Sehnsucht nach Weihnachten
Liebe Pfarrgemeinde,
liebe Leserinnen und Leser!
Diese Zeilen schreibe ich an einem Tag, an dem die Corona-Maßnahmen wieder einmal verschärft wurden. Von Tag zu Tag steigt die Zahl der Infizierten und Kranken. Die Epidemie hat uns weiterhin fest im Griff und das wird auch in nächster Zeit so bleiben.
Wir werden heuer Advent und Weihnachten nicht so feiern können, wie wir es gewohnt sind und gerne hätten.
Aber: Advent und Weihnachten fallen deswegen nicht aus.
Wir werden Möglichkeiten suchen und auch finden, Advent und Weihnachten entsprechend zu feiern, im privaten Bereich und in unserer Pfarrgemeinde.
Es wird uns jetzt immer dringend ans Herz gelegt:
"Soziale Kontakte vermeiden!" - "Abstand halten!" - "Maske tragen!"
Damit wir uns selbst und andere schützen. Ich befürworte diese Maßnahmen.
Sie sind notwendig im Kampf gegen die Epidemie.
Normalerweise wünschen wir uns aber doch genau das Gegenteil.
Wir brauchen "Kontakte", um nicht zu vereinsamen.
Wir sehnen uns nach "Nähe" und Berührung, weil wir uns auch spüren möchten.
Wir wollen uns nicht hinter "Masken" verstecken, sondern von "Angesicht zu Angesicht" einander begegnen.
Im Advent nimmt man sich gerne etwas vor.
Ich wünsche mir, dass wir uns vornehmen: einander zu schützen.
Ich möchte aber auch etwas vorschlagen, das vielleicht zunächst "verrückt" klingt.
Ich wünsche mir, dass wir im Advent:
"Kontakte suchen und pflegen!" - "Nähe zulassen!" - "Maske ablegen!"
Ich versuche es zu erklären, wie ich das meine: "Kontakte suchen und pflegen!"
Zunächst den Kontakt zu sich selbst, mit dem, was sich im eigenen Leben abspielt.Die Zeit dafür und die Ruhe, die man braucht, dürfen wir uns gönnen.
Es gibt auch "Kontakte", die man vernachlässigt oder ganz verloren hat.
Sie wieder zu suchen und zu pflegen, wird manchmal sehnsüchtig erwartet.
Dass wir für neue Kontakte offenbleiben, halte ich auch für wichtig.
"Nähe zulassen":
Gibt es nicht auch manche Menschen in unserem Umfeld, zu denen wir zu großen Abstand halten? Weil sie uns fremd sind oder einfach lästig?
Es gibt Menschen, die unsere Nähe suchen und brauchen.
Es gibt auch Menschen, nach deren Nähe wir uns sehnen.
"Maske ablegen":
Zu oft verstecken wir uns. Wir machen uns selbst und anderen etwas vor.
Nicht immer zeigen wir "unser wahres Gesicht".
Wir sind auf dem Weg - durch den Advent - hin zum Weihnachtsfest.
Gehen wir diesen Weg heuer vielleicht bewusster und inniger als sonst!
So wünsche ich allen einen besinnlichen Advent
und ein tief empfundenes gesegnetes Weihnachtsfest.
Mit herzlichem Gruß,
Johann Bräuer, Pfarrmoderator
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Johann Bräuer