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Sozialpredigt - Sag mir, mit wem du isst und ich sag dir, wer du bist

zum 10. Sonntag im Jahreskreis (7. Juni 2026)

Autor: Herbert Altmann

„Wir als Pharisäer haben uns darauf verpflichtet, alle Speisevorschriften penibel und sorgfältig zu beachten und nur mit Gleichgesinnten bei Tisch zu sitzen. Nur so können wir hoffen, dass wir dabei sein dürfen, wenn der Messias kommt und das Reich Gottes auf Erden errichten wird.
Und jetzt kommt der da daher und behauptet, dass das alles Unsinn ist. Für wen hält er sich eigentlich? Jemand, der mit Sünder:innen und unreinen Zöllner:innen isst, kann unmöglich der Messias sein! Aufgabe des Messias ist es, die Reinen und Gerechten zu sammeln und zum himmlischen Mahl einzuladen. Die Sünder:innen und Unreinen auszuschließen und 
ihnen den Zugang zu verwehren, muss das Programm des Messias sein und sonst nichts.“


Solche und ähnliche Gedanken werden die Pharisäer:innen bewegt haben, wenn sie auf Jesus und seine Tischgemeinschaft schauten. Ihr ganzes Leben, ihren gesamten Alltag „opferten“ sie für die Beachtung der Reinheitsgebote und die Verwirklichung des Gesetzes. 
Kein Wunder, dass sie Jesu Verhalten kritisieren und als massiven Angriff auf ihre Auslegung des Gesetzes verstehen. Ihr Ansehen und ihre Autorität im Volk waren damit in Frage gestellt.


Doch auch Jesus kann sich gegenüber den Pharisäer:innen auf die Schrift berufen. Allerdings setzt er die Prioritäten anders. Er stellt die prophetische Tradition ins Zentrum seiner Botschaft. Schon vor hunderten von Jahren kritisierten diese Boten Gottes die Haltung der Priester und Schriftgelehrten: Gott lasse sich nicht durch Opfer, Kult und Macht manipulieren. Jesus schließt sich dieser Religionskritik, die das Heil durch Äußerlichkeiten erreichen will, 
vollständig an. Religion hat für ihn nur einen Zweck: allen Menschen ein Leben in Freiheit, Gerechtigkeit und Würde zu ermöglichen. Logischerweise sind für ihn jene, denen ein solches Leben am wenigsten möglich ist, die ersten Adressat:innen der bedingungslosen Liebe Gottes. Damit steht und fällt für ihn der Sinn seiner jüdischen Tradition und der gesamten Geschichte Israels als auserwähltes Volk Gottes.


Machen wir einen Zeitsprung von 2000 Jahren. Wie sieht es heute in der Kirche aus?
Da gibt es jene, die sich wenig von den Pharisäer:innen unterscheiden. Für sie ist es ausgeschlossen, dass geschiedene und wiederverheiratete Personen an der Kommunion teilnehmen dürfen. Selbst evangelischen Christ:innen ist es verwehrt, sich in die Reihe einzufügen und Brot (und Wein) zu empfangen. Verheiratete Priester? – kommt nicht in Frage! Frauen am Altar? – für manche undenkbar! Segnungen für gleichgeschlechtlich Liebende? – Gott bewahre! Man könnte die Liste noch lange fortführen … 
Sie wollen die in ihren Augen reine, wahre und einzig richtige Tradition nicht mit solchen Sünder:innen teilen. Sie achten penibel darauf, dass sich nichts ändert und niemand ihre geschlossene Gemeinschaft in Frage stellt.


Sie merken: Die Provokationen Jesu haben nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Ein Mensch, der das klar erkannt und verstanden hat, war Papst Franziskus. Papst Franziskus hat eine klare Vision für eine Kirche, die sich an der Botschaft Jesu orientiert. Seine Reformvorschläge warten weiterhin auf konkrete Umsetzungsschritte.Wenn er von der Kirche als Feldlazarett spricht, meint er damit die Zuwendung Gottes zu allen, die von den vielfältigen Nöten und Leiden des Lebens betroffen sind. Den vielfach 
verwundeten Menschen gilt es nahe zu sein, ihnen zuzuhören und ihnen zu helfen.Unermüdlich hat er dazu aufgerufen, an die Ränder der Gesellschaft hinauszugehen, damit Kirche nahe bei den Menschen sein kann.
Wahre Frömmigkeit zeigt sich im ganzheitlichen Einsatz für eine sozial gerechte und ökologisch sensible Ausrichtung des Wirtschaftssystems. „Laudato si“, die erste päpstliche Sozial-Umwelt-Enzyklika, ist ein bleibender Meilenstein der kirchlichen Soziallehre.Das Synodalprinzip des aufeinander Hörens statt des übereinander Herrschens ist das Wesen 
der Kirche. Jede Form unter Umständen auch klerikaler Machtausübung widerspricht der Gleichwertigkeit aller Getauften.


„Mir ist eine verbeulte Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straße hinausgegangen ist, lieber als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und Bequemlichkeit krank ist.“ (EG 49)


Diese wenigen Andeutungen machen deutlich, wie eng Papst Franziskus mit Jesus und seiner Botschaft vom barmherzigen Gott verbunden war. Kein Wunder, dass sich manche, auch in der römischen Kurie, mit ihm schwertaten. Es ist zu hoffen, dass Papst Leo XIV seinen 
Weg fortsetzt und die Weichen für eine jesuanische Kirche richtig stellt.


Es war, ist und bleibt die Botschaft einer radikalen Liebe, die eingefahrene Gleise verlässt und die Herzen der Menschen erreichen will – und die immer wieder auch Widerstand hervorruft.Gerade diese Botschaft aber inspiriert bis heute viele Menschen und bildet die Grundlage für eine an der Caritas orientierte Kirche. Versuchen wir, diese Liebe und Barmherzigkeit in 
unserem Handeln sichtbar zu machen.


Lassen auch wir uns davon inspirieren und in die Nachfolge Jesu hineinnehmen – so wie der Zöllner Levi und wie Papst Franziskus.


Amen

 

 

 

Sozialpredigt PDF

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