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Einsatz für Flüchtlinge in der Pfarre Zell an der Pram

In Krisensituationen bringen sich Pfarren und kirchliche Einrichtungen oft in die Zivilgesellschaft ein. So auch aktuell bei der Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine. Die Pfarre Zell an der Pram ist dabei ein wunderbares Beispiel.

Seit Anfang März unterstützt die Pfarre Zell an der Pram die Initiative „Herzensangelegenheiten – Passau hilft“ bei der Versorgung ukrainischer Flüchtlinge an der ukrainisch-polnischen Grenze. Die Pastoralassistentin Barbara Haidinger-Schuster erzählt, wie die Zusammenarbeit entstanden ist: „Die Mutter eines Erstkommunion-Kindes hat beim Elternabend von der Hilfsaktion erzählt. Sie selbst ist mit einem der Initiator*innen befreundet und hat bei dieser Gelegenheit gefragt, ob sie einen Spendenaufruf machen darf.“ Dieser wurde sofort über die pfarrlichen Kanäle sowie die Homepage und Facebook-Seite gestartet.

 

 

Das tun, was möglich ist

 

Bevor Barbara Haidinger-Schuster mit der Pfarre intensiver in die Initiative eingestiegen ist, wollte sie sich bei der Caritas informieren, ob solche Eigeninitiativen überhaupt hilfreich sind. Die Antwort war eindeutig: Die großen Hilfsorganisationen sind durchaus froh über diese Initiativen, weil ihnen gerade am Anfang bis zum Aufbau der Infrastruktur oft selbst die Hände gebunden sind. Nun unterstützt die Pfarre „Herzensangelegenheiten“ dort, wo sie kann. Auf Grund der Spendenfreudigkeit der Pfarrbevölkerung wurden die Lagerkapazitäten in den Wohnungen der Helfer*innen schnell zu klein, so dass Barbara Haidinger-Schuster die Pfarrräumlichkeiten zur Verfügung stellte, in denen auch die Spenden sortiert werden konnten: „Wir als Pfarre stellen das zur Verfügung, was wir leisten können: Kommunikation, Räumlichkeiten und auch die Erfahrung im Sammeln von Spenden. Aber die Ehrenamtlichen sind nach wie vor diejenigen, die die meiste Arbeit machen: Spenden sammeln, in die Lager bringen und dort aussortieren, bevor die Hilfsgüter verladen und mit dem Auto an die Grenze gebracht werden.“ Am ersten März-Wochenende konnte bereits ein Konvoi von LKWs und Kleinbussen vollgepackt mit Spenden an die Grenze fahren.

 

 

Nähe zur Heimat

 

Das Anliegen der Helfer*innen war es aber, nicht nur Waren an die Grenze zu bringen, sondern auch Hilfesuchenden eine Mitfahrgelegenheit nach Österreich oder Deutschland zu bieten. Dieser Bedarf war aber nicht allzu groß: „Die Menschen wollen gar nicht weit weg, die meisten möchten in Polen bleiben, denn den Menschen ist die Nähe zur Heimat irrsinnig wichtig.“ Dennoch kamen am Sonntag, den 6. März, in der Früh zwölf Kinder und eine Erwachsene mit den Helfer*innen im Innviertel an. Alle konnten bei Bekannten in der Umgebung untergebracht werden.

 

 

Flexibilität und Kreativität sind notwendig

 

Durch die Hilfe direkt vor Ort konnten die Ehrenamtlichen auch sehen, was wirklich gebraucht wird, und so wurden in der zweiten Märzwoche bereits Waren für den nächsten Transport zusammengesucht. Dabei ist es auch wichtig, auf die Ressourcen der Spender*innen zu schauen, wie Barbara Haidinger-Schuster betont: „Man kann die Menschen nicht alle drei Tage fragen, ob sie was spenden. Da ist es notwendig, auf verschiedenen Ebenen anzusetzen. So war es für den zweiten Transport nicht mehr möglich, viele Sachspenden zu sammeln. Kurzerhand haben sich die Ehrenamtlichen vor den örtlichen Supermarkt gestellt und ähnlich wie bei der „Aktion Kilo“ die Einkaufenden gefragt, ob sie ein Stück mehr mitnehmen und spenden möchten. So konnten viele Lebensmittel und Hygieneartikel gesammelt werden, die am Wochenende bereits nach Polen in ein Erstaufnahmezentrum gebracht werden konnten.“

Das Engagement für die Flüchtlinge wurde in der Pfarre Zell an der Pram durchgehend gut aufgenommen: „Die Menschen haben spontan geholfen. Wir konnten auch relativ schnell 4-5 Familien finden, die sich bereit erklärt haben, im Fall jemanden aufzunehmen.“

 

 

Helfen geht an die Substanz

 

Nach einem ersten, eher impulsiven Helfen geht es in weiterer Folge darum, effizient und koordiniert zu arbeiten. Damit hat Barbara Haidinger-Schuster, besonders in der Flüchtlingsbewegung 2015, Erfahrungen gesammelt und beschreibt: „Gerade am Anfang herrscht viel Enthusiasmus und der Wille zu helfen. Aber man merkt schnell, dass es an die Substanz geht und da ist es wichtig, die Menschen von Anfang an gut zu unterstützen.“

Dazu gehört auch die gute Absprache mit Organisationen wie der Caritas: „Ich versuche zu vermitteln, wenn ich weiß, dass die Caritas Schärding einen Konvoi startet, dann gebe ich das an die Helfer*innen weiter. Wobei man sagen muss, dass die Ehrenamtlichen bei „Herzensangelegenheiten – Passau hilft“ allesamt Menschen sind, die selbst schon viele Erfahrungen in anderen Flüchtlingskrisen und in persönlichen Einsätzen gemacht haben.“

 

 

Seelsorgliche Unterstützung

 

Die Pastoralassistentin kann die Helfer*innen aber auch seelsorglich begleiten: „Es geht darum zuzuhören. Besonders wenn die Ehrenamtlichen aus der Krisenregion zurückkommen. Die Situation vor Ort ist durchaus belastend. Insbesondere mit Blick auf die Kinder und die schlechte medizinische Versorgung. Da hilft es, wenn die Helfer*innen jemanden haben, bei dem*der sie erzählen können, was sie erlebt haben.“

Die Tatsache, etwas tun zu können, tut wiederum Barbara Haidinger-Schuster selbst gut, auch wenn es sehr anstrengend ist: „In Krisen lernt man sich selbst besser kennen und es tut gut, die eigenen Fähigkeiten einsetzen zu können. In den Momenten, wo man nichts tun kann – beten geht immer.“ Deshalb hat Barbara Haidinger-Schuster in der Pfarre auch ein Friedensgebet angeboten: „Es geht darum, dass jede*r tut, was er*sie kann. Das kann auch ein Gebet sein, denn damit stärkt man sich selbst und tut was möglich ist.“

 

Nachtrag

 

Während dieser Artikel entstanden ist, hat sich die Situation in der Ukraine mehrfach verschärft und auch die Helfer*innen sind mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Barbara Haidinger-Schuster kommentiert die Situation folgendermaßen: „Den Artikel ein paar Tage später zu lesen zeigt, dass das damals alles seine Richtigkeit hatte, aber nicht mehr alles aktuell ist. Mittlerweile hat die Mama, die mich damals beim Elternabend angefragt hat, auch einen Container im Garten stehen, wo ebenfalls gesammelt wird. Ein ganzes Team aus Müttern und Zellner*innen ist mittlerweile aktiv. Eine zweite Aktion Kilo hat wieder sehr viel hereingebracht. Außerdem sind mittlerweile auch Flüchtlinge am Weg zu einer Familie nach Zell...“

 

Text: Mag.a Melanie Wurzer BA

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