Kräuterweihe, Tag der Tracht und das Magnifikat
Mit dem Lied "Maria, dich lieben ist allzeit mein Sinn" wurden die vielen Mitfeiernden - die meisten davon schön gekleidet in Tracht - am 15. August 2026 in das Thema des Festtages Mariä Himmelfahrt eingestimmt.
Maria Resch, Leiterin der Wort-Gottes-Feier, wies einleitend darauf hin, dass an diesem Feiertag das Glaubenszeugnis der besonderen Zuwendung Gottes zu Maria gefeiert wird. "Wir dürfen glauben, dass Gott Maria am Ende ihres Lebens in den Himmel aufgenommen hat und ihr Grab leer blieb. Nur ein herrlicher Blütenduft und der Geruch von Heilkräuter erfüllte die Grabstätte."

Kräuterbüschel der Goldhaubengruppe Schönering
Auch Eva Riepl, Leiterin der Goldhaubengruppe Schönering, begrüßte die Festtagsgemeinschaft zu diesem traditionellen Fest, das mit der Kräuterweihe und dem Tag der Tracht in unserer Pfarrgemeinde verbunden ist. Für die beliebten Kräuterbüschel sammelten die Goldhaubenfrauen wieder fleißig Kräuter, die durch die lange anhaltene Trockenheit heuer sehr aromatisch sind und intensiv duften. Die Kräuterbüschel sollen Gottes Schutz und Segen für Mensch und Tier bringen und uns vor Gewitter, Unheil und Krankheit bewahren.
In ihren Predigtgedanken bezog sich Maria Resch auf die Lesung aus der Offenbarung des Johannes (Offb 11, 19a; 12, 1–6a.10ab) und auf das Evangelium nach Lukas (Lk 1, 39–56), das von der Reise Marias zu Elisabeth und der huldigenden Begrüßung durch Elisabeth erzählt. Beide Bibelstellen sind uns sehr vertraut, und der Text des Evangeliums floss auch in sehr bekannte Gebete und viele geistliche musikalische Werke ein.

Wort-Gottes-Feier in der Pfarrkirche
Seit dem zweiten Vatikanischen Konzil in den sechziger Jahren beten und singen wir in unserer Muttersprache. Aber in den vielen Jahrhunderten davor, in denen geistliche Musik komponiert wurde, war überall Latein die Sprache der Messe. Da war es egal, woher der Komponist stammt, sei es Antonio Vivaldi aus Italien, Camille Saint-Saens aus Frankreich oder J.S. Bach aus Deutschland. Von diesen drei Komponisten hörten wir Werke im Rahmen des Festgottesdienstes, großartig gesungen von Katharina Füreder und Christine Pichler. Begleitet wurden die zwei Schwestern von Martin Weiß an der Orgel.
In den geistlichen Gesängen gilt bis heute der lateinische Text, weshalb sich Maria Resch aus gegebenen Anlass – musikalisch und dem Fest entsprechend - mit dem Magnifikat, dem Lobgesang der Maria aus dem Lukasevangelium, und den wunderschön gesungenen lateinischen Werken beschäftigte.
Lk 1,46b-54 Magnifikat
Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Katharina und Christine sangen Werke von Antonio Vivaldi, Camille Saint-Saens und J.S. Bach.
Der Willkommensgruß Elisabeths, „Gesegnet bist du unter den Frauen“ beten wir im Gegrüßest seiest du Maria nach dem Vater unser und hörten wir im Ave Maria, das als Schlusslied erklang. Bei diesen herrlichen Klängen von „Ave Maria, gratia plena, Dominum tecum“ spürten die Mitfeiernden, was es heißt, wenn die Tore des Himmels weit offen stehen.
Maria Resch segnete die Kräuterbüschel und bedankte sich bei den fleißigen Goldhaubenfrauen für die Vorbereitung und Mitgestaltung dieses Hochfestes, bei den Sängerinnen Katherina Füreder und Christine Pichler, beim Organisten Martin Weiß, bei unserer Mesnerin Traudi Möstl und unseren Ministrantinnen.
Nach dem Gottesdienst verteilten die Goldhaubenfrauen die geweihten Kräuterbüschel bei den Kirchenausgängen. Einen gemütlichen Abschluss der sehr schönen traditionellen Feier bildete die Agape im kühlen Schatten vor der Kirche.
