Donnerstag 13. Dezember 2018
Pfarre Enns-St. Marien

Pfarrgeschichte von Enns-St. Marien

 

Vorgeschichte 


Die erste frühchristliche Kirche entstand im 5. Jhdt. aus einem römischen Privathaus – erbaut im 2. Jhdt., umgebaut im 3. oder frühen 4. Jhdt. – entstand diese erste Kirche.

Die Archäologen nehmen an, dass im 12. Jhdt. am selben Platz eine romanische Kirche gebaut wurde. (Unterbau des Kirchturmes aus römischem Baumaterial.)

(Die Maria Anger-Kirche entstand ebenfalls auf „römischem Terrain“ . Legionslager – und wurde um 1100 romanisch erweitert. Eine weitere – gotische – Erweiterung war im 14. Jhdt. Diese Kirche war nie Pfarrkirche, sondern Wallfahrtskirche – Votivbild aus dem Jahre 1683. 1792 wurde die Kirche angerissen.)

Der heutige gotische Bau entstand 1285 – 1291, der Chorraum dürfte nach 1300 entstanden sein.
Diese Kirche war die (alleinige) Pfarrkirche von Enns bis 1553.

Im Zuge der Reformation zogen sich die Minoriten aus Enns zurück, ihre Kirche stand leer. Die Kirche war 30 Jahre Kirche der Ennser Protestanten. Mit der Translationsurkunde vom 22. 8. 1553 übertrug König Ferdinand I. (später Kaiser) die Pfarrrechte auf diese leer stehende Kirche im Altstadtgebiet.

(Die Minoriten wurden im Mittelalter aus sozialpolitischen Gründen in die Städte geholt. – Teilweise Armut der städtischen Bevölkerung durch Landflucht. In der Gegenreformation kamen 1644 die Minoriten wieder nach Enns, mussten sich aber mit einer Kapelle als Gottesdienstraum begnügen (heutige Sakristei).

Durch die Reformen Josef II. wurde 1784 das Kloster aufgelassen.

Schon bei der Ansiedlung der Franziskaner 1859 war geplant, ihnen die Lorcher-Kirche als ihre Klosterkirche zu übergeben, denn eine Pfarre braucht auch ein Pfarrzentrum mit Saal usw. Dieser (geheime) Plan sah vor, dass die Franziskaner die Lorcherkirche übernehmen und in der Nähe der Kirche ein neues Kloster bauen sollten. Wie die Geschichte zeigt, hat man nach den geschichtlichen Gegebenheiten entschieden. Die Lorcherkirche sollte wieder (Mutter-) Pfarrkirche werden und die Franziskaner sollten ihre Klosterkirche wieder bekommen.

Durch die am 1.1. 1968 erfolgte Pfarrteilung von Enns auf

Enns-Nord = St. Laurenz
Enns-Süd = St. Marien

erhielten die Franziskaner ihre ursprüngliche Klosterkirche zurück und sind seither die Pfarrherrren dieser Pfarrgemeinde.

Pfarr- und Klosterkirche Enns – St. Marien

Um 1276 wurde mit dem Bau – ganz im Sinne der Bettelordensarchitektur – begonnen. Sie ist somit eine der ältesten Bettelordenskirchen in Österreich. Das Langhaus hatte – wie bei Minoritenkirchen damals üblich – eine (höher gelegene) Holzdecke.

Der Chorraum wurde im 1. V. des 14 Jhdts. gebaut-
Das Langhaus wurde in der 2. H. des 15. Jhdts. mit einem einfachen Kreuzrippengwölbe versehen. (Auf ein reicheres Netzrippengewölbe – wie zu dieser Zeit üblich – wurde wegen des Armutsideals verzichtet.)
Im Zuge der Gegenreformation, auch in Hinblick auf den damals modernen Baustil des Barock wurde die Kirche mit einer Barockausstattung versehen. Die Chorfenster wurden zugemauert und ein bis zur Decke reichender Barockaltar sowie vier Seitenaltäre und der Kirchturm errichtet.

Ende des 19. Jhdts. wurde die gesamte Barockeinrichtung entfernt, die Chorfenster wieder geöffnet und nach dem damaligen Geschmack durch neugotische Altäre ersetzt.

Nach der Pfarrteilung 1968 kam es zur umfassenden Sanierung und Rückführung des Baues auf den ursprünglichen Zustand. Die neuen Fenster im Chorraum gestaltete Markus Prachensky zum Thema Sonnengesang des Hl. Franziskus.

Die Wallseerkapelle
Nicht zu Unrecht gilt sie als Kleinod gotischer Baukunst in Österreich und hat eine beachtliche entwicklungsgeschichtliche Bedeutung. Die Aussen- und Innenarchitektur hebt sich von der einfachen Bettelordensarchitektur ab. Sie wurde um 1343 erbaut.

Der Kreuzgang
Vermutlich wurde er im 15. Jhdt. gebaut.

Hinweis für interessierte Besucher - Kirchenführer liegt in der Kirche auf.

Im Zuge einer Stadtführung wird u. a. auch die Pfarrkirche Enns-St. Marien besucht. Rechtzeitige Anmeldung bei der Touristeninformation ist notwendig. 4470 Enns, Hauptplatz 19. Tel. 07223/82777.

Sie können auch zu einer eigenen Kirchenführung kommen. Rechtzeitige Anmeldung im Pfarramt Enns-St. Marien, Kirchenplatz 6, 4470 Enns, Tel. 07223/82855.
Bei der jeweiligen Anmeldung können Sie ihr spezielles Interesse bekanntgeben.

Textzusammenstellung: Alfred Hudec

 

 

Pfarrkirche Enns-St. Marien
 

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