Jahresdankandacht
Welche Themen haben die Weltkirche und die Kirche in (Ober-)Österreich und in der Pfarre im Jahr 2021 beschäftigt?
Corona-Pandemie
War 2020 noch ganz vom Schock und der anfänglichen Ohnmacht gegenüber dem Sars-Cov-2-Virus sowie Debatten rund um Systemrelevanz angesichts von Lockdowns geprägt, so hat sich der Akzent mittlerweile deutlich verschoben: Im Zentrum stehen die mit den Corona-Schutzimpfungen verbundenen Hoffnungen auf Überwindung der Pandemie (Stichwort: "Gamechanger"), aber zugleich die Polarisierungen und Verwerfungen, die das Virus in der Gesellschaft verstärkt hat und die jetzt durch die Impfdebatte überdeutlich sichtbar werden.
Gereiztheit und Verhärtung im Blick auf die Impf-Debatte sind auch in der Kirche zu finden, obwohl die allermeisten die verschiedenen Corona-Schutzmaßnahmen bis hin zum Impfen befürworten und mittragen. Zur Erinnerung: Bereits im Dezember 2020 veröffentlichte die vatikanische Glaubenskongregation eine Note zum Impfthema.
Es wurde betont, dass die Impfung "in der Regel" freiwillig sein sollte. Freilich mit der Einschränkung, dass Impfen nicht nur von der Pflicht abhänge, die eigene Gesundheit zu schützen, sondern auch von der Pflicht, dem Gemeinwohl zu dienen.
Lebensrettende Vorbildwirkung
Soweit die Theorie. Wie diese interpretationsbedürftigen Worte umzusetzen seien, exerzierte dann die Kirchenspitze höchstpersönlich vor: Papst Franziskus ließ sich genauso wie sein Amtsvorgänger Benedikt XVI. impfen, beide sind inzwischen geboostert. In Österreich war Kardinal Christoph Schönborn einer der ersten Impf-Vorbilder, mittlerweile sind alle heimischen Bischöfe geimpft. Das stärkste Argument dabei kommt vom Papst selbst: Impfen ist ein Akt der (Nächsten-) Liebe, so der Pontifex immer wieder, der sich nicht davor scheut, dies auch im Rahmen von weltweiten Impfkampagnen zu betonen. Wie viele Menschenleben weltweit durch Wort und Vorbild des Papstes gerettet wurden und werden, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Weil in Österreich ab Februar 2022 eine gesetzliche Impfpflicht geplant ist, mussten sich auch die heimischen Bischöfe zuletzt damit befassen. Eine zeitlich befristete Impfpflicht sei als letzte Möglichkeit in der Pandemiebekämpfung zulässig, so das Urteil der Österreichischen Bischofskonferenz. Sie ist aktuell die erste, die sich zu dieser konkreten Fragestellung positionieren mussten.
Päpstliche Initiativen
Im Mai kündigte Papst Franziskus die Weltsynode an: einen zweijährigen Prozess, der in der Bischofssynode 2023 gipfeln soll. Der eigentliche Startschuss erfolgte im Oktober.
Nach langer Spekulation, ob Franziskus im November wohl persönlich zum Klimagipfel COP26 nach Glasgow reisen würde, blieb es bei einer Vatikan-Delegation um Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Gleichwohl brachte sich der Papst prominent in die Klimadebatte ein und bewährte sich einmal mehr als jene geistliche Leitgestalt, die auch alle anderen Religionen zu den großen Themen der Zeit zusammenbringen kann. So geschehen am 4. Oktober, wo der Papst mit rund 40 Religionsführern aus aller Welt erstmals einen gemeinsamen Klima-Appell veröffentlichte.
Groß war das Unverständnis im heimischen Kirchenvolk bei einem von der Glaubenskongregation im März veröffentlichen Segnungsverbot von homosexuellen Partnerschaften. Auch die österreichischen Bischöfe zeigten sich sichtlich reserviert und waren um Schadensbegrenzung bemüht. In der Kirche von Oberösterreich sind diese Segnungen gängige Praxis.
Assistierter Suizid
Zurück nach Österreich: Da musste sich die Kirche nicht nur mit dem Schutz des Lebens angesichts der Pandemie, sondern auch infolge einer höchstgerichtlichen Entscheidung im Kontext der Beihilfe zur Selbsttötung befassen. Die Bischöfe stehen dem Gesetzesentwurf sehr skeptisch gegenüber. Vor allem die MitarbeiterInnen in den zahlreichen kirchlichen Krankenhäusern und Heimen haben große Bedenken, denn sie verstehen sich als Orte des Lebens, wo man "nicht durch die Hand eines Menschen, sondern an der Hand eines Menschen" aus dem Leben scheidet.
Synodaler Prozess
Diese und viele anderen Themen werden Inhalt des weltweiten synodalen Prozesses sein, mit dem Papst Franziskus die Kirche überrascht hat, und der seit Mitte Oktober auf Ebene der Diözesen begonnen hat, so auch in Österreich. In diesem Prozess sollen weltweit Anliegen der Menschen gesammelt und bearbeitet werden.
Blitzlichter aus der Katholischen Kirche in Oberösterreich
In der Katholischen Kirche in Oberösterreich war das Jahr 2021 von Corona geprägt. Pfarren und Einrichtungen verstärkten ihr pastorales Angebot, um auch in der Pandemie nah bei den Menschen zu sein. Am 19. September gestaltete das Forum der christlichen Kirchen in Oberösterreich mit VertreterInnen von Judentum, Islam und Buddhismus auf Anregung des Landes Oberösterreich auf dem Maindeck des Ars Electronica Center in Linz. Beim Gedenken, das via Livestream übertragen wurde, wurde in Musik und Tanz, Wort und Gebet all jener gedacht, die an Corona erkrankt oder daran verstorben sind. Gemeinsam wurde Klage, Dank und Hoffnung zum Ausdruck gebracht.
Zukunftsweg
Auf dem Zukunftsweg wurden entscheidende Etappen zurückgelegt. Am 1. Februar informierte Bischof Manfred Scheuer die diözesanen MitarbeiterInnen und die Öffentlichkeit, dass er sich für eine Umsetzung des Zukunftsweges entschieden hat. Am 4. Mai 2021, dem Gedenktag des hl. Florian, unterzeichnete Bischof Scheuer die Gesetzestexte für die Umsetzung der neuen Pfarrstruktur. Mit der Veröffentlichung im Linzer Diözesanblatt wurden sie rechtsgültig. Im Herbst starteten die Pionierpfarren Linz-Nord, Braunau, Weyer, Schärding und Eferding den zweijährigen Umsetzungsprozess.
Quelle: Kathpress
Auch in unserem Dekanat Wels-Stadt hat sich schon etwas verändert.
Die beiden Dekanate Wels-Stadt und Wels-Land wurden aufgelöst und das neue Dekanat Wels eingerichtet. Zu diesem neuen Dekanat gehören jetzt die sechs Pfarren der Stadt Wels, Marchtrenk, Holzhausen, Buchkirchen, Wallern, Bad Schallerbach, Krenglbach, Pichl b. Wels und Gunskirchen. Diese 14 Pfarr-Teilgemeinden, wie sie dann heißen werden, werden in Zukunft die Pfarre Wels bilden.
Wann das Dekanat Wels den Umsetzungsprozess in die neue Pfarr-Struktur beginnen wird, ist noch offen.
Unser PGR hat sich in der November-Klausur mit diesem Thema beschäftigt und Einblick in die konkreten Maßnahmen bekommen.
Die Reaktionen darauf waren sehr unterschiedlich. Von, aufgrund des Personalmangels unausweichlich, bis sehr schwierig umzusetzen, war alles dabei. Vor allem deshalb, weil im neuen Konzept die Verantwortung der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen für die Leitung der Pfarr-Teilgemeinden massiv gestärkt wird.
Im März besuchte Bischofsvikar Vieböck unsere Pfarre im Rahmen der Visitation.
Einige neue Angebote und Aktionen gab es trotz Corona in unserer Pfarre: die Ein-Tages-Fußwallfahrt nach Eggendorf zum Beispiel, oder die besinnliche Gymnastik, die Jugendbesinnungen und die Jugendwanderung mit Margot Brucker, die Pop-Up-Church in der Kirche im Frühjahr, die Aktion zum Valentinstag mit dem Baum der Segenssprüche, die Vorbereitung zur Erstkommunion im Rahmen der Gottesdienste und nicht wie bisher in den Tischgruppen, der Beschluss des PGR eine Flüchtlingsfamilie aus den Griechischen Lagern aufzunehmen und zu betreuen, das Konzert für Orgel, Violine und Cello in der Kirche, oder die tägliche Adventgeschichte im Advent in unserer Kirche für die Kleinen.
Am letzten Abend des Jahres 2021 wurde auch auf einige Kennzahlen zurückgeblickt.
Im Jahr 2021 wurden in unserer Pfarre 21 Kinder getauft. 32 Kinder empfingen coronabedingt auf drei Feiern aufgeteilt die Erstkommunion. 28 Jugendliche wurden gefirmt. Drei Paare haben geheiratet. 53 Pfarrzugehörige sind im Jahr 2021 verstorben.