Buchrezension: S. Seidel: Entfeindet Euch!
Stefan Seidel nimmt die zunehmende Verfeindung in Politik, Gesellschaft und öffentlicher Debatte unter die Lupe. Er analysiert, wie Feindbilder entstehen und schlägt Wege aus derEntfeindung vor:
Empathie, das Zulassen von Zwischentönen, Dialog, Kompromiss und die Suche nach Gemeinsamkeiten. Verfeindung, Spaltung und Polarisierung betreffen nicht nur internationale Konflikte, sondern sind in vielen Gesellschaften auch auf kommunaler und persönlicher Ebene spürbar. Seidels Buch trifft also einen echten Nerv, nicht als philosophischer Fachaufsatz, sondern als Appell. Die Vorschläge zur Entfeindung sind keine utopischen Träumereien, sondern beinhalten konkrete Vorschläge und Denkhaltungen, etwa das Akzeptieren des anderen in seiner Andersheit.
Stefan Seidel bringt überzeugend zum Ausdruck, dass Feindschaft nicht naturgegeben ist, sondern kulturell und sozial erzeugt wird – und dass sie durch bewusste Entscheidungen zurückgedrängt werden kann.