Auf Weihnachten zutanzen

Lieder von Angelo Branduardi, Sheppard’s Gironimo oder Musikstücke aus meiner Ausbildung zur integrativen Tanzpädagogin setzen meine Füße in Bewegung.
Eines jener Werke aber, die mich innerlich zum Tanzen bringen, ist Bachs Magnificat, BWV 243. Und das vor allem in einer Konzertaufnahme aus dem Jahr 2000 mit Nikolaus Harnoncourt, dem Concentus Musicus und dem Arnold Schönberg Chor.
Schon die ersten Takte richten meine Seele auf. Im Vergleich mit anderen Aufnahmen merke ich, dass Nikolaus Harnoncourt ein ungewohnt langsames Tempo wählt. Und ich glaube, dass mich dieses Konzert gerade deswegen aus meinem Alltag herausholen und mich an der Hand der schwingenden, aber strengen Achteln des Eingangschores in eine lobende Lebendigkeit heben kann. Die Freude, die ich dabei empfinden darf, wird eingebettet in den warmen Klang der Originalinstrumente und der Stimmen der Solistinnen. Diese berühren mich besonders in der Einfachheit des „Quia respexit“ (5:58 min) und des „Esurientes“ (19:56 min). So tanze ich innerlich durch den Advent auf Weihnachten zu, auf die Menschwerdung Christi. Inspiriert von Musik, die das Heil gesehen hat, kann ich immer wieder aus ganzem Herzen singen:
„Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt, hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet.“ (Ps 30,12)

