Tag der Baumwolle
Baumwolle: Seit mehr als drei Jahrzehnten sind synthetische Fasern die Mehrheit, der in der Textilindustrie verwendeten Materialien. Anfangs erwirkt Baumwolle den Anschein einer umweltfreundlichen Alternative zu synthetischen Produkten wie Polyester. Jedoch können Unterschiede im Anbau die Klima- und Umweltbilanz von Baumwolle trüben. Konventioneller Anbau ohne strenge Auflagen und biologische Produktion unter strikten Umweltstandards schlagen unterschiedlich zu Buche.
Trotz aller Kritik bleibt Baumwolle weiterhin eine tragende Säule der globalen Textilindustrie. Im Zeitraum 2024/25 erhöhte sich die Produktion von 25,4 Millionen Tonnen leicht auf 25,7 Million Tonnen. Auf den gesamten Markt gerechnet, erreichte Baumwolle einen Marktanteil von 18%, fast ein Fünftel der gesamten Textilproduktion weltweit. Die absolute Mehrheit wird im konventionellen Anbau erwirtschaftet. Dieser kennzeichnet sich durch die Verwendung von synthetischen Pestiziden und Düngemitteln. Ein hoher Wasserverbrauch belastet die Umwelt noch weiter und verschärft vielerorts prekäre Wasserversorgungssituationen.
Baumwolle darf dennoch nicht als allgemein umweltschädlicher Rohstoff bezeichnet werden. Nachhaltig und nachwachsend kann sie dann genannt werden, wenn der Fokus nicht auf konventionellem Anbau, sondern auf biologischem Anbau liegt. Bio-Baumwolle wird ohne Synthetik und Pestizide produziert. Natürliche Alternativen im Bereich Düngemethoden und Schädlingsbekämpfung senken die Umwelt- und Klimabilanz. Dadurch wird der Boden schonend bewirtschaftet und die Kapazität zur Feuchtigkeitsspeicherung des Bodens bleibt bestehen. Der Anteil dieser Bio-Baumwolle bleibt jedoch niedrig und hat sich in den letzten Jahren nun auf 3% der weltweiten Baumwollproduktion erhöht.
Hauptproduzent der biologischen Baumwolle ist Indien. Die Zertifikate, die Information über Qualität und Umweltbilanz geben, sind verwirrend und vielzählig. Diese vier können als erste Orientierung dienen:
- EU-Bio Logo: kennzeichnet Produkte aus biologischer Produktion
- Fairtrade Cotton: hier liegt der Fokus auf fairen Preisen und verbesserten Bedingungen für die Baumwollproduzent_innen
- IVN Best Naturtextil: hier wird die ausschließliche Verwendung von Bio-Baumwollfasern und hoher ökologischer Standards garantiert
- GOTS (Global Organic Textil Standard): Mindestens 95 % der Fasern wurden biologisch angebaut und in der Lieferkette wurde besonders auf Sozial- und Umweltstandards geachtet.
Europa produziert, wenn auch in niedrigen Mengen, biologische Baumwolle vor allem in Spanien, Italien und Griechenland. Recycelte Baumwolle hingegen gewinnt langsam mehr an Bedeutung mit 400.000 Tonnen an jährlicher Produktion und einem Anteil von zirka 1% der weltweiten Baumwollproduktion.