Wir mischen mit – Jeder Strich, jede Linie, die du zeichnest, zählt!
Ein inspirierendes Hauptreferat
Im Zentrum stand das Hauptreferat von Prof. Bernd Hillebrand, der die Teilnehmenden auf eine theologisch-soziologische Spurensuche zum Thema Transformation mitnahm. Ausgangspunkt war die Unterscheidung zwischen bloßem „Change“ und echter Transformation. Während Change häufig als äußerliche Anpassung verstanden werden kann, beschreibt Transformation für Hillebrand einen tiefgreifenden Prozess, der auch das eigene Selbstverständnis und kirchliches Handeln grundlegend betrifft.
Transformation als theologischer und gesellschaftlicher Prozess
Mit Bezug auf den Gedanken der „Kenosis“ (Entäußerung) betonte er Transformation als Haltung des Loslassens und der Offenheit – ein Prozess, der nicht nur Strukturen, sondern das menschliche Dasein selbst betrifft. In Anlehnung an Zygmunt Bauman („Liquid Modernity“) beschrieb er die Gegenwart als „verflüssigte“ Gesellschaft, in der Eindeutigkeit zunehmend verloren geht und gleichzeitig stark ersehnt wird. Diese Spannung führe zu Unsicherheit, aber auch zu neuen Chancen kirchlicher Gestaltung.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Umgang mit Verlust. In Anlehnung an Andreas Reckwitz sprach Hillebrand von einer „Verlustparadoxie“ der Gegenwart: mehr Möglichkeiten bei gleichzeitig wachsender Unsicherheit. Entscheidend sei die Fähigkeit zum bewussten Umgang mit Verlusten, das auch für seelsorgliches Handeln zentral ist.
Für die Kirche der Zukunft plädierte er für eine relationale, netzwerkartige Sozialform, die stärker sozialraumorientiert und gastfreundlich agiert. Transformation, so seine These, sei dabei nicht nur Aufgabe, sondern bereits im christlichen Dasein selbst angelegt.
Vielfalt der Perspektiven in den „Blitzlichtern“
In der anschließenden Gruppenphase zeigte sich ein reger und engagierter Austausch unter den Teilnehmer:innen. Die „Blitzlichter“ (Wortmeldungen der Mitarbeiter:innen) nach der Gruppenarbeit machten die Vielfalt und Lebendigkeit der Auseinandersetzung mit dem Thema gut sichtbar.
Ein Nachmittag voller Impulse und Begegnungen
Insgesamt war das Treffen von einer offenen und inspirierenden Atmosphäre geprägt, die noch lange nachwirken soll und unseren Seelsorger:innen neue Impulse für ihr tägliches Arbeiten und gemeinsames Gestalten mitgibt.