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So. 17.10.04

Kompromisslos - Jugendliche setzen sich ein

Einstimmung auf die österreichweite Jugendaktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ 2004
Tokio

Schrifttexte: Lk 18,1-8

 

Einleitung

Werke oder Glaube. Was ist wichtiger, gute Werke zu verrichten oder den richtigen festen Glauben zu haben? Diese Frage ist immer wieder aktuell. Dass das eine ohne das andere wenig Sinn macht, ist wohl eine gute Einstellung. Unseren Glauben glaubwürdig zu leben, darauf kommt es an. Das ist ein hoher Anspruch, dem wir immer mehr gerecht werden wollen.

 

Predigtvorschlag

 

Es ist eine unscheinbare und einfache Geschichte, die Jesus uns heute erzählt.

Die Protagonisten sind ein kleiner Dorfrichter, der eine moralisch recht schäbige Person ist, und eine arme, einfache Witwe, die so hartnäckig und penetrant aufdringlich ist, dass sie schließlich zu ihrem Recht kommt.

Eine fast alltägliche, recht triviale Situation zeichnet Jesus, mit nicht gerade sehr frommen Menschen, und er erhebt den Anspruch, damit etwas über Gott und sein Reich auszusagen.

Was wird ausgesagt: Am Beginn des heutigen Evangeliums sagt es Lukas ganz klar: Es geht ums Beten. Beten – dieser Begriff greift aber etwas zu kurz, wenn man die gesamte Erzählung genau betrachtet. Gebetet im landläufigen Sinn wird hier nicht, und auch in den abschließenden Worten Jesu geht es nicht so sehr ums Gebet. Es geht um das Vertrauen auf Gott, dass er Gerechtigkeit schafft. Gerechtigkeit ist das zentrale Thema des Evangeliums. Darin wird uns kein frommes Aufsagen von Gebetsformeln vorgestellt, geschildert wird uns ein massives existentielles Beten, ein mit der gesamten Existenz geführter Kampf um das eigene Recht, um Gerechtigkeit. Diese Situation erinnert an die Bergpredigt, wenn es dort heißt: „Selig, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit“.

Das Gebet im Stillen Kämmerlein ist hier auf keinen Fall gemeint. Ganz im Gegenteil. Die Witwe ist äußerst aktiv, hartnäckig und kompromisslos, bis sie Gerechtigkeit erlangt. Ihre sehr tatkräftige Form auf Gerechtigkeit zu bestehen, wird von Jesus als beispielhafte Form des Gebets beschrieben.

Uns wird ganz klar gezeigt: Täuscht euch nicht und meint, es sei ausreichend, nur genügend zu beten und damit könnte jegliche Not, könnte alles Unglück und alles Unrecht beseitigt werden. Nein – da hätten wir Gott gehörig missverstanden. Gott ist keine Unfallprophylaxe, die uns vor allem Negativen bewahrt, Gott ist kein allmächtiges Kindermädchen, das jedes Problem aus dem Weg räumt, damit wir kein Leid, keine Not und nichts Schlechtes durchmachen müssen.

Gott setzt auch beim Guten auf den Menschen, auf menschliches Tun – so sehr, dass er zu uns gekommen ist und uns ein Beispiel gegeben hat. Der Mensch wird von Gott nicht entmündigt; Gott traut den Menschen zu, dass sie das Ihre tun für eine gute und gerechte Welt. Er verlangt es von uns. Er lässt uns dabei aber auch nicht allein. Er kümmert sich um uns. Er führt und begleitet uns mit seinem Geist. Dabei gilt der Grundsatz: Gnade baut auf der Natur auf. Gott gibt seine Gnade zu unserem Tun dazu, sie ersetzt aber nicht unser Tun. Gott zählt auf uns. Wenn wir das unsere tun, dürfen wir erfahren, wie es in aussichtslosen Situationen doch weiter geht oder dass wir manchmal nur eine Kleinigkeit zu tun brauchen und sich daraus Großartiges ergibt.

Dieser Grundsatz gilt nicht nur für einzelne Personen, er gilt auch für die Gesellschaft, für den sozialen Ausgleich, für die Hilfe gegenüber Benachteiligten. Soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft erfordert unseren Einsatz und unser Engagement mindestens genauso wie im privaten Bereich.

Es gibt zahlreiche Bemühungen und Aktionen – gerade auch kirchliche –, um in Not und Bedrängnis geratenen oder beeinträchtigten Menschen zu helfen, oder um mehr Gerechtigkeit in die Gesellschaft zu bringen.

Eine Aktion möchte ich herausgreifen, weil sie vor der Tür steht: „72 Stunden ohne Kompromiss“. Das ist eine Aktion der Katholischen Jugend in Kooperation mit der Caritas, in der sich Jugendliche für benachteiligte Menschen einsetzen.

Von Donnerstag 17:00 Uhr bis Sonntag 17:00 Uhr findet diese Aktion statt. In diesen 72 Stunden arbeiten und engagieren sich Jugendliche für benachteiligte Menschen. Das geschieht an vielen Orten und in verschiedensten Einrichtungen in ganz Österreich eben gleichzeitig in dieser Zeitspanne.

Vor 2 Jahren wurde diese Aktion bereits einmal durchgeführt. Die Jugendlichen waren voller Enthusiasmus bei der Sache, richtig kompromisslos. Jugendliche haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und können sich bei der Hilfe für andere wirklich begeistern. Das Etikett „Party Jugend“ stimmt sicher nicht. Jugendliche von heute haben eine ausgeprägte soziale Ader – auch wenn sie gerne mal eine Party feiern. In ihrem Einsatz sind sie oft sogar kompromissloser als abgeklärte Erwachsene. Von Donnerstag bis Sonntag können Sie das konkret beobachten. Die Aktion wird medial gut begleitet. Vor allem auf Ö3 wird davon zu hören sein.

Junge Menschen setzen sich ein für mehr Gerechtigkeit, weil sie wissen, dass es auf sie ankommt, dass keine hilfreiche Tat, auch die kleinste Kleinigkeit, nicht umsonst ist. Sie wissen, dass Gott da ist, zur Seite steht und aufrichtet, wo sie nicht mehr weiter können.

Das gibt Hoffnung. Das macht Mut und lässt vertrauensvoll in die Zukunft blicken.

 

 

 

Fürbitten:

 

Guter Gott, du bist die Quelle, aus der wir leben. Wir beten zu dir:

 

  • Für die Jugendlichen, die bei der Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ beteiligt sind, dass sie die Sinnhaftigkeit ihres Engagements erkennen und sich eine soziale Einstellung bewahren.
  • Für alle, denen großes Unrecht angetan wurde, dass sie die Kraft haben durchzuhalten, und dass sie doch noch Gerechtigkeit erfahren dürfen.
  • Für uns Christen, dass es uns gelingt, den Glauben glaubhaft zu leben und wir ein einladendes Bild des Christentums bieten.

 

Guter Gott, du bist Liebe und Gerechtigkeit. Diese lässt du uns auch immer wieder zu Teil werden. Daher glauben und vertrauen wir, dass du unsere Bitten erhörst durch Christus unseren Bruder und Freund. Amen.

 

 

KOMMUNIONTEXT

 

Christus hat keine Hände,
nur unsere Hände,
um seine Arbeit heute zu tun.

Er hat keine Füße,
nur unsere Füße,
um Menschen auf seinen Weg zu führen.

Christus hat keine Lippen,
nur unsere Lippen,
um Menschen von ihm zu erzählen.

Er hat keine Hilfe,
nur unsere Hilfe,
um Menschen an seine Seite zu bringen.

Wir sind die einzige Bibel,
die die Öffentlichkeit noch liest.
Wir sind Gottes letzte Botschaft,
in Taten und Worten geschrieben.

 

Autor:

Mag. Erwin Kalteis, Diözesanjugendseelsorger der Diözese Linz

 

 

Download der Sozialpredigt "Kompromisslos - Jugendliche setzen sich ein" von Mag. Erwin Kalteis

 

17.10.2004, Mag. Erwin Kalteis
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