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So. 15.11.20

Das heutige Evangelium hat es in sich

Ansprache vom 15.11.2020 von Helga Wieser
Helga Wieser

Liebe Mitchristinnen, liebe Mitchristen!

Das heutige Evangelium hat es in sich. Ökonomen und Kostenrechner wären entzückt über die Worte Jesu: Da ist die Rede vom tüchtigen Diener, vom treuen Verwalter, von einem Herren der erntet wo er nicht gesät hat und sammelt wo er nicht ausgestreut hat.

Die ganze Geschichte passt auf den ersten Blick so gar nicht zum heutigen Elisabethsonntag und zum Welttag der Armen. Augenscheinlich wird da der gepriesen, der erfolgreich ist, der gut handelt kann und der es zu etwas bringt.

Bei uns hat sich die Auslegung durchgesetzt, dass es um die Vermehrung und Förderung von den Talenten geht, die ein jeder von uns mitbekommen hat. Das was wir gut können, das was uns der Herrgott an Fähigkeiten und guten Eigenschaften mitgegeben hat, sollen wir fördern und zum Wohl unserer Mitmenschen einsetzen.

In Ländern in Südamerika hat sich eine ganz andere Deutung durchgesetzt. Da wird das Gleichnis von den Talenten als Widerstandtext gelesen und gedeutet.

Es ist keine Deutung von Theologen oder anderen gebildeten Leuten, sondern eine von Menschen, die ganz unten stehen. Es ist die Deutung von armen Bauern aus El Salvador, einem kleinen Land in Mittelamerika und sie steht im Zusammenhang mit einer Theologie, die bei uns unter der Bezeichnung "Befreiungstheologie" bekannt geworden ist.

Die meisten Menschen El Salvator haben einen ganz anderen Lebens-Hintergrund als wir. Dieser Hintergrund ist geprägt durch die Erfahrung von unverschuldeter Armut, Ausbeutung und Arbeitsverhältnissen, die an Sklaverei grenzen. Und mit diesen Erfahrungen im Hintergrund lesen sie die Bibel und deuten das heutige Gleichnis von den Talenten folgendermaßen:

Gehen wir der Reihe nach vor:
Das Gleichnis beginnt mit dem Satz: "Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging. Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld.

Erste wichtige Frage: Wer ist mit dem Mann gemeint? Gott natürlich, sagen wir, so ist das doch eigentlich immer in den Gleichnissen.
Die Armen El Salvadors lesen das anders. Sie sagen: Dieser Mann, der erntet, was er nicht gesät hat, und der nimmt, was er nicht angelegt hat; der ist so, wie die Reichen in unserem Land: Er ist wie die Großgrundbesitzer, die unmenschlich hohe Pachten und Abgaben fordern; der ist wie ein skrupelloser Firmenbesitzer, der Frauen und Kinder für Hungerlöhne unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten lässt.
Und jetzt geht er weg, um sich noch mehr Besitz auf ungerechte Art anzueignen und er setzt Verwalter ein, denen er einschärft, noch mehr aus den Armen herauszupressen, egal auf welche Weise.

Und weiter im Gleichnis: "Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen.
Der erste Diener - der mit den fünf Talenten kam und brachte fünf weitere. Und der Herr lobte ihn und sagte: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen.
Der zweite Diener kam genauso und er wurde genauso gelobt und für größere Aufgaben wert befunden.

Wir haben dieses Evangelium schon öfters gehört und meistens werden dabei diese beiden Diener als die Guten, die Helden der Geschichte dargestellt. Weil sie sich bewährt haben und deshalb von Gott belohnt werden.

In der Deutung der Bauern in El Salvator heißt das: Wenn du das Spiel der Mächtigen mitspielst, werden sie dich dafür belohnen. Die Welt sorgt für ihre Leute. Der Knecht hat sich auf die Seite des reichen Herren geschlagen und spielt das ungerechte Spiel mit.
Bei ihnen sind die ersten beiden Diener die geblendeten und korrupten Helfeshelfer, die aus Gier nach Geld und Macht das Spiel des Herrn mitspielen, und die es vor lauter Eifer und Ehrgeiz vielleicht sogar noch schlimmer treiben als der Herr selbst.

Bei ihnen ist der dritte Diener der Held. Der, der zum Herrn kommt und sagt: "Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast. Und weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder.

Der dritte Diener ist derjenige, der das Spiel nicht mitspielen will. Er ist derjenige, der Rückgrat zeigt und wirklich bereit ist, für seine Überzeugung die Konsequenzen zu tragen. Die Leute in El Salvator sagen, dieser Diener folgt seiner inneren Stimme und lässt sich nicht von der Aussicht auf Macht und Geld korrumpieren.

Und prompt kommt die Antwort des harten Herrn:
Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewußt, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe.
Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten. Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem der die zehn Talente hat.

Und im Gleichnis legt der Herr noch ein Schäuflein nach - damit es richtig hart wird:
Denn wer hat, dem wir gegeben, und er wird im Überfluss haben. Wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen was er hat.

Für die armen Menschen in El Salvator ist diese Aussage keine Überraschung. Das erleben diese Menschen tagtäglich in ihrem Alltag. Das sind Ihre Erfahrungen mit den Reichen und Mächtigen in ihrer Gesellschaft und daran ändert auch der Staat nichts: Die Reichen werden immer reicher und die Armen werden immer ärmer.

Für die einfachen Menschen in El Salvator ist das Gleichnis zu einer Ermutigung geworden, das Spiel der Macht und des Geldes nicht mitzuspielen.

So gelesen geht es im heutigen Gleichnis nicht darum, wie Gott ist sondern Jesus zeigt den Zustand der Welt auf und was Jesus vom System seiner Zeit denkt. Jesus hat seine Jünger gelehrt, das Spiel der Macht und des Geldes nicht mit zu spielen. Und das Gleichnis von den anvertrauten Talenten wird so zum perfekten und entlarvenden Spiegelbild eines übersteigerten Kapitalismus.
Die Botschaft Jesu in diesem Gleichnis hieße dann: Wenn ihr die Wahrheit leben wollt, so wie der dritte Diener, dann werdet ihr anecken, dann müsst ihr den Preis dafür zahlen. Ihr könnt euer Leben nicht auf bequeme Wahrheiten aufbauen, die doch gar keine sind.

Diese befreiungstheologische Deutung ist keine leichte Kost. Österreich ist natürlich nicht El Salvador und ist auch unsere soziale Marktwirtschaft nicht mit dem ungebremsten Kapitalismus und der Rechtsunsicherheit in manchen Entwicklungsländern zu vergleichen.
Aber auch bei uns spüren immer größere Bevölkerungsteile die kalte Kehrseite des globalisierten Marktes.

Menschen fallen durch den sozialen Rost weil sie zu alt sind, zu wenig flexibel, weil sie körperliche oder geistige Einschränkungen haben. Es kann schneller gehen als man denkt - gerade jetzt, wo durch die Corona-Pandemie so vieles unsicher und un-planbar wird. Es steigt auch bei uns bei vielen Menschen die Angst und Sorge, wie das normale Leben zu bewältigen ist.

In dieser Deutung passt das Evangelium auch zum heutigen Elisabethsonntag und zum Welttag der Armen.

Lasst euch nicht täuschen von Herren, die euch loben und große Aufgaben in Aussicht stellen, die Euch aber im Gegenzug dazu verleiten, unbarmherzig und hart gegenüber Euren Nächsten zu sein.
Lasst euch nicht kaufen mit Versprechungen auf Macht und Geld zum Preis des Verlustes der Nächstenliebe.
Lasst Euch nicht täuschen vom Glanz des Reichtums, wenn sich die Macht des Geldes gegen das Wohl von Menschen richtet.

Wohlstand ist nicht grundsätzlich etwas Böses. In der Bibel lesen wir auch von guten und gerechten Gutsbesitzern und wir lernen, dass es auf den rechten Umgang damit ankommt.
Entscheidend ist es, innerlich frei zu bleiben, sich nicht gefangen nehmen zu lassen von der Sorge um Besitzerhaltung und Besitz-Vermehrung.

Und eines dürfen wir aber nicht vergessen - wir die war als Christen die Nachfolger Jesu sind:
Jesus hat sich immer auf die Seite der Benachteiligten, der Armen und der einfachen Leute gestellt.
Jesus hat uns ein einfaches Leben vorgelebt; kein Leben, in dem Sicherheit und Wohlstand eine Rolle spielten, sondern ein Leben in dem immer der Nächste das Wichtigste war.
Die Spiritualität Jesu war die des einfachen Lebens.
Amen.

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