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Inhalt:

Kräftige Visionen der Erlösung - Zuversicht in bedrückenden Zeiten

28. April 2013 - Fünfter Sonntag der Osterzeit

Lesung C

Lesungen: Offb 21,1-5a; Joh 13,31-33a.34-35

 

Autorin: Mag.a Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer

Liebe Schwestern und Brüder!
Sie kennen das: die Enttäuschung oder gar das Entsetzen an einem Wahlabend
über das Ergebnis der Wahl – wie können die ÖsterreicherInnen, KärntnerInnen,
ItalienerInnen (beliebig auszutauschen)... nur so gewählt haben! Wie soll denn da
die Politik besser werden!? Oder der bittere Nachgeschmack, der nach einer
Fernsehsendung über Fleischproduktion, -handel und die Nahrungsmittelindustrie
bleibt – das kann doch nicht wahr sein, wie ungeheuerlich mit Tieren, mit
Lebensmittel umgegangen wird! Oder nach einem Bericht über Flüchtlinge in
Österreich, ihre Behandlung hier und ihre Überlebensbedingungen. Beschämend
für unser Land. Oder nach einer Notiz in der Zeitung, wonach in Bangladesh
wieder eine Kleiderfabrik mitsamt vielen dort angestellten niedergebrannt ist...
Vielleicht habe ich mich ja schon informiert, bewusst eingekauft, unterschrieben,
bin in Initiativen aktiv; aber jede Anstrengung, jeder Kampf um Gerechtigkeit
gestaltet sich sehr mühsam, Fortschritte sind oft nur in kleinen Schritten zu
erreichen; ich fühle mich klein, einsam, überfordert. Rückschläge entmutigen
einfach, Verzweiflung macht sich breit.
Wenn Visionen und Träume zerbrechen, möchte man sie einfach hinschmeißen,
auf den Müll werfen. Das geht uns so im Blick auf das eigene Leben. Noch viel
deutlicher wird das Unheil in der Welt im Blick auf die Menschen ringsum, in
Kräftige Visionen der Erlösung - Zuversicht in bedrückenden Zeiten
anderen Ländern (wenn man nur denkt an die Armut, Flüchtlinge, Kriege,
politische Verhältnisse – wahnsinnige, für uns kaum vorstellbare Situationen) –
die Welt wie sie jetzt ist und auch bisher war, ist „hinten und vorne“ verletzt,
irreparabel beschädigt, mit viel zu viel Blut besudelt. Situationen des Unrechts zu
reparieren oder renovieren scheint sinnlos, die deutlichen Narben bleiben
trotzdem. Himmel, Erde, Meer – zu viel Schreckliches ist dort schon geschehen,
zu viele Menschen verletzt, Umwelt zerstört, Wunden in Natur und Menschen
geschlagen, als dass es ganz wiederhergestellt werden könnte.
Manches gehört unweigerlich zum Menschsein dazu: Trauer und Klage um
verlorengegangene Menschen, Lebensmöglichkeiten, verpasste Gelegenheiten;
die Mühsal des Lebens von der Geburt an: jeden Tag von neuem aufstehen, zur
Arbeit gehen/Arbeit suchen, Nahrung bereitstellen, sich durchkämpfen; vielfältige
Krankheiten, Behinderungen; schließlich der Tod als endgültige Schwelle des
Lebens, die wir nur einmal (unwiderruflich) überschreiten können – dieser Tod
trennt uns von geliebten Menschen, auf lange Jahre hin, lässt uns verlassen sein,
weil wir Ansprechpartner verlieren, und oft bleiben wir durch den Abschied des
Todes jemandem immer etwas schuldig... Übrig sind Tränen, Tränen der
Enttäuschung, der Trauer, des Versagens, der Niedergeschlagenheit.
Ist unsere letzte Möglichkeit, nach diesen bedrückenden Erfahrungen alles
hinzuschmeißen? Die Hoffnung aufzugeben? Nichts mehr zu tun? Das hieße,
selber ein hoffnungsloses Leben zu führen, nur noch ergeben auf das Ende zu
warten und sich den Umständen auszuliefern.
Woher soll die Kraft für den täglichen Neubeginn kommen?
Aus Visionen wie dieser, die im Buch Offenbarung zu lesen war: ein neuer
Anfang, eine neue Erde, ein neuer Himmel, eine neue Stadt. Dieses neue, helle
kommt von Gott her als Geschenk, ermöglicht einen echten Neubeginn. Wir sind
nicht mehr gottverlassen, wie es uns heute in unseren Tagen manchmal
vorkommt, sondern mit der deutlichen Präsenz und Gegenwart Gottes mitten
unter uns beschenkt. Vom „ach wenn doch einer da wär“ hin zu „siehst du es
nicht, er ist wirklich da!“ Nicht umsonst heißt unser Gott „ich bin da“. Der Nachbar
in dieser neuen Umgebung wird Gott selbst sein – er wird uns trösten, wird mit
uns leben, solidarisch sein, mitten unter uns. Die Präsenz Gottes, die sich in
Freude, Frieden und spürbarer Gegenwart äußert; auch dadurch, dass alle
merkbar das Volk Gottes sind, dass man den Menschen die tätige Liebe auch
ansieht.
Ein neuer Anfang, eine neue Erde, das ist wirklich das, was wir brauchen! Wir
brauchen die Gewissheit, dass es einen Ort gibt oder zumindest geben wird, wo
alles heil wird.
„Denn was früher war, ist vergangen“, heißt es in der Offenbarung des Johannes.
Was früher war, wirklich vorbei und vergangen sein zu lassen: nicht vergessen,
nicht verdrängt, nicht ungeschehen, aber so, dass es mich jetzt nicht mehr
verletzt, beeinträchtigt oder belastet.
Ein neuer Himmel, eine neue Erde, ein neues Leben. Wenn etwas neu ist, dann
ist es heil, frisch, unbeschädigt, gut zu gebrauchen; viele haben eine kindliche
Freude an neuen Sachen, sie als erste/r benutzen zu können, ihre Unversehrtheit
und ihren Glanz zu spüren.
Dieser neue Ort, diese „Stadt Jerusalem“, wird bei Johannes mit einer Braut
verglichen. Das Bild der Braut steht für freudige Erwartung, Sinnlichkeit, Erotik,
Offenheit für die gemeinsame Zukunft – und die wichtigste Zutat, das
sprechendste Kennzeichen des Neuen: die Liebe – im täglichen Umgang
miteinander; als bemerkenswertes Merkmal; als grundsätzliche Haltung den
Menschen gegenüber.
Das Vermächtnis Jesu beim Abschied von seinen Jüngern, wie im Evangelium zu
hören war, sind nicht dutzende Gebote, Vorschriften oder Dogmen. Es ist die
Liebe als Lebenseinstellung. ChristInnen sollen wir sein und werden, denen man
die Erlösung schon jetzt ansieht. Die um das Ziel ihres Weges wissen, die davon
singen und davon handeln – auf dem langen und beschwerlichen Weg.
Wo eine neue Erde, ein neuer Himmel uns jetzt schon in Augenblicken und
Begegnungen geschenkt werden und gelingen, wo Solidarität, Achtung und Liebe
uns verbinden, da hat sich die Vision Gottes schon eingenistet und festgesetzt in
der Gegenwart, um uns kraftvoll auf dem Weg zur Erlösung hin zu begleiten.
Lied: Wir erwarten einen neuen Himmel, wir erwarten eine neue Erde – in denen
Gerechtigkeit wohnt.
Glaubenstext (AutorIn unbekannt, Quelle: Gebetsmappe der Burg Altpernstein)
Ich will nicht glauben
an das Recht des Stärksten,
an die Sprache der Waffen,
an die Macht der Mächtigen.
Aber ich glaube an das Recht der Menschen,
an die offene Hand, an die Gewaltlosigkeit.
Ich will nicht glauben,
dass ich gegen Unrecht, das weit weg geschieht,
ankämpfen kann,
wenn ich das Unrecht, das hier geschieht,
bestehen lasse.
Aber ich glaube, dass es nur ein Recht gibt für hier und dort,
dass ich nicht frei bin,
solange ein einziger Mensch versklavt ist.
Ich will nicht glauben,
dass Liebe ein Gaukelspiel ist
und Freundschaft unzuverlässig
und alle Worte Lügen sind.
Doch ich glaube an die Liebe,
die trägt und nicht vergeht.
Ich will nicht glauben,
dass Krieg unvermeidbar ist
und Friede nicht zu machen.
Doch ich glaube an die kleine Tat,
an die Macht der Güte, an Frieden auf Erden.
Ich will nicht glauben,
dass alle Mühe vergebens ist,
dass der Tod das Ende ist.
Aber ich glaube an den neuen Menschen,
an Gottes ureigenen Traum,
einen neuen Himmel und eine neue Erde.


Text: Martin Gutl, nach Psalm 126 (Quelle: Gebetsmappe der Burg Altpernstein)
Wenn Du, Gott
uns heimführst aus den Tagen der Wanderschaft,
uns heimführst aus der Dämmerung
in Dein beglückendes Licht,
das wird ein Fest sein!
Da wird unser Staunen von neuem beginnen.
Wir werden Lieder singen,
Lieder, die Welt und Geschichte umfassen.
Wir werden singen, tanzen und fröhlich sein;
denn Du führst uns heim aus dem Hasten
in den Frieden und aus der Armut in die Fülle.
Wenn Du, Gott,
uns heimbringst aus den engen Räumen,
das wird ein Fest sein!

Und die Zweifler werden bekennen,
dass Du wahrhaftig Wunder tust.
Du machst die Nacht zum hellen Tag;
Du lässt die Wüste blühen.
Wenn Du uns heimbringst
aus den schlaflosen Nächten,
aus dem fruchtlosen Reden,
aus den verlorenen Stunden,
aus der Jagd nach dem Geld,
aus der Angst vor dem Tod,
aus dem Kampf und der Gier -
wenn Du uns heimbringst,
das wird ein Fest sein!
Dann wirst du uns lösen die Finger der Faust
und die Fesseln,
mit denen wir uns der Freiheit berauben.
Den Raum unseres Lebens wirst Du weiten
in alle Höhen und Tiefen,
in alle Längen und Breiten
Deines unermesslichen Seins.
Keine Grenzen ziehst Du uns mehr.
Wer liebt, wird ewig lieben!
Wenn Du, Gott, uns heimbringst,
das wird ein Fest sein!
Wir werden einander umarmen und zärtlich sein.
Es werden lachen, die Hunger gelitten.
Es werden singen die von Mächten gequälten.
Es werden tanzen die Gerechten,
die auf Erden kämpften und litten für eine bessere Welt.
Wenn du, Gott, uns heimführst,
das wird ein Fest sein!
Den Verirrten werden die Binden
von den Augen genommen,
Die Suchenden finden endlich ihr Du.
Niemand quält sich mit der Frage „Warum“.
Es werden verstummen, die Dir, o Gott, Vorwürfe machten.
Wir werden schauen, ohne je an ein Ende zu kommen.
Wenn Du uns heimführst,
das wird ein Fest!
Denn Du, unser Gott, bist ein Gott der ewigen Schöpfung,
ein Gott, der mit uns die neue Erde,

den neuem Himmel gestaltet.
Du lässt uns kommen und gehen,
lässt uns sterben und auferstehen.
Wenn Du, Gott, uns heimbringst
aus den Tagen der Wanderschaft,
das wird ein Fest sein, ein Fest ohne Ende.

Predigttext
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