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Mi. 08.10.25

NACHLESE - Angel.Punkte 2025 mit Manfred Holzleitner

Gedanken zum Angelus-Gebet (mit anschließender Stiller Anbetung).

A n g e l . P u n k t e  i m  O k t o b e r 2025
Das Angelus-Gebet „Der Engel brachte Maria die Botschaft“ erfüllt einerseits mit ungläubigem Staunen, ob so etwas denn wirklich stattgefunden hat; andererseits sollten wir uns einfach auf unsere Erfahrung mit Begegnungen verlassen, die uns gar nicht so selten verwundert die „Augen reiben“ lassen.

Das spricht auch aus dem Bild der Gottesmutter mit Kind im Kreuzgang der Dominikanerkirche in Krems: Links steht ein Mensch mit zurückgebeugtem Kopf, der sich die Stirn mit der Hand bedeckt, weil ihm für einen Augenblick eine Schau in den Himmel geschenkt wird. Das verdeutlicht der spätmittelalterliche Maler, indem er am oberen Bildrand einen goldenen Vorhang hochzieht. Ja, es gibt dieses erfüllte „Sehen“ des Anderen und „Hören“ auf das Gegenüber, das geschenkte tiefe Vertrauen in das Ich und Du. Es ist das Vertrauen in den „Klangkörper, den wir erzeugen, wenn wir den anderen wirklich sehen“ (dieses wunderbare Zitat entstammt der Festrede von Jagoda Marinic bei der Eröffnung des heurigen Brucknerfestes).

Diesem Klang der Engelsbotschaft haben wir in drei Angel.Punkten (17./24./31. Oktober), jeweils um 17.00 Uhr (Zeit des "Angelus-Läuten") in der Basilika St.Laurenz nachgehorcht.
Manfred Holzleitner

NACHLESE der Angel.Punkte vom Oktober 2025

 

ANGEL.PUNKT 1 - 17. Okt. 2025

Über Marienfreude

Das wunderbare Bild der Verkündigungsszene hat uns Lukas übermittelt. Es hat Legionen von Künstlerinnen und Künstler inspiriert Raffael, Leonardo da Vinci, Jan van Eyck bis in die Moderne). Auffällig ist, dass die Darstellungen fast immer einen Ausblick durch Fenster oder Türen (monumental bei Raffael) in eine ferne, idealisierte Landschaft gewähren. Maria wird oft als von ihrer Bibellektüre aufschauend gezeigt. Manchmal wird Maria auch als Schwangere, mit vorgewölbtem Bauch abgebildet. So im berühmten Stundenbuch König Heinrichs VIII von England.

Mir scheint diese Version eine treffliche und glückliche Version dessen, was die Bibelstelle im griechischen Urtext beschreibt. Denn der Engelgruß: „Gegrüßet seist du Maria voll der Gnade“ sollte richtiger übersetzt heißen, dem griechischen Urtext „chaire kechairitomene“ folgend: Freue dich, du Freudenangefüllte! Denn diese überschwängliche Freude, dieses vor Freude schwanger sein, öffnet Maria ganz für die Gegenwart und das Wirken Gottes. Sie ermöglicht Gottesgeburt in uns.

Dem Bild von den offenen Fenstern und Türen beim Erscheinen des Engelsboten folgend möchte ich ihnen einen spirituellen Gedanken anbieten, der mich in der letzten Zeit sehr geprägt hat, ja umgemodelt (von lat. mos: Brauch, Gewohnheit, Sitte) hat. Ich bin eines Abends, beim Beten, inne geworden, dass mein Beten ein, wohl gut gemeintes, Bestürmen Gottes für mich und für andere ist. Da stand plötzlich das Bild vor meinen Augen, dass ich damit fast immer Gott „mit der Tür ins Haus falle“. Das wird manchmal sein dürfen. Viel gescheiter ist es, Gott alle Türen in mein Innerstes zu öffnen, ihn in alle Zimmer, Abstellräume und dunkle Kammern einzulassen und einzuladen, mein Denken, Fühlen, Wollen, Wissen, Verstehen, mein Herz und alle meine Sinne mit Christus ans Licht zu bringen, ins Licht zu stellen.

Diese Absicht dürfen wir auch allen Künstlerinnen und Künstlern unterstellen, wenn sie überall offene Fenster und Türen bei der Begegnung des Erzengel Gabriel mit Maria, der Gottesmutter, ins Bild setzten. Besonders trifft dies beim schon erwähnten Raffael (Sanzio da Urbino 1483 – 1520) zu, der die Verkündigungsszene vor zwei gewaltigen, offenen Torbögen darstellt und Maria den rechten Zeigefinger heben lässt, die damit den Engel auf Distanz hält im freudigen Erschrecken, dass das, was sie soeben in der Bibel lesend verinnerlicht hat, in der Realität sichtbar wird: Gott beantwortet die Liebe des freudenschwangeren Mädchens Miriam mit ebensolcher Liebesfreude, indem er Mensch wird in einer und durch eine Frau!

Manfred Holzleitner

 


ANGEL.PUNKT 2 - 24. Okt. 2025

abstrakt

Über Maria die Gottliebende

Offene Türen, Tore und Fenster bilden den Hintergrund vieler berühmter Gemälde der Verkündigungsszene. Im schon erwähnten wunderbar illustrierten Stundenbuch Heinrich VIII von England (um 1500 illustriert von Jean Poyer, gest.1503) wird Maria deutlich als Schwangere mit vorgewölbtem Bauch dargestellt. Diese wundersame Interpretation beruht auf einer Fehldeutung der Bibelstelle:“ Im sechsten Monat (gemeint ist aber der sechste Monat des jüdischen Kalenders; oder es ist Elisabeth gemeint, die im sechsten Monat mit Johannes d. T. schwanger war) wurde geschickt der Engel Gabriel von Gott…zu einer Jungfrau…

Ganz richtig scheint mir der spätmittelalterliche Illustrator aber mit seiner Bildsymbolik zu liegen, nämlich, Maria als die vor Freude Schwangere zu zeigen. Denn der Engelgruß im griechischen Urtext (chaire, kechairitomene) lässt sich sehr gut mit: Freue dich, du Freudenschwangere übersetzen! Dieses Kraft-WORT beschreibt unvergleichlich treffender den einzigartigen Willen und die Möglichkeit Gottes, sich in einem Menschen, einer Frau zu verwirklichen, Mensch zu werden. Dieses liebende Sich-Übergeben Gottes (der Fachbegriff heißt: kenosis) in Menschenhand, wird von allen Künstlern angedeutet durch die Strahlen, die über den Engel auf Maria hinzielen. Der griechische Text meint also, dass es die Strahlen der reinen Freude, die reine Gottesliebe ist, die in Maria lebt, die dadurch Gottesgeburt ermöglicht.

Diese Deutung, gestützt vom griechischen Urtext, bringt ein fast vergessenes, wunderschönes Wort zum Klingen: die Mutterfreuden. Sie sind, das sei vorneweg erklärt, nicht auf Frauen beschränkt, sondern meinen ein Vermögen aller mütterlichen Menschen. Solche Freude überkommt einen dann, wenn man sich ganz für den Anderen öffnet; letztlich für den ganz Anderen, den wir Gott nennen. Das Risiko des sich völlig „Aus-der-Hand-Gebens“, das Risiko, sich einem Anderen völlig anzuvertrauen, ist gewaltig und mag erschrecken. Ein vergessenes, verdrängtes, weil auch oft missbrauchtes Wort drückt das mit „Ganzhingabe“ aus. Riskiert werden kann diese nur, ja muss sie, in einer, in jeder Liebesbeziehung. Ihr Wesenskern besteht in einem völligen, freiwilligen Machtverzicht. In der reinen Liebe öffnet sich das Herz und zeigt sich absolut verletzlich. Deshalb erschließen sich die oft als kitschig empfundenen Bilder von Maria mit dem durchbohrten Herzen nur wirklich liebenden Menschen.

Dies trifft aber nicht nur auf Maria, auf alle wirklich Liebenden, zu, sondern offenbart das tiefste Geheimnis Gottes: sich als liebender Gott zu zeigen. In seiner menschgewordenen Liebe, Jesus Christus, macht Gott selbst sich verletzlich, verletzbar, weil er die Liebe ist (Martin Schleske in: Werk/Zeuge, bes. S. 464). Diese Einsicht hat mich, als leidenschaftlichen Theologen, unglaublich berührt, weil ich sie so noch nirgends gelesen habe und selber auch nicht darauf gekommen bin. Es ist wohl die trefflichste Annäherung an ein scheinbar unlösbares Denkproblem, das aber jeden Menschen unausweichlich betrifft, gläubig oder nicht: warum lässt Gott den Menschen leiden? Weil es keine Liebe geben kann, die sich nicht freiwillig aus der Hand zu geben bereit ist und damit verletzlich wird.

Manfred Holzleitner

 


ANGEL.PUNKT 3 - 31. Okt. 2025

Und Maria sprach: Mir geschehe nach deinem Wort.

Ein drittes und letztes Mal, für den heurigen Rosenkranzmonat, wollen wir der Spur des Engelgrußes: „Freu dich, Freudenerfüllte“ folgen. Die engelgleiche Freude, die hier das Wunder der Menschwerdung gebiert, unterscheidet sich von anderen Freuden, die uns im Alltag begegnen: der Lebensfreude, der Mitfreude, Vorfreude, Spielfreude, Gaumenfreude. Ganz wesentlich unterscheidet sie sich von der Schadenfreude. Mutterfreuden führen uns dagegen tief in das Geheimnis der Menschwerdung Gottes (siehe letzten Angel.Punkt). Wahre Liebesfreuden erleben wir als „Ur“-Anerkennung, als intime Nähe zwischen Menschen. Sie ist vielleicht die Gotteserfahrung schlechthin. Denn sie ist freudendurchdrungenes Erkennen, die Erfahrung, dass Einssein im Anderssein möglich ist. Diese paradiesische Erfahrung prägte die ersten Menschen, so sagt es der Schöpfungsbericht.

Was wir hier erkennen, ist die unbedingte Anerkennung des Anderen. Diese Erkenntnis gipfelt in dem wunderbaren Satz, der alles analytische Denken überbietet: man erkannt nur, was man liebt! Der liebende Blick – da ist noch ein Unterschied zum verliebten Blick! – verleiht dem Anderen „Ansehen“. So wird verständlich, dass in manch anderen Kulturen der sogenannte „Gesichtsverlust“, der Verlust des gesellschaftlichen Ansehens gleichbedeutend ist mit dem Verlust der Seele.

Seit fast dreißig Jahren trage ich einen Ring mit dem Christussymbol Chi – Rho. Mein Studienfreund klärte mich auf, wie der Ring zu tragen sei, nämlich so, dass Christus dich anschaut! Christus, Gott, verleiht dir, mir, uns Ansehen. Er verleiht uns die Kraft, in den „Seilen der Liebe“ zu gehen (Hosea 11,4). Wir sind eben nicht an die Fäden eines unsichtbaren Puppenspielers gebunden, sondern durch die starken Seile der sich hingebenden Liebe gehalten. Diese Hingabe führt uns zurück zum Verkündigungsereignis. Maria drückt dies wunderbar aus: Mir geschehe nach deinem Worte.

So ereignen sich Erlösung und Heilung. Das kommt im der englischen Übersetzung am Schönsten zum Ausdruck: Hail Mary, full of grace! Dieser Gruß folgt der Spur des Heiles, der Heilung. Freudenerfüllte Anerkennung hat lösende, erlösende, vergebende Wirkung. Sie vermag uns von Krankmachendem, Kränkungen, geistigen Fesseln, Schuldgefühlen, Bitterkeit, Selbstverachtung, Neidgefühlen… zu erlösen.

Heilende Anerkennung öffnet unser Herz, es beginnt auf die Liebe zu hören. So wird der Christusring zum stärkenden Symbol der Erfahrung: Christus hat dich, mich, uns in den Himmel geliebt!

Ich wünsche uns allen und allen die wir lieben diese Himmelserfahrung!

Manfred Holzleitner

Zum Foto:

Dieser Ring stammt von unserer

SchülerInnenwallfahrt von St. Florian nach Enns mit 550 SchülerInnen neues

Gymnasium und BAKIP/BAFEP Steyr im Jahr 1997; alle SchülerInnen und

LehrerInnen haben diesen Ring bekommen, gesegnet von E. Marckhgott.

 

 

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Manfred Holzleitner ist Theologe und pensionierte Schuldirektor.


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