Zustimmung erforderlich!Bitte akzeptieren Sie Cookies von "piwikpro" und laden Sie die Seite neu, um diesen Inhalt sehen zu können.
Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Über uns
  • Lesenswert
  • Bewegen
Hauptmenü ein-/ausblenden Startseite Suche ein-/ausblenden Barrierefreiheit-Einstellungen ein-/ausblenden
Gesellschaft & Soziales
Gesellschaft & Soziales
Barrierefreiheit Einstellungen
Schriftgröße
  • A: Schriftgröße: normal
  • A: Schriftgröße: groß
  • A: Schriftgröße: sehr groß
Kontrasteinstellungen
  • A: Standardfarben
  • A: Gelb auf Schwarz
  • A: Schwarz auf Gelb
  • A: Weiss auf Blau
  • A: Blau auf Weiss
Inhalt:

Sozialpredigt | Muttertag

Gottesdienstvorschlag zum 6. Sonntag in der Osterzeit im Jahreskreis

Autorin:  Mag.a Eva Bauernfeind-Schimek
Gedanken zu Johannes 14,15-21: 

Muttertag


Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten und er 
wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, den Geist der 
Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr 
aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen 
zurücklassen, ich komme zu euch. Nur noch kurze Zeit und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr 
aber seht mich, weil ich lebe und auch ihr leben werdet. An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich 
bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der 
ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich 
werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. 

 


Liebe Mitfeiernde,


in der Bibel spielen Mütter eine bedeutende Rolle. Fast 300 Mal wird das Wort „Mutter“ 
erwähnt, und dabei zeichnet die Bibel kein einheitliches, starres Bild, sondern eine 
erstaunliche Vielfalt: Da gibt es die alleinerziehende Mutter, die um das Überleben ihres 
Kindes kämpft, da gibt es Frauen, die lange auf ein Kind warten und erst spät Mutter 
werden, da gibt es starke, mutige Mütter – und solche, die zweifeln, leiden und mit sich 
ringen.


Wenn wir heute über Mütter sprechen, bemerken wir: Auch unsere Vorstellungen 
haben sich verändert, und verändern sich noch. Lange Zeit war das „Mutterbild“ recht 
klar: Eine Mutter kümmert sich um Haushalt und Kinder, organisiert das Familienleben 
und stellt ihre eigenen Bedürfnisse oft zurück – auch wenn sie erwerbstätig oder in 
einen landwirtschaftlichen Betrieb eingebunden ist. Aber wir wissen auch, dass dieses 
Bild nie vollständig war – für viele Frauen war ihre Rolle nur wenig erfüllend, oft sogar 
einengend. Heute sehen wir eine größere Vielfalt: Mütter, die berufstätig sind, Mütter, die 
allein erziehen, Familien in unterschiedlichen Formen, geteilte Verantwortung zwischen 
Eltern, neue Lebensentwürfe. Und gleichzeitig erleben wir, dass traditionelle Rollenbilder 
wieder stärker betont werden. Manche wünschen sich klare Strukturen zurück, manche 
empfinden die Vielfalt als Überforderung.


Zwischen diesen Polen entsteht Spannung. Was ist eine „gute Mutter“? Wer legt das fest? 
Und wie wird man all den Erwartungen gerecht? Schon darin liegt eine wichtige Wahrheit: 
Es gibt nicht die eine Mutter, die gab es nie. Und doch verbinden viele von uns mit dem 
Wort „Mutter“ etwas sehr Ähnliches: Nähe, Fürsorge, Geduld, Geborgenheit.


In diese Gedanken hinein hören wir mit dem heutigen Evangelium einen Text, der 
ebenfalls von Beziehung, Nähe und Verlässlichkeit geprägt ist. 
Genau das kennen wir von Müttern oder Menschen, die sich kümmern. Diese Liebe ist 
oft unspektakulär, leise und alltäglich, aber sehr kraftvoll. Mütter leben Liebe oft ganz 
praktisch, durch tägliche Fürsorge und Geduld. Sie zeigt sich im Aufstehen in der Nacht, 
im Zuhören, auch wenn man selbst müde ist, im Ermutigen, im Aushalten, im ständigen 
Neuanfängen. Der Wert eines Menschen – und damit auch der Wert einer Mutter – hängt 
nicht an einem bestimmten Rollenbild. Nicht Perfektion ist entscheidend. Nicht das 
Erfüllen eines Ideals. Sondern die Liebe, die sich im Leben zeigt.


Diese Liebe kann ganz unterschiedlich aussehen und gelebt werden, in der klassischen 
Familie, in einer Patchworkfamilie, als alleinerziehende Mutter, als Pflege- oder 
Adoptivmutter, oder auch in Menschen, die Verantwortung übernehmen, ohne leibliche 
Mutter zu sein. Vielleicht liegt genau hier die Verbindung zwischen den unterschiedlichen 
Mutterbildern, den traditionellen und den modernen: Nicht die äußere Form ist 
entscheidend, sondern die innere Haltung. Nicht das Modell macht die Mutter, sondern die 
Liebe.


Jesus gibt im heutigen Evangelium auch eine Zusage: „Ich werde euch nicht als Waisen 
zurücklassen, ich komme zu euch.“ Auch dieser Satz passt zu vielen unserer Erfahrungen 
mit Müttern. In der Kindheit sind sie oft die erste Quelle von Sicherheit – doch gerade am 
Muttertag ist das auch ein starker Satz, denn dieser Tag ist nicht für alle leicht. Für viele 
ist es ein Tag, an dem Schmerz spürbar wird, weil die Mutter fehlt, weil die Beziehung 
schwierig war oder ist, oder weil Erwartungen enttäuscht wurden. Nicht jeder verbindet 
mit dem Bild der Mutter das Gefühl angenommen zu sein, einen Platz haben, sicher zu 
sein. Menschliche Erfahrungen sind an dieser Stelle sehr unterschiedlich.

So können wir heute dankbar sein für das, was Mütter geben, ohne sie in eine Form zu 
pressen. Und wir dürfen gleichzeitig ehrlich sein, wo Beziehungen schwierig sind, wo es 
Verletzungen gibt oder wo etwas fehlt. 


Aber die vielleicht wichtigste Botschaft dieses Tages lautet: Liebe größer ist als jedes 
Rollenbild. Und sie macht frei statt einzuengen.

 

Download PDF

zurück

nach oben springen
  • Kontakt
    • Impressum
    • Datenschutz
Gesellschaft & Soziales


Kapuzinerstraße 84
4020 Linz
Telefon: 0732/7610-3251
gesellschaft_soziales@dioezese-linz.at
http://www.dioezese-linz.at/soziales
Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Herrenstraße 19
4020 Linz
Ihr Kontakt zur
Diözese Linz
anmelden
nach oben springen