Wer hofft, wird heilig!
Was lässt unser Leben gelingen?
Oder anders gefragt: Was macht uns selig?
Das heutige Evangelium gibt uns Antwort auf diese Frage in den uns ja sehr vertrauten "Seligpreisungen". Sie sind es wert, dass wir über sie wieder einmal
Jesus sieht die vielen Menschen vor sich.
Es sind keine außergewöhnlichen Menschen, es sind einfache Männer und Frauen, Kinder...
Leute wie du und ich.
Und diesen Menschen legt Jesus Haltungen und Einstellungen ans Herz, von denen er weiß, dass sie "selig" machen. "Selig" meint, dass sie zu einem gelungenen, geglückten Leben führen:
Die Armen preist er selig und die Trauernden.
Jene also, die unter erschwerten Bedingungen leben müssen, denen nicht alles in den Schoß fällt und die dennoch bestehen.
Jene auch, denen noch etwas nahe geht, die noch weinen können und deren Herzen noch nicht verhärtet und erkaltet sind. -
Die Sanften, Barmherzigen und die, die ein reines Herz haben.
Jene auch, die im Umgang mit den anderen auf Gewalt, verzichten. Jene, die im Nächsten zuerst das Gute sehen und seine Grenzen, Schwächen und Fehler durch Erbarmen verwandeln.
Jene, die dem Mitmenschen ohne Hintergedanken und ohne falsche Absicht begegnen.
Die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit und die Friedensstifter.
Jene also, die sich von der Not und dem Elend der Menschen berühren lassen, die Ungerechtigkeit in unserer Welt nicht einfach hinnehmen wollen.
Jene, die sich äußern, die anklagen, die sich auch selbst nicht schonen in ihrem Einsatz für andere.
Und auch jene, die um des Namens Jesu willen verfolgt und verleumdet werden.
Jene also, die ihre Werte und Überzeugungen nicht leichtfertig aufgeben, die konsequent bleiben, auch wenn es ihnen Nachteile bringt.
Diese Haltungen, die Jesus hier anspricht - die Barmherzigkeit, das Mitgefühl, die Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Frieden, die Beständigkeit, die Reinheit des Herzens - sie sind oft so quer zu dem, was sonst so üblich ist in unserer Gesellschaft:
Und man fragt sich: Sind sie nicht die "Verlierer", die sich so verhalten? Sind nicht diejenigen besser dran, die sich nicht kümmern um andere?
Jene, die "cool" und unberührt durchs Leben gehen,
die nichts und niemandem eine Träne nachweinen?
Sind nicht die besser dran, die alles an sich reißen, andere unter Druck setzen und über Leichen gehen?
Oder die, die sich immer wieder abputzen und sich aus allem heraushalten?
Sind nicht die besser dran, die sich für nichts und niemanden sich stark machen. Die sich immer und überall anpassen, um ja nicht anzuecken?
Es mag so ausschauen, dass es so gespielt wird in unserer Welt. Aber seien wir ehrlich: tief drin in uns, da wissen wir ganz genau, dass es anders ist.
Wir wissen, dass Jesus recht hat mit seinen Seligpreisungen und den Verheißungen, die sich daraus ergeben:
...den Armen gehört das "Himmelreich",
...die Trauernden werden getröstet werden,
wir werden Erbarmen finden, wir werden satt werden,
wir werden Frieden finden, wir werden Gerechtigkeit erleben, wir werden "Gott schauen"...
"Euer Lohn im Himmel wird groß sein." - heißt es am Schluss.
Und "der Lohn im Himmel" meint nicht irgendwann und irgendwo wird es diese "Belohnung" geben.
Hier und jetzt schon "lohnt es sich", hier und jetzt schon lässt sich der "Himmel" erfahren. Und einmal für immer.
Die Seligpreisungen Jesu sind für uns "lebensnotwendig". Sie dürfen uns nicht verloren gehen.
Sonst geraten wir in die "Hölle".
Die Seligpreisungen "öffnen uns den Himmel".
Sie bringen einen anderen Ton in unsere Welt.
Sie versprechen uns eine Qualität des Lebens und Zusammenlebens, die wir wahrscheinlich nie ganz erreichen - in dieser Welt, in dieser Zeit.
Aber wir dürfen darauf hoffen, dass es so wird -
"Alles wird gut - und es hat schon begonnen".
Die Hoffnung ist die Kraft, die uns aushalten lässt in all dem Durcheinander, in all dem Erdrückenden und Entmutigendem, das wir gerade jetzt - in dieser schwierigen Zeit - erleben und erleiden.
Die Hoffnung "heiligt uns" - hat es in der Lesung geheißen. "Wer hofft, wird heilig!"