Zustimmung erforderlich!Bitte akzeptieren Sie Cookies von "piwikpro" und laden Sie die Seite neu, um diesen Inhalt sehen zu können.
Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Wir
  • Pfarrleben
  • Erinnerungen
Hauptmenü ein-/ausblenden Startseite Suche ein-/ausblenden Barrierefreiheit-Einstellungen ein-/ausblenden
Pfarre Oberkappel
Pfarre Oberkappel
Barrierefreiheit Einstellungen
Schriftgröße
  • A: Schriftgröße: normal
  • A: Schriftgröße: groß
  • A: Schriftgröße: sehr groß
Kontrasteinstellungen
  • A: Standardfarben
  • A: Gelb auf Schwarz
  • A: Schwarz auf Gelb
  • A: Weiss auf Blau
  • A: Blau auf Weiss
Inhalt:

Umgang mit Krankheiten

14.02.2021

Zustimmung erforderlich!Bitte akzeptieren Sie Cookies von Youtube und laden Sie die Seite neu, um diesen Inhalt sehen zu können.

 

Sie lädt uns ein die Verantwortung für das Gemeinwohl wahrzunehmen. Sie appelliert an uns weiter zu denken, als die Nase lang ist. Und sie will, dass wir unsere ganze Verfassung, unter die Allmacht Gottes stellen.

Schriftstellen:

Lesung aus dem Buch Levitikus 13,1-2.44-46 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 1,40-45.

 

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Einen medizinisch klingenden Abschnitt aus dem Buch Levitikus haben wir in der Lesung gehört. Ist jemand an Aussatz erkrankt, soll er abgesondert werden, quasi in Quarantäne, damit er nicht das ganze Lager ansteckt. Dieser alte Text hat schon eine „gewisse“ Ähnlichkeit mit den Corona-Verordnungen, die wir derzeit erleben. In einer Zeit, in der der Corona-Virus omnipräsent ist, lässt ein solcher Text aufhorchen. Er zeigt einen konsequenten Umgang mit einer ansteckenden Krankheit in der damaligen Zeit, die medizinisch und hygienisch nicht jene Möglichkeiten kannte, wie wir heute. Was können wir von diesem Text mitnehmen, gerade auch für unsere Zeit? Ich denke eine ganze Menge.

 

Erstens: Verantwortung für das Gemeinwohl wahrnehmen! Wir haben Verantwortung nicht bloß für unsere eignes Leben, sondern auch für das unserer Mitmenschen. Diese Verantwortung muss uns verschiedenartig bewusst werden. Es ist Verantwortung nach unseren Möglichkeiten Ansteckung zu verhindern, indem wir vor allem die Risikogruppe schützen. Es ist da Verantwortung, besonders auch für junge Menschen, denen aufgrund der fehlenden Kontaktmöglichkeiten, in der jugendlichen Entwicklung etwas fehlt. Verzicht ist hier für junge Menschen oft schwer, weil viele Erfahrungen, die zur Jugendzeit gehören, oft fehlen. Es ist aber auch die Verantwortung für ältere Menschen, die nun oft sehr einsam sind, und die diese Situation nicht mehr verstehen. Menschen in Pflegeeinrichtungen erwischt es hier oft sehr hart, wobei wir uns schon ganz ehrlich fragen müssen, wie wir die Verantwortung vor Corona für die Älteren wahrgenommen haben. Eine Mitarbeiterin im Pflegedienst eines Altenheimes hat mir gesagt: „Jene, die zuvor ihre Angehörigen kaum bis nie besucht haben, regen sich jetzt oft am allermeisten auf, weil sie in den Besuchsmöglichkeiten beschränkt sind. Wir haben eine Verantwortung für unsere Mitmenschen und für unsere Welt. Unsere Welt ist keine heile Welt, zurzeit sehr verwundet. Wir können schon etwas tun, dass sie etwas heiler im ganzheitlichen Sinn wird. Hut ab, vor der Verantwortung im Volk Israel, von der dieser Text zeugt.

 

Zweitens: So ist dieser Text für mich auch ein Plädoyer fürs Weiterdenken. Man dachte weiter: Was ist, wenn jemand das ganze Lager ansteckt? Was hat das für Folgen? Ich glaube dieses Weiterdenken über die Pandemie hinaus brauch wir auch. Irgendwann wir die Pandemie zu Ende gehen und wir wieder halbwegs in eine neue Normalität hineinkommen. Aber da gilt es schon jetzt weiterzudenken: Wie wird das wirtschaftlich werden? Die junge Generation wird noch viel zurückzahlen müssen. Die Mentalität des Immer-Mehr und Immer-Besser, die uns zu eigen ist, wird wohl nicht mehr in der alten Form funktionieren. Wie wird es im ehrenamtlichen Engagement weitergehen? Viele Menschen sind es gewöhnt zuhause zu bleiben, wo es auch ganz gemütlich ist? Wird man noch so gern am Abend eine Veranstaltung, einen Verein etc. besuchen. Wir sollen schon Weiterdenken und versuchen ganz realistisch nach vorne schauen. Vor allem sollen wir in diesem Zusammenhang nicht abergläubisch werden. Darüber habe ich für das kommende Pfarrblatt geschrieben.

Wer die mediale Berichterstattung verfolgt und etwas hineinhorcht, was die Menschen bezüglich Corona so denken, kann allerhand Aberglauben entdecken. Ich möchte nicht auf nähere Details eingehen, aber es geistert viel herum, meist unter den Extremen von Verharmlosung und Überspitzung. Es ist interessant, was alles geglaubt wird. Bewahrheitet sich hier jene Weisheit, dass dort, wo der wahre Glaube durch die eine Türe verschwindet, der Aberglaube, durch die andere Türe hereinkommt? Was hilft dagegen? Ich sage eines: Realistisch bleiben, den Glauben stärken, einander Mut machen. Auf den Glauben kommt es jetzt an, nicht auf das Freizeitprogramm. Die Corona-Maßnahmen, die uns auferlegt werden, sind belastend, aber zu unserem Schutz. In allem, was wir erleben und erleiden, bitte nicht abergläubisch werden, sich nicht verrückt machen lassen und vor allem niemals in die Falle von Verschwörungserzählungen tappen! Sei nicht abergläubisch, sondern gläubig!

 

Drittens: An Gott denken! Im Buch Levitikus wird die Erkrankung in den religiösen Kontext gestellt. Der Priester erklärt den Aussätzigen für rein bzw. unrein. Der biblische Mensch bringt sich in seiner Ganzheit vor Gott und versteht sich von Gott her, auch in der Krankheit. Man dachte in der Krankheit an Gott und brachte sich von Gott. Genau das ist es, was wir in der Corona-Situation tun können. An Gott denken, und uns vor Gott bringen. Das tut für mich im Evangelium dieser Aussätzige. Wie er es tut ist interessant. Er nähert sich Jesus und fällt vor ihm auf die Knie. Er vollzieht die Demutsgeste der Unterwerfung unter Gott. Auch die Worte des Aussätzigen unterstreichen das. Keine Forderung, keine bitte, sondern die Anerkennung Gottes als oberstes Souverän: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen! Kniefall und Worte des Kranken bringen die Anerkennung Gottes ohne, wenn und Aber zum Ausdruck. Diese Anerkennung bringt dem Leben des Kranken Frucht. Nicht die Mündigkeit des Einzelnen, nicht das eigene Ich mit dem ständigen Streben nach Selbstverwirklichung bringt wirksame Hilfe, sondern nur die Allmacht Gottes. Und, was passiert? Der Herr reagiert. Er heilt den Kranken. Wir können Corona nicht wegbeten, leider, aber wir können zurückfinden zur absoluten Anerkennung Gottes, dann wird manches auch in dieser Zeit leichter. Dann werden wir ein Stück weit entlastet, weil wir wissen, dass der Herr dahinter steht. Wir können vor Gott nur in die Knie gehen und ihn in Demut bitten.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Dieser alte Text aus dem Buch Levitikus zeigt uns, dass die Bibel nichts Verstaubtes ist. Sie ist aktuell für jede Zeit, gerade auch für unsere Situation. Sie lädt uns ein die Verantwortung für das Gemeinwohl bei zutragen. Sie appelliert an uns weiter zu denken, als die Nase lang ist. Und sie will, dass wir unsere ganze Verfassung, unter die Allmacht Gottes stellen. Die Anerkennung der Allmacht Gottes ist Voraussetzung für jedwede Hoffnung. Amen.

 

 

 

Pfarrer Mag. Maximilian Pühringer, O.Praem.

 

zurück

nach oben springen
  • Kontakt
    • Impressum
    • Datenschutz
Pfarre Oberkappel


Falkensteinerstraße 12
4144 Oberkappel
Telefon: 07284/206
Mobil: 0676/88084811
pfarre.oberkappel@dioezese-linz.at
http://www.pfarre-oberkappel.at
Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Herrenstraße 19
4020 Linz
Ihr Kontakt zur
Diözese Linz
anmelden
nach oben springen