Karfreitag: Gottesdienstfeier
Karfreitag ist der Tag, an dem nichts beschönigt wird. Kein schneller Trost. Kein frommes Zudecken. Kein billiges "Es wird schon wieder". Karfreitag schaut hin. Auf das Leiden. Auf Gewalt. Auf Verrat. Auf Angst. Auf Einsamkeit. Auf das, was Menschen einander antun können. Und auf das, woran Herzen zerbrechen.
Dieser Tag zeigt: Liebe ist nicht nur ein warmes Gefühl. Liebe hält aus. Liebe bleibt. Liebe läuft nicht weg, wenn es schwer wird. Jesus geht diesen Weg bis zum Ende. Nicht weil Leiden schon wäre. Nicht weil Schmerz heilig wäre, sondern weil seine Liebe nicht aufhort, selbst dort nicht, wo Menschen hassen, spotten, verletzen und töten.
Am Kreuz hängt keiner, der verloren hat. Am Kreuz hängt einer, der liebt. Einer, der nicht mit Hass antwortet. Einer, der nicht zurückschlägt. Einer, der bleibt, wo andere längst gegangen wären.
Karfreitag ist darum auch ein Spiegel: Was kreuzigt heute?
Was macht Menschen fertig? Was nimmt ihnen ihre Würde?
Wo werden Menschen ausgelacht, kleingemacht, ausgenutzt, aussortiert?
Wo schauen wir weg?
Woschweigen wir, obwohl wir reden müssten?