) wieder mehr Raum zu geben.
Hinderliche Gewohnheiten schauen vielleicht in der Pandemie anders aus als sonst. Vielleicht haben sich hinderliche Gewohnheiten erst in letzter Zeit entwickelt und ich bin damit unzufrieden und möchte sie verändern? Jeder und jede weiß selber, was für ihn/für sie hinderlich ist.
Bin ich bereit das Bessere zu sehen und zu tun?
Wie kann ich der Liebe in meinem Leben mehr Raum geben, scheint mir auch eine wichtige Frage. Gerade in Zeiten der Anspannung und Verunsicherung kann die Liebe zu mir selber, zu meinen Mitmenschen in Beruf und Familie besonders leiden. Familienmitglieder oder Berufskollegen gehen mir vielleicht gerade jetzt besonders auf die Nerven. Was kann und will ich dagegen tun?
Auch meine Gottesbeziehung wird auf die Probe gestellt. Was traue ich Gott zu in dieser Situation, was erwarte ich von ihm, was erhoffe ich?
Worum bete ich, ohne in den Aberglauben abzugleiten, dass alles mit eigener Kraft machbar sei.
Die kommende Fastenzeit ist ein gutes Angebot, wieder mehr Sicherheit und Vertrauen in den verschiedenen Lebensbereichen zu gewinnen. Das wünsche ich ihnen heute, an diesem Aschermittwoch.