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Pfarre Gurten
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Mo. 19.10.26
"Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen..."
Tages­evangelium
Lk 12, 13-21
Mo. 19.10.26
Tages­evangelium

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

In jener Zeit

13 bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen.

14 Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht?

15 Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt.

16 Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte.

17 Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll.

18 Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen.

19 Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens!

20 Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast?

21 So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

Lk 12, 13-21
1. Lesung
Eph 2, 1-10

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser

 

Brüder!

1 Ihr wart tot infolge eurer Verfehlungen und Sünden.

2 Ihr wart einst darin gefangen, wie es der Art dieser Welt entspricht, unter der Herrschaft jenes Geistes, der im Bereich der Lüfte regiert und jetzt noch in den Ungehorsamen wirksam ist.

3 Zu ihnen gehörten auch wir alle einmal, als wir noch von den Begierden unseres Fleisches beherrscht wurden. Wir folgten dem, was das Fleisch und der böse Sinn uns eingaben, und waren von Natur aus Kinder des Zorns wie die anderen.

4/5 Gott aber, der voll Erbarmen ist, hat uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht. Aus Gnade seid ihr gerettet.

6 Er hat uns mit Christus Jesus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz im Himmel gegeben.

7 Dadurch, dass er in Christus Jesus gütig an uns handelte, wollte er den kommenden Zeiten den überfließenden Reichtum seiner Gnade zeigen.

8 Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft - Gott hat es geschenkt -,

9 nicht aufgrund eurer Werke, damit keiner sich rühmen kann.

10 Seine Geschöpfe sind wir, in Christus Jesus dazu geschaffen, in unserem Leben die guten Werke zu tun, die Gott für uns im Voraus bereitet hat.

Antwortpsalm: Ps 100 (99), 2-3.4-5 (R: 3b)


Weiterführende Links:
  • Schott-Messbuch
  • Evangelium Tag für Tag
Namenstage:
  • Hl. Paul vom Kreuz
  • Joel
Mo. 19.10.26
Namenstage
Hl. Paul vom Kreuz
* 3. Jänner 1694, Ovada bei Genua, Italien
† 18. Oktober 1775
Priester, Ordensgründer
Der Gründer des Passionistenordens wurde 1694 in Ovada in der Republik Genua geboren. Sein Vater Lukas Danei war ein Geschäftsmann. Von seiner frommen Mutter lernte er früh die Verehrung des Leidens Christi. Seine Absicht, mit den Venezianern gegen die Türken in den Krieg zu ziehen, musste er aufgeben. 1720 erhielt er vom Bischof von Alessandria, der die Berufung des jungen Mannes prüfte und als echt anerkannte, das schwarze Bußgewand. 1722 wurde er zusammen mit seinem Bruder Johann Baptist zum Priester geweiht und erhielt die Erlaubnis, Novizen aufzunehmen. 1737 konnten sie in Orbetello eine erste Niederlassung gründen. Paul wurde in dieser Zeit ein erfolgreicher Missionsprediger in den Städten Italiens. Seine Gründung, der „Orden vom Leiden Jesu“, wurde 1769 von Papst Klemens XIV. endgültig bestätigt, und Paul musste, trotz seiner angegriffenen Gesundheit, das Amt des Generaloberen übernehmen. Er starb 1775 in Rom.

Joel
* 4. Jhdt. v. Chr.
Prophet
Joel war einer der kleinen Propheten. Er wirkte in Jerusalem als Kultprophet und weckte im Volk die Hoffnung auf den Tag Jahwes als Offenbarung von Gottes Gericht und Gnade und als Aufrichtung der endgültigen Gottesherrschaft. Seine Ankündigung der allgemeinen Geistausgießung (Joel 3, 1 - 5) wurde von Lukas zur Deutung des Pfingstgeschehens herangezogen (Apostelgeschichte 2, 15 - 21).




Weiterführende Links:
  • Heiligenlexikon
  • Schott-Messbuch
  • Evangelium Tag für Tag
Gottesdienste demnächst
Sa.
24.10.
19:00 Uhr | Pfarrkirche Gurten
Vorabendmesse
(Eucharistiefeier)
Inhalt:
Einladungen & Pilgerfahrten

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Des Kaisers neue Kleider

Nichts, aber auch gar nichts, scheint uns mehr heilig zu sein.

Bearbeitete Version der Predigt zum Pfingstmontag 2026 von Pfr. Philipp Faschinger.

 

„Eine der zurzeit relevantesten und angesagtesten Künstlerinnen“ nennt der ORF Frau Florentina Holzinger, die eine in Kreuzform aufgehängte nackte Frau mit Unmengen roter Farbe bespritzen lässt – dass ich nicht lache! Aber warum eigentlich? Nach welchen Kriterien wird hier beurteilt? Weil sie am grellsten und lautesten schreit? Wahrscheinlich. Denn, warum unser öffentlicher Rundfunk angesichts 1100 verkaufter Tickets bei einer so gehypten Veranstaltung mit solchen Superlativen berichtet, erklärt sich mir sonst nicht. Rappelvoll war am gestrigen Pfingstabend beispielsweise auch die Stiftskirche in Reichersberg anlässlich der Aufführung von Haydns Schöpfung.

 

Der Wahrheit gemäß müsste man eher von Blasphemie der grauslichsten Art und Weise sprechen, um das Kind einmal beim Namen zu nennen und Künstlerinnen und Künstlern, die sich solches erlauben, einmal gehörig den Kopf zu waschen, wenn unsere Gesellschaft schon keine strafrechtlichen Schritte gegen dergleichen Obszönitäten einzuleiten im Stande ist.

Wie hier unter dem Deckmantel von Begriffen wie „Performance-Kunst“ und sogenannten „Orgien Mysterien Theatern“ die heiligsten christlichen Symbole, der Hl. Geist, der Gekreuzigte etc. in abgeschmackter, ja obszöner Weise für das „Feiern von Sommer und Fertilität“ benutzt werden, lässt sich einfach nur mit dem Terminus Blasphemie auf den Punkt bringen.

 

Quod licet Iovi, non licet bovi

Als Theologen wird einem dann gelegentlich gekontert, ob man denn schon wisse, dass etwa der Prophet Jesaja auch nackt durch Jerusalem gezogen ist, um so Aufmerksamkeit zu erregen. Nun, der große Visionär im Alten Testament hat sich aber genau überlegt, was er tut. Er setzte mit seinem aufrüttelnden Handeln ein genau erkennbares und exakt bestimmtes prophetisches Zeichen. Niemals wäre er wahllos nackt auf einem Auto über einen Platz gesurft, niemals hätte er Symbolik missbraucht, die seinem eigenen Volk heilig war.

Wer sich hingegen eindeutig religiös konnotierter Zeichen bedient, die unzähligen Menschen heilig sind, der müsste umso mehr wissen, was er tut! Wer es tut, ohne eine ihnen entsprechende Botschaft zu senden, der begibt sich eindeutig in den Bereich der Blasphemie! Wer meint, er könnte ungestraft die christlichen Zeichen des Hl. Geistes und der Erlösung in so abgeschmackter Weise für seine Sommer- und Fertilitätsfeiern und angeblichen Friedensbotschaften benutzen, dem gehören, wie gesagt, einmal ordentlich die Leviten gelesen!!

 

Wenn auch in unseren Breiten manche meinen, im Namen der Kunst alles zu dürfen, so wäre es doch gerade für Künstler die angeblich Friedensbotschaften senden wollen, nicht schlecht, einmal darüber nachzudenken, was ihr Handeln in den Köpfen anders Denkender auslöst:

Wir müssen uns nicht wundern, wenn etwa Menschen aus dem muslimischen Kulturkreis lieber bei den radikalen Formen ihrer Religion bleiben, sicher oft als Reaktion auf die Wahrnehmung, wie gleichgültig wir mit unserem Glauben umgehen und wie wir sogar bei der Demontage der eigenen Religion mit blasphemischen Mitteln zusehen!

Und wir müssen uns auch gar nicht wundern, wenn beispielsweise ein Putin solche bei uns tolerierte und zum Teil gefeierte Aktionen wieder propagandistisch für sich ausschlachtet, um dadurch den seiner Meinung nach „heiligen Krieg“ gegen den „dekadenten Westen“ zu legitimieren und wenn ihm das dann auch viele noch glauben. Es ist natürlich niemals gutzuheißen, dass uns jetzt die Oreschnik-Raketen um die Ohren fliegen, aber es ist offensichtlich, dass es u.a. genau ein solches entrüstendes Gehaben wie das vieler unserer sogenannten Künstler ist, welches die Stimmung international, aber auch innerhalb unserer Grenzen so aufheizt.

 

Liebe Schwestern und Brüder,

wir haben als Bürgerinnen und Bürger unseres Landes auch eine Verantwortung angesichts dessen, was wir tolerieren!

Da brauchen wir nun in mehrfacher Weise den Heiligen Geist: Erstens, wie es im heutigen Evangelium heißt, zum Erkennen der Wahrheit und zum richtigen Einordnen der Ereignisse und Vorgänge in unserem Umfeld, weiters brauchen wir ihn, damit er uns Mut und Kraft schenkt zum Reagieren und Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit, in die wir gestellt sind. Und schließlich möge er uns auch noch die rechten Worte eingeben, wenn es im Gespräch darum geht, liebevoll, aber auch mit Klarheit die zu sagende Wahrheit zum Ausdruck zu bringen.

 

Des Kaisers neue Kleider

Schließlich tut es dann noch gut, sich zu erinnern, dass es Gleichgesinnte gibt, die verstehen, wie man mit Witz und Esprit sich angesichts solcher Fehltritte in unserer teils sehr dekadenten Welt den Ärger von der Seele singen kann und die auf diese Weise vielen helfen, die gute Laune nicht zu verlieren. Spontan hab ich mich da an Reinhard Mey erinnert:

 

„Nicht weit von meiner Wohnung wurde vor nicht langer Zeit
Was ich durchaus begrüß', ein Kindergarten eingeweiht
Nun muss noch auf den Rasenplatz davor ein Stück Kultur
Nicht etwa eine Schaukel, nein, eine Skulptur!


Dafür hat man einen Künstler aus Grönland engagiert
Der dort mit Schmieröl und Walfischkot experimentiert
Ich hab' nichts gegen Eskimos, ich frag' mich nur, warum
Laufen bei uns so viele arbeitslose Bildhauer herum
Wie dem auch sei, das Kunstamt hat auch für mein Steuergeld
Die Plastik "Kind und Chaos" auf dem Rasen aufgestellt
Seitdem trau'n sich die Kinder nur mit Tränen und Geschrei
Und auch nur unter Strafandrohung an dem Ding vorbei
Nicht eine Taube, die auf "Kind und Chaos" niederschwebt
Und kein Hund muss so nötig, dass er's Bein daran hebt

Was mich betrifft, ich hab' die Faxen satt
Sieht denn hier keiner, dass der Kaiser keine Kleider anhat?
Das ist weder neu noch orginell, das ist nur beknackt –
Seht doch mal richtig hin, der arme Kerl ist splitternackt!“

 

Möge der Hl. Geist, der auch durch die Weisheit alter Märchen spricht, uns an diesem Pfingstfest beleben und uns seine Freude in Fülle schenken! Amen.

Pfarr Team
Richard Puttinger
1. Pfarrgemeinderatsobmann
Philipp Faschinger, Bacc.theol.
Pfarrprovisor
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