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Do. 18.12.25

Pastorale Räume zwischen 0 und 1

Seelsorge, Verkündigung und Öffentlichkeitsarbeit im digitalen Raum

Die gute Nachricht vorneweg: „Es muss nicht jede:r Seelsorger:in einen digitalen Schwerpunkt haben“, beruhigt Gabriele Eder-Cakl, die sich als Direktorin des Österreichischen Pastoralinstituts (ÖPI) stark mit dem Thema „Digitale Kirche und Pastoral“ auseinandersetzt. Klar ist aber auch: „Der digitale Raum ist für viele Menschen ein Lebensraum und somit auch ein Raum für Seelsorge.“ Daraus folgen viele Fragen: Wo setzt man auf pfarrlicher Ebene an? Was ist lokal zu denken, was überregional? Wie teilt man Zeit und Energie zwischen analoger und digitaler Seelsorge auf? Wie kann unsere Kirche die pastoralen Räume zwischen 0 und 1 füllen?

Öffentlichkeitsarbeit und Verkündigung liegen nah beieinander

Eva Maria Wagner ist seit 2022 im Dekanat Linz-Süd als Seelsorgerin mit Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit tätig. Ihr Aufgabenprofil umfasst sowohl klassische Bereiche wie Pfarrblatt-Artikel und Plakate als auch digitale Angebote. „Ich bin seit Kindertagen ein bekennender Computer-Freak“, gesteht sie. Somit bringt sie sowohl das Handwerkszeug als auch das Interesse mit, um die Pfarrgemeinden bei ihren Webseiten zu unterstützen oder Social-Media-Auftritte zu gestalten. Für sie eignen sich bestimmte Online-Formate sehr gut, um niederschwellig Angebote zu setzen: „Sonntags verschicke ich einen kurzen spirituellen Impuls, damit pflege ich einen verlässlichen, regelmäßigen Kontakt mit den Abonnent:innen. In der Fastenzeit und im Advent gestalte ich zusätzlich gern besondere Angebote.“ Sie findet es schwierig, Seelsorge und Öffentlichkeitsarbeit klar voneinander zu trennen: „Ein spiritueller Impuls ist beides: Ich setze ein seelsorgliches Angebot, das über einen Newsletter oder Social Media verbreitet wird und somit zugleich als Aushängeschild für die Pfarre und im weiteren Sinne für Kirche insgesamt wahrgenommen wird.“ In der designierten Pfarre Linz-Süd übernimmt Eva Maria Wagner die Grundfunktionsbeauftragung für Verkündigung. Das passt für sie gut zusammen: „Wir haben als Christ:innen eine Botschaft, von der wir überzeugt sind, und davon erzählen wir. Öffentlichkeitsarbeit und Verkündigung liegen ganz nah beieinander.“

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Das Versprechen von Zugehörigkeit und Gemeinschaft

Wo Öffentlichkeitsarbeit endet und wo Seelsorge beginnt, fragt sich auch Doris Steiner immer wieder. Sie bringt eine breite Expertise aus dem Medienbereich mit: von der Fotografie über Mediendesign bis hin zu Marketing und PR. Seit einem Jahr ist sie als Projektverantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit in der Pfarre Braunau zuständig. „Für Seelsorger:innen ist es einfacher, mit den Menschen in Kontakt zu kommen“, resümiert sie. „Allgemeine Aufrufe bringen kaum Rückmeldungen, Kirche funktioniert über die persönliche Ebene.“ Das ist es auch, was bei den Leuten gut ankommt: „Ich bekomme positive Rückmeldungen aus den Pfarrgemeinden für jede Unterstützung, etwa bei der Erstellung von Kirchenführern.“ Ziel des Projekts ist es, den Ehrenamtlichen in den Pfarrgemeinden nützliches Wissen zu vermitteln und den öffentlichen Auftritt der Pfarre Braunau zu entwickeln. Dafür geht Doris Steiner nun neue Wege: „Die HAK Braunau bietet den Schwerpunkt Marketing, Journalismus und Medien an. Dort konnte ich drei Schüler:innen für ein Maturaprojekt gewinnen: Sie machen Logo-Entwürfe, gestalten Plakatmasken für kirchliche Feste im Jahreskreis, erstellen PowerPoint-Präsentationen für Erstkommunion und Firmung und planen sogar einen TikTok-Account.“ Mit dieser Begeisterung hatte sie nicht gerechnet, aber es zeigt sich: Die Motivation ist groß, weil die Arbeit tatsächlich in die Praxis umgesetzt wird und viel Freiraum besteht. Außerdem zeigt eine Umfrage, die die Schüler:innen unter Gleichaltrigen durchgeführt haben: Jugendliche sind stark interessiert an Glaubensinhalten und Gemeinschaft; allerdings fühlen sich viele durch die ritualisierten Abläufe im Gottesdienst eingeschüchtert und abgeschreckt. „Wir planen daher nun kurze Erklärvideos, sogenannte Reels, mit unserem Pfarrer Gert Smetanig“, berichtet Doris Steiner. „Er erklärt darin, wie es in der Kirche so abläuft.“ Überhaupt solle man viel weniger voraussetzen, findet sie: „Kirche ist ein Versprechen von Zugehörigkeit und Gemeinschaft – darauf sprechen junge Menschen total an!“

 

Orte des gemeinsamen Ringens und Suchens

Nicht nur junge Menschen sehnen sich nach Austausch: Weil sie sich mit Menschen vernetzen wollte, die sich in den vielfältigen globalen Krisen gegenseitig stützen und unterstützen möchten, hat Astrid Hollaus, Pastoralassistentin im Dekanat Unterweißenbach, ein neues Format erdacht. Zusammen mit Lucia Göbesberger und Eva Bauernfeind-Schimek vom Fachbereich Gesellschaft und Soziales lädt sie einmal monatlich zur Onlineveranstaltung „Re:source Glaube“ ein, wo sie sich mit wechselnden Referent:innen zu verschiedenen Themen austauscht. Die Zielgruppe sind primär Hauptamtliche, aber auch Seelsorgeteam-Mitglieder. „Wir nutzen diesen Ort des gemeinsamen Ringens und Suchens, um den christlichen Glauben als Ressource nutzen zu lernen“, erklärt Astrid Hollaus. Beworben wird die Veranstaltung klassisch über Mundpropaganda, aber auch über Facebook: „Verkündigung beginnt, sobald Menschen auf Statusmeldungen reagieren.“ Um im digitalen Raum gute Arbeit machen zu können, findet sie Input von Leuten mit Medien- und PR-Erfahrung wertvoll: „So können wir in der Kirche den Blick weiten und werden anschlussfähiger. Jesus hat sich schließlich auch nicht bloß mit Seinesgleichen getroffen und ausgetauscht.“ Das gilt selbstverständlich auch für alle anderen Räume: „Es ist wichtig, für neue Leute ohne kirchliches Fachwissen offen zu sein, ohne gleich missionieren zu wollen.“

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Ohne Authentizität keine Verkündigung

Gabriele Eder-Cakl bestätigt, dass es eine wachsende Offenheit gegenüber der Kirche gibt: „Auch die Zahlen der Taufwerber:innen zwischen 15 und 25 steigen stetig. Mit Glaubensinhalten kommen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen oft erstmals über Social Media in Kontakt.“ Umso wichtiger ist es, dass die dort präsentierten Inhalte nicht polarisieren oder Schwarz-Weiß-Denken verbreiten. „Es gibt Personen und Gruppierungen, die gute Finanzquellen haben und einen extremistischen bis rechtsradikalen Katholizismus vertreten. Sie arbeiten oft mit Angst und Ausschluss. Deshalb ist es wichtig, dass Stimmen hörbar sind, die einen lebensfördernden Glauben verkünden.“ Das Österreichische Pastoralinstitut unterstützt deshalb digitale Seelsorge und Influencer:innen, die auf verschiedenste Weisen Menschen an ihrem Glaubensleben teilhaben lassen. Eine von ihnen ist Sr. Ida Vorel, die in ihrem „Klostertalk“ Fragen zum Ordensleben beantwortet. Mehr als 38.000 Personen folgen der Franziskanerin von Vöcklabruck mittlerweile auf TikTok. „Ich bin kein Fan davon, wenn jemand Anderen vorschreibt, wie sie zu leben haben“, sagt sie über ihre Arbeit. „Ich komme gerne mit Menschen in Austausch und berichte von dem, was mich bewegt, zum Beispiel anlässlich der Kampagne ‚Orange the World‘ gegen Gewalt an Frauen.“ Diese Art von Authentizität als Christ:in ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche digitale Angebote, unterstreicht Gabriele Eder Cakl: „Verkündigung ist glaubhaft, wenn sie sich aus dem eigenen christlichen Lebensstil speist.“

 

Wie lässt sich kirchlicher Erfolg messen?

Was bedeutet das nun für die seelsorgliche Praxis? Eva Maria Wagner, Doris Steiner und Astrid Hollaus würden sich mehr Möglichkeiten zum Austausch wünschen, denn sowohl für Seelsorge als auch für Öffentlichkeitsarbeit im digitalen Raum sitzt man oft allein vorm Computer. Hier wird sowohl in den Diözesen als auch auf Österreich-Ebene an Unterstützungsformaten gearbeitet, etwa Vernetzungstreffen, Schulungen zum Umgang mit Hass im Netz und Tipps zu Content Management (also dem Gestalten von digitalen Inhalten). „Gerne einfach beim Österreichischen Pastoralinstitut melden!“, lädt Gabriele Eder-Cakl ein. Und in noch einem Punkt sind sich alle einig: Kirchlicher Erfolg bemisst sich nicht allein durch volle oder leere Kirchenbänke. In Österreich besuchen sonntags circa 500.000 Menschen den Gottesdienst, aber 750.000 feiern über Radio- und Fernsehübertragungen mit. Je mehr Räume geöffnet werden, desto mehr Möglichkeiten der Begegnung und des gelebten Glaubensausdrucks gibt es auch: pastorale Räume von 0 bis 1 und weit darüber hinaus.

 

Text: Magdalena Welsch

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