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(Karfreitags-)Ratschen

Ratschen in der Pfarre Braunau-St. Stephan
Kar freitags ratschen

Was verbirgt sich hinter dem Brauch

des (Karfreitags-)Ratschens?

Woher kommt die lärmende Tradition?

 

Schweigen der Glocken und Beginn des „Fastens der Ohren“

 

Ab dem Gloria des Abendgottesdienstes am Gründonnerstag bis zum Gloria der Osternachtsliturgie verstummen in den Kirchen traditionell die Glocken und die Orgeln. Nach altem Volksglauben „fliegen die Glocken nach Rom“ und kehren erst zur Feier der Auferstehung wieder zurück. Diese stille Zeit wird auch als „Fasten der Ohren“ bezeichnet.
 

Statt der Glocken werden Ratschen verwendet, die der Bevölkerung die Gebetszeiten verkünden. 


Ursprung und Geschichte

 

Das Ratschen ist ein alter Lärmbrauch, der schon in einem 1482 in Coburg geschriebenen Buch erwähnt ist. Im deutschsprachigen Raum gibt es dafür viele Bezeichnungen: Räppeln, Klappern, Kläppern, Kleppern, Raspeln, Kliäppern, Schledern, Kläpstern, Klibberen oder Garren sind nur einige davon.

Der Ursprung des Ratschens im kirchlichen Kontext geht bis ins 6. Jahrhundert zurück, als es noch keine Kirchenglocken gab. In den Kirchtürmen waren damals große hölzerne Schallgeräte mit Hämmern verankert. Im 8. Jahrhundert, zur Zeit von Karl dem Großen, wurde das Ratschen in den Kartagen ausgeübt. Das Ratschengehen der örtlichen Jugend ist ab dem 18. Jahrhundert entstanden. War es früher üblich, dass nur Buben – meist Ministranten – ratschten, üben seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert zunehmend auch Mädchen den Brauch aus. 2015 wurde das Karfreitagsratschen in das österreichische Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Ratschersprüche und Ratscherspenden

 

Je nach Region und Pfarrtradition gibt es ganz unterschiedliche Ratschersprüche. Viele von ihnen sind vor langer Zeit entstanden, manche Sprüche werden daher auch nicht mehr als zeitgemäß empfunden. „Wir ratschen, wir ratschen den Englischen Gruß, den jeder katholische Christ beten muss. Kniet's nieder, kniet's nieder auf euere Knie, bet's drei Vaterunser und ein Ave Marie.“ So lautet der wohl bekannteste Ratscherspruch.
 

Immer schon bekamen die Ratscher zum Abschluss ihre Ratschenspende: In vielen Pfarren war es Brauch, von Haus zu Haus zu gehen und um ein „Ratschenei“ zu bitten. Das (Oster-)Ei steht für neues Leben und ist ein Symbol für die Auferstehung Jesu. Mit dem Bitten um ein solches Ei soll an die Auferstehung erinnert werden. Früher wurden den Ratschenkindern bunte, gekochte oder auch rohe Eier als Dank für das Ratschen gegeben. Sie verkauften diese und bekamen so etwas Taschengeld. Heutzutage bekommen die Ratschenkinder zumeist kleine Geldspenden und Süßigkeiten, aber weiterhin auch Ostereier für ihre Tätigkeit.

 

Lange Tradition in Oberösterreich

 

In Oberösterreich hat das Ratschen besonders im Salzkammergut und dort vor allem in der Traunseegemeinde Ebensee große Tradition. Dort laufen üblicherweise in allen 11 Ortsteilen die Ratscherkinder von Haus zu Haus – in der Ortschaft Rindbach so wie früher ausschließlich mit den aus Fichtenholz gefertigten Rumpeln.
 

In der Landeshauptstadt Linz braucht man als Ratscher oder Ratscherin auch schon mal eine gute Kondition, zumindest dann, wenn man Ministrant:in im Mariendom ist. Auch heuer wird wieder zur Osterzeit  – am Karfreitag und am Karsamstag – vom Turm herab geratscht. 392 Stufen bis kurz vor die Turmeremitenstube müssen die Buben und Mädchen dafür erklimmen, ehe sie in 68 Meter Höhe ihre Fahnenratschen über ihren Köpfen schwenken. Je dreimal geht es am Karfreitag und am Karsamstag auf den Turm hinauf und wieder hinunter. Geratscht wird um 7.00 Uhr, um 12.00 Uhr und um 19.00 Uhr. Hoch oben beten die Teilnehmer:innen den „Engel des Herrn“.

 

 

Im Bild
Mädchen mit Ratsche
Mädchen mit Ratsche
Ratschen in der Pfarre Braunau-St. Stephan
Ratschen in der Pfarre Braunau-St. Stephan
Ratschen in der Pfarre Braunau-St. Stephan
Ratschen in der Pfarre Braunau-St. Stephan
Ratschen in der Pfarre Braunau-St. Stephan
Ratschen in der Pfarre Braunau-St. Stephan
Ratschen in der Pfarre Braunau-St. Stephan
Ratschen in der Pfarre Braunau-St. Stephan
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Ratsche ist nicht gleich Ratsche

 

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich unterschiedliche Ratschen entwickelt – zum Beispiel Schub-karrenratschen, Walzenratschen oder auch Hammerratschen, Fahnenratschen und Rumpeln. In Oberösterreich kommen meist Fahnenratschen und Rumpelratschen zur Anwendung.

 

Fahnenratschen verwendete sogar Wolfgang Amadeus Mozart in seiner Kinder- oder Berchtesgadener Symphonie. Das „Fahnl“ besteht aus einer Hartholzwalze auf dem Drehstock und Eschenleisten. Beim Drehen geben sie ziemlich laute Ratschergeräusche von sich. Bei einer „Rumpel“ werden durch das Drehen der Kurbel die Hämmer im Inneren des hölzernen Rumpelkastens in Bewegung gesetzt und erzeugen den typischen, schlagenden Lärm.

 

Vereinzelt – vor allem im ländlichen Raum – stehen auch noch Kirchturmratschen in den Gotteshäusern.

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WUSSTEN SIE, DASS …

… sich in Ebensee die größte Kirchturmratsche Österreichs befindet. Sie stammt aus der Werkstatt des Rindbacher Zimmermannes Josef Preimesberger, wiegt etwa 50 Kilogramm und macht einen ohrenbetäubenden Lärm, der mindestens einen Kilometer weit hörbar ist.
 

… sich eine riesige Holzratsche auch im Kirchenturm der Linzer Pfarre St. Quirinus (Kleinmünchen) befindet. Sie ist über 100 Jahre alt, etwa 1,50 Meter lang und etwa halb so breit. Die Ratsche ist jedoch nicht mehr in Verwendung.
 

… das Ratschen am Braunauer Steffl eine lange Tradition hat: Drei große Holzratschen stehen auf der zweiten Galerie am Turm der Stadtpfarrkirche Braunau-St. Stephan. Diese ertönen auch heuer wieder achtmal am Karfreitag und fünfmal am Karsamstag jeweils ab 8.00 Uhr zur vollen Stunde und werden jeweils – vorwiegend von Jugendlichen und Familien – etwa drei Minuten lang gedreht. 

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