Ein ganz zentrales Element in unserem Haushalt ist das Schraubglas. Gläser von Essiggurkerl oder Marmelade werden selten weggeworfen. Denn in den letzten Jahren haben wir kontinuierlich Abschied genommen von Plastikdosen, von Kunststoff-Frischhalte-Boxen jeglicher Art. Fast … Stattdessen haben die altbekannten und wirklich bewährten Gläser mit Schraubverschluss Einzug gehalten im Kühlschrank, Tiefkühlschrank und Speiskammerl (verstehen die Jungen dieses Wort überhaupt noch???).
Wenn man heutzutage weiß, dass Mikroplastik in unseren Körpern, in den Fischen, im Boden und überhaupt ÜBERALL drin steckt, ist der Schritt zum Glasgefäß nur logisch. Denn mit jedem Geschirrspül-Vorgang werden mikroskopisch kleine Teile der Kunststoffbehälter ins Wasser gespült. Beim Glas: NULL davon!
Was beherbergen unsere Gläser? Eigentlich alles … fast alles: selbst gesammelte Brennnesselsamen, Gewürze, Getreide, Haferflocken, Grieß, Teeblätter, Kaffee, Reis, getrocknete Orangenschalen, Sesam, Leinsamen, Porridge, Reste vom Mittagessen, …
Ungefähr einmal im Monat treffe ich mich abends mit meinen alten Freundinnen aus Stadl-Paura. Plaudern, Essen und gemeinsam Spiele spielen. Immer wieder gehen da auch Kleidungsstücke durch die Runde, die jemandem nicht mehr passen oder gefallen. Wer ein Stück mag, behält es. Auf diese Weise habe ich mir tatsächlich schon jahrelang kein neues Kleidungsstück gekauft!
Warum ich so ungern Gewand shoppe, liest du unter „MEHR“.
Helena hat mich eingeladen, mit ihr zum Biohof Harrer in Meggenhofen zu radeln, um uns das Sortiment im dortigen Hofladen anzuschauen. Wir sind beeindruckt von der Auswahl, der Qualität und der Freundlichkeit der Bäuerin. Es gibt sogar unverpackte Linsen, Müsli und Dinkelreis. Nächstes Mal werden wir eigene Gefäße mitbringen und so jegliche Verpackung einsparen.
Mit vollgepackten Taschen radeln wir durch die Abendsonne heimwärts.
Erst vor ein paar Tagen war ich gemeinsam mit Helena in einem Vortrag von Dr. Helga Kromp-Kolb, der mich zutiefst bedrückt hatte. Die Fakten über die Klimakrise sind einfach niederschmetternd. Nun aber genieße ich den Fahrtwind und die angeregten Gespräche mit dieser außergewöhnlichen, jungen Frau. Sie lässt sich nicht entmutigen, sondern tut einfach alles, was sie kann, um unsere so zerbrechliche Erde zu schützen. Und auch ich komme seltsam getröstet daheim an. Wir haben einen kleinen Schritt getan.
Oberfils – Radhof 18,4 km hin und retour, 3,41 CO₂ (kg) Ersparnis.
Fotos und Infos zum Hofladen lies bitte unter MEHR nach.
Seit Jahren holen wir unsere Milch von Fam. Stöger in Niederbuch/Meggenhofen. Richtig gute Bauernhofmilch. Rohmilch, wie man sie kaum noch irgendwo bekommt. Seit Jahren schlummert in mir der Wunsch, das „Käsen“ doch mal selber zu probieren. Gestern war es dann soweit. Seminarbäuerin Martina Sallaberger zeigte 14 interessierten Workshop-Teilnehmenden, wie man Topfen, Joghurt, Frischkäse und Mozzarella selber machen kann. Ihre Liebe zum Käsen war ansteckend, ihre fachlich kompetenten Infos und praktischen Tipps sehr hilfreich. In einem Stück Mozzarella oder in Frischkäse-Bällchen stecken ganz schön viele Handgriffe, viel Arbeitszeit und viel Wartezeit, bis man den nächsten Schritt tun kann. Und trotzdem: Es ist ungeheuer befriedigend, einen selbstgemachten Käse zu verkosten. Heute Früh erreichte mich eine Nachricht auf WhatsApp. Andrea hat schon Käseformen und Abtropfgitter auf „willhaben“ ergattert. Sie wird bald loslegen. Helena, Helga und ich sind auch schon angesteckt vom Käse-Fieber.
Gestern habe ich Bärlauch gepflückt an der Ager. Unglaublich, wie dicht und frisch grün er dort am südseitigen Ufer steht. Mit den ersten Brennesselspitzen aus dem Garten, feinem Giersch und den Löwenzahnblättern habe ich heute eine „Unkrautsuppe“ ausprobiert. Nicht sehr anziehend, dieser Name. Geschmeckt hat es aber echt köstlich, unser heutiges Mittagessen.
Nur damit keine Zweifel hochkommen: Um zur Ager zu gelangen, bin ich selbstverständlich mit dem Bus nach Lambach gefahren!
Das Rezept aus dem Kochbuch „Weils dahoam am bestn schmeckt“ der Gunskirchner Bäuerinnen können Sie nachlesen unter „Mehr“.
Immer wenn Hans und ich in der Kirche in Pennewang zum Musizieren dran sind, kopieren wir die Noten für die Band und den ganz kleinen Chor. Wir verwenden dafür bereits einseitig bedrucktes Papier. Das spart Ressourcen. Schafft aber auch Irritation und Ablenkung! Es kann sein, dass die Musiker und Sängerinnen die Rückseite der Noten so interessiert studieren, dass sie ihren Einsatz fast verpassen ;-))))
Mit dem Rad bin ich langsamer unterwegs als mit dem Auto. Da halte ich leichter an für ein kleines Plauscherl, wenn ich liebe Bekannte treffe. Und ich sehe mehr. Leider nicht nur die Blumen, die jetzt überall aus dem Boden sprießen, sondern dazwischen auch einiges, das dort nicht hingehört. Und auch da halte ich mit dem Rad leichter an als mit dem Auto, um solchen Müll aufzuheben. Meine heutige traurige Ausbeute von drei Kilometern Filserstraße: Fünf Aludosen und eine Plastikflasche! Ich freue mich schon, wenn endlich die Einweggebinde ohne Pfand aufgebraucht sind und dann weniger in der Natur liegt – oder ich durch Rückgabe reich werde ;)
Renate aus Pennewang