Pfarrgemeinderats-Klausur

Wenn auch etwas widerwillig, habe ich mich schließlich entschieden meinen Widerstand gegen die verordneten Umbenennungen aufzugeben. Ich will und werde mich daran gewöhnen.
Eine Pfarre wird zukünftig Pfarrgemeinde genannt.
Was bisher das Dekanat war, heißt dann Pfarre.
Und die benachbarten Pfarrgemeinden sind der Seelsorgeraum.
Es ist längst überfällig, dass die Aufgaben der Kirche auf mehrere Personen aufgeteilt werden. Dankenswerterweise haben sich bisher schon viele Frauen, Männer und auch Jugendliche in der Kirche engagiert und teilweise auch Ausbildungen für verschiedene kirchliche Dienste gemacht (Lektor:innen, Kommunionspender:innen, Begräbnisleiterinnen). Die wenigen Priester können nicht alles bewältigen.
Frau Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Seelsorgerin der Pfarre Sankt Franziskus, Wels, begleitete unsere Klausur sehr konstruktiv, mit wacher Aufmerksamkeit und wertschätzend.
Mit ihr durchleuchteten wir fünf Bereiche unseres Pfarrlebens: Liturgie, Gemeinschaft, Caritas, Verkündigung, Finanzen - und auch die Pfarrgemeinderatsorganisation. Teilweise staunten wir darüber, was wir und die Leute vor uns bereits auf die Füße gestellt haben.
Noch ist das Seelsorge-Team, das sich künftig in den verschiedenen Bereichen unserer Pfarrgemeinde engagieren soll, für uns Utopie. Aber einen Ausblick wagten wir schon. Die Utopie ist der Same. Er soll austreiben, erblühen und dann Frucht bringen.
Die Kirche soll für viele Menschen ein gastfreundlicher und anregender Ort der Begegnung sein – in allen Lebenslagen.
Unsere Moderatorin Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer bleibt unsere Ansprechperson auf dem Weg zur „Pfarre neu“ und ermutigte uns zu diesen Schritten. Im Sommer 2024 werden schon viele Prozesse gediehen sein.
In diesen Tagen der Klausur genossen wir, dass das Stift Aigen Schlägl seine Tore auch für uns geöffnet hat: Nächtigung in einfachen Zimmern, Stiftskeller für die Mahlzeiten und Tagungsräume. Wir wurden eingeladen in der prachtvollen Apsis der Stiftkirche mit den weiß gekleideten Prämonstratenser Mönchen die Vesper zu beten und zu singen. Eine Hl. Messe mit unserem Pfarrer Franz Steinkogler im schlichten Andachtsraum und die geistlichen Impulse von Schwester Dominika gaben uns Inspiration und spirituelle Nahrung.
Christine Gruber




Fotos Christine Gruber