Zustimmung erforderlich!Bitte akzeptieren Sie Cookies von "piwikpro" und laden Sie die Seite neu, um diesen Inhalt sehen zu können.
Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Über uns
  • Lesenswert
  • Bewegen
Hauptmenü ein-/ausblenden Startseite Suche ein-/ausblenden Barrierefreiheit-Einstellungen ein-/ausblenden
Gesellschaft & Soziales
Gesellschaft & Soziales
Barrierefreiheit Einstellungen
Schriftgröße
  • A: Schriftgröße: normal
  • A: Schriftgröße: groß
  • A: Schriftgröße: sehr groß
Kontrasteinstellungen
  • A: Standardfarben
  • A: Gelb auf Schwarz
  • A: Schwarz auf Gelb
  • A: Weiss auf Blau
  • A: Blau auf Weiss
Inhalt:
So. 24.01.10

Gesandt, um die Unterdrückten zu befreien

Gesandt um die Unterdrückten zu befreien

Schrifttexte: Lk 1,1-4; 4,14-21

In der Bibelstelle heißt es „den Armen frohe Botschaft zu bringen“. Was heißt das? Traditionelle Bibelübersetzungen sprechen von: „Armen wird das Evangelium gepredigt“. Es geht also direkt um einen Auftrag: „geht zu den Armen und bringt ihnen die frohe Botschaft!“ Für mich heißt das, den Armen nicht nur das Evangelium vorzupredigen – sondern auch vorzuleben! Ihnen helfen und sie dabei unterstützen, dass sie von ihrem Leid loskommen – dass sie befreit werden! Dieser Auftrag ist sehr konkret. Jeder und jede von uns kann dazu beitragen, ja wir sind verpflichtet unseren Beitrag zu leisten! Aber Achtung: „Geht zu den Armen und bringt ihnen die frohe Botschaft!“ heißt nicht: Almosen geben! „Geht zu den Armen und bringt ihnen die frohe Botschaft!“ heißt ihnen Raum und Sprache zu geben: Du hast etwas zu sagen! Du bist mir wichtig! Du hast soviel Wert wie jeder andere Mensch auch! Konfrontiere mich mit deinen Themen, Problemen, Wünschen und Meinungen!

 

„Geht zu den Armen und bringt ihnen die frohe Botschaft!“ ist für mich auch die konkrete Aufforderung: Tue Gutes! Heile! Nicht Jesus/Gott hat alleine die Gabe zu heilen und zu befreien! Jede Christin, jeder Christ, jede und jeder von uns hat diesen Auftrag! Das braucht Mut, Kraft, Geduld, und einen starken Glauben, an sich und unser gemeinsames göttliche Tun im Namen Jesu. Gott will uns alle zu FriedensstifterInnen machen! Wir alle können an der Kraft Gottes teilhaben! So wie Jesus Wunder tat, so können auch wir Wunder tun! Paulus sagt im Brief an die Römer (8,29) „Er war der Erstgeborene unter vielen Brüdern und Schwestern.“ Also: Tut Gutes und erzählt davon!

 

  • Wer sind die „Armen“ und „Unterdrückten“ in unserer Gesellschaft?
  • Wer sind die „Armen“ und „Unterdrückten“ in unserer Pfarre?
  • Wer sind die „Armen“ und „Unterdrückten“ in meinem persönlichen Umfeld, in der Arbeit, in der Familie?
  • Wo und wie kann ich ihnen Raum und Gehör verschaffen?
  • Wie kann ich meine Vorurteile abbauen und auf sie zugehen?
  • Wie kann ich ihnen den gleichen Wert geben – den ich auch mir gebe?
  • Wie kann ich mich dieser Realität stellen?

 

Aber auch:

  • Wo fühle ich mich selbst unterdrückt und sehne mich nach Befreiung!?
  • Wo sage ich STOP! HALT! Das lasse ich nicht mit mir machen!?
  • Und, wer kann mir dafür den nötigen Rückhalt geben!?

 

Die Menschen in der Synagoge waren verwundert. „Ist das nicht der Sohn des Josef?“ heißt es weiter im Text. Sie schenkten diesem jungen Mann, diesem Jesus, der in einem Stall zur Welt kam und zum Flüchtling wurde – Sie schenkten ihm Gehör! Sie gaben ihm Raum! Und sie staunten über seine Worte!

 

Ich lade Sie ein, diese Bibelstelle noch weiterzudenken: Sind es nicht gerade die Armen, die Unterdrückten selbst, die die frohe Botschaft am glaubwürdigsten übermitteln? Gottes Sohn kam unter ärmsten Verhältnissen zur Welt, er war einer der Unterdrückten und wurde mit der Frohen Botschaft zum Befreier! Dort wo Unterdrückte zu Wort kommen, wo sie die Möglichkeit haben ihre Themen, ihre Probleme, ihre Wünsche und Meinungen darzubringen – bringen sie frohe Botschaft! Oder anders gesagt: „wenn das Heil zu den Armen kommt – stehen sie auf und tragen die frohe Botschaft weiter.“ Das ist ein Kernstück im ersten Teil des Lukasevangeliums: Jesus heilt viele Menschen, einen Mann mit Aussatz, eine gelähmte Person, er erweckt den Sohn einer Witwe aus dem Tod. Und die Geheilten selbst tragen die Freudenbotschaft weiter!

 

Aber wie können wir das in die Tat umsetzen? Wo hat jeder und jede von uns die Möglichkeit zu „befreien“? In meiner Arbeit als Referent in der Katholischen Jugend OÖ habe ich viel mit arbeitsuchenden Jugendlichen zu tun. Arbeitslosigkeit nagt am Selbstwert und Selbstvertrauen der Betroffenen, insbesondere wenn sie länger aus der Arbeitswelt ausgegrenzt werden. Die Spirale dreht sich sehr schnell nach unten! Leben hat plötzlich keinen Sinn mehr! Und wie soll man diesen jungen Menschen die frohe Botschaft bringen in einer Zeit, wo es alleine in Oberösterreich knapp 12.000 Jugendliche ohne Arbeit gibt!?

 

Es ist eigentlich ganz einfach und trotzdem schwierig: Ihnen Vertrauen schenken! Weiter an sie glauben! Ihnen Raum und Sprache geben! Ihnen Möglichkeiten bieten wo sie ihre Qualitäten und Fähigkeiten herausfinden können! Das zu tun was auch wirklich zu ihren Talenten und Interessen passt! Was ihnen „Feuer“ gibt! Und was ihnen Freude macht! Denn bekommen sie diese Möglichkeiten und entdecken sie ihre BERUFung, werden sie zu den Überbringern der Frohen Botschaft! Zu den Heilern! Zu den Befreiern! Ein Mensch der jene Arbeit machen darf, die er wirklich, wirklich will – der wird eine Arbeit tun, die uns heilt, die uns glücklich macht, die uns gut tut, die nachhaltig ist, die ökologisch und fair ist! Ein Tun, das ihn und uns befreit!

 

Wir haben viele Möglichkeiten uns und andere zu „befreien“: Beim Einkaufen (faire, ökologisch und regionale Produkte), beim Zusammenwohnen, beim Zusammenarbeiten, in der Familie, in der Gemeinschaft, beim Fortgehen, am Stammtisch, auf Urlaub, im ehrenamtlichen Engagement. Wir brauchen dazu Augen die Sehen, Ohren die Hören, Hände die Gutes tun und Gesichter die Zuspruch geben! Jede und jeder von uns kann Lahme zum Gehen bringen, Blinde wieder sehend machen, Flüchtlingen ein Zuhause schaffen, Wertlosen Selbstvertrauen schenken, Tätern zur Freiheit verhelfen! Jede und jeder von uns kann es! Nehmen wir den Auftrag ernst! Tun wir Gutes und erzählen davon! Im Vertrauen auf Gott, der ein Befreier ist!

 

Download der Sozialpredigt "Gesandt, um die Unterdrückten zu befreien" von MMag. Markus Feichtinger
24.01.2010, MMag. Markus Feichtinger
zurück

nach oben springen
  • Kontakt
    • Impressum
    • Datenschutz
Gesellschaft & Soziales


Kapuzinerstraße 84
4020 Linz
Telefon: 0732/7610-3251
gesellschaft_soziales@dioezese-linz.at
http://www.dioezese-linz.at/soziales
Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Herrenstraße 19
4020 Linz
Ihr Kontakt zur
Diözese Linz
anmelden
nach oben springen