Gott ist mit uns!
Ein neues Jahr liegt vor uns...
Es ist kein absolut neuer Anfang.
Die Welt hat sich nicht geändert von gestern auf heute.
Die großen Probleme des Jahres 2020 werden auch die Probleme des Jahres 2021 sein.
Wir können leider nicht einfach "die Tür zu machen" und sagen: 2020 geht uns nichts mehr an.
Es bleibt vieles an uns hängen, was wir mit herüber nehmen es aus dem "alten" ins "neue" Jahr.
Auch uns selbst müssen wir mitnehmen. Wir haben uns nicht geändert von gestern auf heute. Wir sind die "Alten" geblieben und schleppen auch manche Probleme mit ins Neue Jahr:
- die Schwierigkeiten in der Familie,
- einen unbereinigten Streit,
- eine zerbrochene Beziehung,
- die Sorgen um die Kinder,
- Probleme im Beruf, am Arbeitsplatz, in der Schule,
- eine Krankheit,
- das Alleinsein und vieles mehr.
Und dennoch:
"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt, und der uns hilft zu leben..." heißt es. (Hermann Hesse).
Und dieser "Zaubers des Anfangs" liegt auch über dem Neujahrstag.
Er lässt uns voll Vertrauen das Neue Jahr annehmen.
Er stärkt unsere Hoffnung, er eröffnet uns gute "Aussichten". Und die brauchen wir, gerade für dieses neue Jahr.
Drei Empfehlungen hätte ich für das neue Jahr:
"Kontakte vermeiden" hat es immer geheißen im vergangenen Jahr. Es war und ist auch immer noch notwendig.
Aber: es kommt die Zeit, hoffentlich bald, in der gilt dann:
"Kontakte suchen und pflegen" -
Es gibt Kontakte, die man vernachlässigt oder ganz verloren hat, in der "Coronazeit": Kontakte in der Familie, in der Verwandtschaft, im Freundeskreis, in der Nachbarschaft...
Sie wieder zu knüpfen, wird manchmal sehnsüchtig erwartet.
Kontakte suchen, finden, pflegen - ist meine
1. Empfehlung. Weil wir gelernt haben, wie wichtig tragfähige Beziehungen sind.
Auch den Kontakt mit sich selbst sollte man pflegen:
indem man auf sich selbst schaut,
auf die eigenen Wünsche und Bedürfnisse.
Damit es einem gut geht.
"Abstand halten!" - haben wir gelernt.
Die Balance, die Ausgewogenheit, zwischen Nähe und Distanz zu finden, ist eine Kunst. Davon erzählt eine kleine Geschichte:
Eine Gruppe von Stachelschweinen drängte sich an einem kalten Wintertag recht nahe zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen.
Jedoch bald spürten sie die gegenseitigen Stacheln,
und sie entfernten sich wieder voneinander.
Es wurde ihnen wieder kalt. Sie rückten wieder zusammen, es tat weh - wieder auseinander.
Solange versuchten sie es, bis sie den richtigen "Abstand" gefunden hatten, wie sie es gut aushalten konnten miteinander.
So ist es ja auch bei uns:
Es gilt den richtigen "Abstand" zueinander zu finden,
damit wir es gut aushalten können miteinander.
Zu nahe - kann weh tun,
zu weit entfernt - es wird einem kalt.
Meine 2. Empfehlung:
Lernen wir von den Stachelschweinen.
"Maske tragen!"- war das 3. was wir gelernt im vergangenen Jahr. Und es gilt immer noch.
Ich wünsche mir aber sehr, dass wir im neuen Jahr bald so weit kommen, dass wir die Masken abnehmen können. (Aber nicht gleich wegwerfen, sondern vorsichtigerweise aufheben.)
Ich wünsche mir - das wäre meine 3. Empfehlung -
dass wir so miteinander umgehen, dass niemand eine "Maske" braucht, um sich zu schützen, aber auch nicht um sich zu verstecken.
Ich wünsche mir, dass wir unser "wahres Gesicht" zeigen dürfen, ohne Angst, auch ohne Scham.
Dass wir uns offen und ehrlich begegnen, das wünsche ich mir.
Mit Mut und Zuversicht wollen wir es beginnen:
das neue Jahr.
Mitnehmen dürfen wir die Botschaft der Weihnacht:
dass "Gott mit uns ist", "bei uns ist".
ER, dessen Grundbotschaft an uns ist:
"Fürchte dich nicht!" - "Ich-bin-ja da!"