300 Jahre Kirchturm: KBW-Vortrag
Mit Zeichnungen von der Gestalt der Barockkuppel bis hin zu der Analyse des einstigen Glockengeläutes gab es interessante Aspekte des Turmbaus. Dazu waren eine große Menge an verschiedenen Handwerkern und Tagwerkern notwendig, die in den Lohnlisten aufscheinen. Mag. Ulbrich versuchte sogar, von jedem einzelnen die Herkunft zu ermitteln und kam drauf, dass die meisten Handwerker beim Turmbau aus Waldneukirchen stammten. Es handelte sich aber nicht um "Robot"-Arbeit, sondern um bezahlte Leistungen. Je höher der Turm wurde, umso höher wurden auch die Tageslöhne. Es gab also eine Art "Gefahrenzulage". Weder in den Sterbematriken noch im großen Akt des Turmbaus findet sich eine Eintragung über ein Unglück oder einen Todesfall. Es ging alles sehr gut voran und mit Allerheiligen war der Bau 1723 abgeschlossen. Da es keine Aufzeichnungen über den Ankauf von neuen Glocken gab, ist die Annahme berechtigt, dass die alten Glocken und auch der Glockenstuhl höher gehoben und weiter verwendet wurden.
Auch die Legende um das Zügenglöcklein, das angeblich vom Teufelsturm stammen soll, bekam eine neue Facette, denn möglicherweise stammt diese vom einstigen gotischen Dachreiter und wurde anlässlich des Turmbaus in den Glockenstuhl transferiert.
Der spannende Vortrag wurde vom gemütlichen Beisammensein mit Bio-Schäfer-Wein aus dem Steyrtal und köstlichen Brötchen der KBW.Teams beendet.