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Inhalt:

Fest der Taufe des Herrn

10. Jänner 2010, Lesejahr C,  Lk 3,7-16.21-22

 

Autor: Mag. Christian Öhler

 

 

 

(Dieser Ritus ersetzt das Allgemeine Schuldbekenntnis; vgl Messbuch S. 1207-1211)

 

Wir sind es gewohnt, uns beim Eintreten in die Kirche mit Weihwasser zu bezeichnen.

Das erinnert uns an das Wasser der Taufe.

Wir betreten das Haus Gottes nicht gedankenlos, sondern in dem Bewusstsein:

Wir sind in der Taufe hineingenommen worden in die Kirche und die ist – nicht weil sie so gut, perfekt, fehlerfrei, sondern weil sie von Gott dazu bestimmt worden ist – die Kirche, der Raum des Heiles, des Heil-, des Ganzwerdens.

 

Wir dürfen im Licht der Taufe Jesu unsere eigene Taufe auch noch in der Weise verstehen, dass wir den alten Menschen zurücklassen und als neue Menschen leben.

Oder anders gesagt, dass wir nicht länger als Kopien von irgendetwas oder irgendjemandem leben, sondern als Originale.

 

Ein islamischer Mystiker hat seine Schüler einmal gefragt, worin die rechte Gottesfurcht bestünde. Und sie antworteten: dass man Gott liebt. Der Meister aber schüttelte seinen Kopf. „Nicht darin, dass ihr denkt, wir lieben Gott“, sprach er, „wer denkt, ich liebe Gott, der steht noch unter dem Zwang. So sollt ihr sprechen: Ich glaube fest, dass Gott mich liebt. Das ist die rechte Gottesfurcht.“

 

Zur Erinnerung daran, dass wir in der Taufe eingegliedert worden sind in den Raum des Heiles und dass wir dazu berufen sind, als neue Menschen zu leben, segne ich das Wasser und besprenge euch damit.

 

 

Gott segne das Wasser, das Element des Lebens.

Es erinnere uns an die Taufe, an das neue Leben,

das wir empfangen haben. Amen.

 

Gott segne das Salz, das alles schmackhaft und haltbar macht.

Es erinnere uns an das Wort Jesu: Ihr seid das Salz der Erde. Amen.

 

Diese Mischung von Salz und Wasser bringe unser Leben mit Gott zusammen,

und lasse zur Vollendung kommen, was in uns grundgelegt ist. Amen.

 

 

Lied: Wasser, Wasser Liederquelle 291

 

 

 

AUS DEM EVANGELIUM NACH LUKAS

 

Die Leute zogen in Scharen zu Johannes hinaus, in die Gegend am Jordan, um sich von ihm taufen zu lassen.

Er sagte zu ihnen:

Bringt Früchte hervor, die eure Umkehr zeigen.

Da fragten sie ihn: Was sollen wir tun?

Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso.

Es kamen auch Zöllner zu ihm, um sich taufen zu lassen, und fragten: Meister, was sollen wir tun?

Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist.

Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun?

Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold!

 

Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Stillen,

ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei.

Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.

 

Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und während er betete, öffnete sich der Himmel,

und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

 

 

PREDIGT

 

„Die Leute zogen in Scharen zu Johannes hinaus an den Jordan“. Das erfahren wir aus dem heutigen Evangelientext. Viele Leute waren unzufrieden mit den zum Himmel schreienden Ungerechtigkeiten im Land und mit sich selber, mit der eigenen Verstrickung in die sündigen Strukturen. In Scharen – heißt es – haben sie Orientierung gesucht, eine Neuausrichtung ihres gesamten Lebens: Beruf, Familie, Nachbarschaft, das Volk und sein Land als Teil des mächtigen römischen Reiches.

 

„Was sollen wir tun?“ Auf diese Frage möchten sie eine Antwort bekommen.

Sie stellen sie nicht nebenbei, hobbymäßig, sondern in dem Bewusstsein, dass von der Antwort alles abhängt, eine menschenwürdige und gottgefällige Zukunft für sich und ihre Kinder. „Voll Erwartung“, heißt es, „war das Volk“.

 

Nach der Taufe im Wasser des Jordan haben sich die Leute wie neugeboren gefühlt. Sie haben am eigenen Leib erfahren, was sie bislang nur aus den Heiligen Schriften gewusst hatten: kein Machtapparat und keine Ideologie kann den Menschen auf Dauer versklaven.

  • Ägypten ist heute. Und heute führt Jahwe sein Volk herauf in ein neues Land.
  • Veränderung bringt Unsicherheit mit sich. Was bisher als fix galt, kommt ins Schwimmen. Das ist der Durchzug durchs Rote Meer.
  • Nur Menschen, die dazu bereit sind, alte Muster zu unterbrechen und neues auszuprobieren, verändern die Welt. Das ist das Reinigungsbad im Jordan, dem heiligen Fluss am Übergang ins versprochene Land.
  • Auf die Seite des Lebens übergehen. Das ist die Taufe des Johannes.

 

Umkehr zum Leben – Umkehr der Verhältnisse.

Vergleichbares ereignet sich auch in unseren Tagen. Wir haben es im Dezember bei der Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen beobachtet. In Scharen sind die Leute hingefahren. Die Knüppel der Polizei konnten sie nicht davon abhalten, ihre Meinung kundzutun. Millionen haben via Internet ihre Stimme erhoben. Am dritten Adventsonntag um 15 Uhr nachmittags sind weltweit Kirchenglocken geläutet worden. Christinnen und Christen haben sich mit Formen eingebracht, die ihnen aus der eigenen spirituellen Tradition vertraut sind, zum Beispiel wurde eine Vigil abgehalten. Im Rahmen dieser Nachtwache fand der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu bewegende Worte: "They marched in Berlin and the wall fell. They marched in Cape Town and apartheid fell. They march in Copenhagen, and we are going to get a real deal."

Wir werden ein echtes Klimaschutzabkommen bekommen.

Ehrgeizig: damit unser Planet für uns alle erhalten bleibt.

Gerecht: für die ärmsten Länder, die den Klimawandel nicht verursacht haben, jedoch am stärksten betroffen sind.

Verbindlich: mit Emissionszielen, die rechtskräftig überwacht und durchgesetzt werden können.

 

Im Vergleich zu den hochgesteckten Erwartungen sind die Ergebnisse der Verhandlungen dürftig ausgefallen. Jedoch der Prozess wird weitergehen. Ein Unterstützer einer via Internet kampagnisierenden NGO (=Nichtregierungsorganisation) aus Afrika schreibt: "Es ist nicht leicht einen Elefanten zu bewegen. Doch wenn er sich erst einmal bewegt, ist es fast unmöglich Ihn zu stoppen ... Jetzt bewegt sich der Elefant." Alle wissen „im Stillen“, dass wir nicht einfach so weiter machen können wie bisher. Die Bußprediger verkünden es landauf und landab und in allen Medien: wir müssen uns auf eine massive Änderung unserer Lebensgewohnheiten einstellen. Viele stellen die Frage: was sollen wir tun?

Fragen ohne Antworten, die auch umsetzbar sind, machen jedoch ratlos. Bußpredigten ohne Perspektive machen panisch und klein. Der Bußprediger Johannes hatte eine Perspektive: „Es kommt aber einer, der stärker ist als ich. Er wird euch mit heiliger Geistkraft und mit Feuer taufen“.

 

Dieser Eine ist gekommen. Das haben wir zu Weihnachten gefeiert. Die Nähe des heutigen Festes der „Taufe des Herrn“ zum Weihnachtsfest macht daher Sinn, obwohl historisch gesehen zwischen den beiden Ereignissen viele Jahre vergangen sind. Wir glauben Jesus Christus als den Sohn Gottes, weil er mit Wort und Tat, in Kraft und Weisheit von Gott gekommen ist. Wir glauben Jesus Christus als unseren Bruder, weil er in den Fluten des Unheils und in den Wassern der Angst an unserer Seite ist.

 

Wir sind in der Taufe – bildlich gesprochen – mit ihm zusammen untergetaucht worden und als neue Menschen, als von Gott geliebte Töchter und Söhne herausgekommen. Im Wasser der Taufe hat etwas zu Fließen begonnen, ist etwas in Bewegung gekommen, woran wir uns jedes mal erinnern, wenn wir unsere Finger in Weihwasser tauchen und damit das Zeichen der göttlichen Dreifaltigkeit über uns machen. Bewusst oder unbewusst erneuern wir in diesem Moment unser Taufversprechen, d.h. wir erklären uns bereit zum Widerstand gegen alle destruktiven Kräfte und Einflüsse in der Welt. Und wir sagen Ja zum Leben unter einem offenen Himmel.

 

Der evangelische Pfarrer Klaus-Peter Jörns spricht von der „Würde und Bürde der Gotteskindschaft“, die es „mit Mut und Entschlossenheit zu ergreifen“ gelte. Die Schönheit der Gottesliebe habe Jesus so stark gemacht, dass er selbst der Todesdrohung standhalten konnte. Wenn wir ihn nachahmen und wie er das Geschenk der Gotteskindschaft annehmen, wird uns das dabei helfen, die Gewohnheiten zu durchbrechen, mit denen wir uns dem Leben entgegenstellen, d.h. einer schöpfungsgemäßen, umweltverträglichen Lebensweise.

 

In der Linzer Pfarre zum Seligen Marcel Callo wird das Sakrament der Taufe in einem ehemaligen Turbinenhaus gespendet. Durch die sogenannte „Taufgrotte“ fließt das Wasser des Mühlbaches. Mit dem Wasser und der daraus gewonnenen Energie wurden früher ein Mühlrad und später die Maschinen einer Textilfabrik bewegt und benachbarte Wohnungen beheizt. Was uns hier sinnenfällig vor Augen gestellt wird, ist die Bedeutung jeder christlichen Taufe: sie ist DIE Kraftquelle für unser Leben an der Seite Jesu. Und die christliche Gemeinde, die Gemeinschaft der Getauften ist dann gleichsam wie ein Kleinkraftwerk, das die Menschen versorgt, aber auch antreibt, Kraft für den inneren Motor und für die Tat gibt.

 

Glaubende Menschen wissen: die Sache ist verdammt hart und das Leben schwer, aber wir fühlen uns vom Schöpfer bejaht. Das macht uns glücklich und hilft uns dabei, Verhaltensweisen auszuprobieren, die dem Leben dienen.

 

 

BESINNUNGSTEXT NACH DER KOMMUNION

 

 

Ins Wasser schauen

 

Einen Weisen im alten China fragten einmal seine Schüler:

„Du stehst nun schon so lange am Wasser. Was siehst du denn da?“

 

Der Weise gab keine Antwort. Er wandte den Blick nicht ab von dem unablässig strömendem Wasser. Endlich sprach er:

 

„Das Wasser lehrt uns, wie wir leben sollen. Wohin es fließt, bringt es Leben und teilt sich aus an alle, die seiner bedürfen. Es ist gütig und freigebig.

Die Unebenheiten des Geländes versteht es auszugleichen: Es ist gerecht.

Ohne zu zögern in seinem Lauf, stürzt es sich über Steilwände in die Tiefe: es ist mutig.

Seine Oberfläche ist glatt und ebenmäßig, aber es kann verborgene Tiefen bilden. Es ist weise.

Felsen, die ihm im Lauf entgegenstehen, umfließt es. Es ist verträglich.

Aber seine Kraft ist Tag und Nacht am Werk, das Hindernis zu beseitigen. Es ist ausdauernd.

Wie viele Windungen es auch auf sich nehmen muss, niemals verliert es die Richtung zu seinem ewigen Ziel, dem Meer, aus dem Auge. Es ist zielbewusst.

Und sooft es auch verunreinigt wird, bemüht es sich doch unablässig, wieder rein zu werden. Es hat die Kraft, sich immer wieder zu erneuern.“

 

„Das alles“, sagt der Weise, „ist es, warum ich auf das Wasser schaue. Es lehrt mich das rechte Leben.“

 

 

Predigttext
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