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Warum Spiritualität im Gesundheitswesen unverzichtbar ist

Warum Spiritualität im Gesundheitswesen unverzichtbar ist

Krankheit bedeutet einen massiven Einschnitt im Leben der Betroffenen – und immer leidet auch die Seele. Welche Rolle Spiritualität im Sinne einer ganzheitlichen Begleitung spielt, erläuterten Expert:innen aus Krankenhausseelsorge und Gesundheitswesen am 4. März 2026 bei einer Pressekonferenz in Linz. 

Die gegenwärtige Weltlage ist von Unsicherheit geprägt. Kommt noch eine persönliche Krise, etwa eine schwere Erkrankung oder eine Operation, hinzu, gerät das Leben ins Wanken. Von heute auf morgen ist nichts mehr so, wie es war. Was gibt Halt, wenn scheinbar nichts mehr hält und trägt?

 

In solchen Situationen ist Spiritualität ist eine wesentliche Ressource und Kraftquelle. Sie stärkt gesunde Menschen genauso wie Menschen im Heilungsprozess und Menschen am Lebensende. Über den Mehr-Wert spiritueller Begleitung im Gesundheitswesen im Sinne einer ganzheitlichen Begleitung sprachen am 4. März 2026 bei einer Pressekonferenz in Linz Doris Wierzbicki, Leiterin des Teams Seelsorge im Gesundheitswesen der Diözese Linz, Primaria Christina Grebe, Ärztliche Leiterin der Palliativstation am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck, und der Geschäftsführer der Oö. Ordensspitäler Koordinations GmbH Johann Minihuber.

 

v.l.: Prim.a Dr.in Christina Grebe, MSc., Ärztliche Leitung Palliativstation Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck, Vorsitzende des Landesverbandes Hospiz OÖ; Mag. Johann Minihuber, MBA, MAS, Geschäftsführung Oö. Ordensspitäler Koordinations GmbH und Dipl.-PAss.in Doris Wierzbicki, MASSc, Leitung Team Seelsorge im Gesundheitswesen der Diözesanen Dienste. / © Diözese Linz - Johannes Kienberger

 

 

Seelische Gesundheit als integraler Bestandteil medizinischer Versorgung

 

Primaria Christina Grebe ist Ärztliche Leiterin der Palliativstation am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck und Vorsitzende des Landesverbandes Hospiz OÖ. Sie betonte die Bedeutung der seelischen Gesundheit – ein Thema, das aus ihrer Sicht im Gesundheitswesen unterrepräsentiert ist. Krankheit betreffe nicht nur den Körper, sondern immer auch die Seele. „Krankheit berührt Dimensionen, die über das rein Biologische hinausgehen. Schmerzen oder Schwäche sind äußere Symptome. Dahinter stehen oftmals Fragen nach dem Sinn, nach Identität oder der Zukunft.“ Es sei von großer Bedeutung, die spirituelle Sicht auf den Patienten bzw. die Patientin nicht auszuklammern, denn: „Wenn seelische Belastungen unerkannt bleiben, beeinflussen sie Beschwerden, Heilungsprozesse und die Lebensqualität maßgeblich.“

 

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Prim.a Dr.in Christina Grebe, MSc., Ärztliche Leitung Palliativstation Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck, Vorsitzende des Landesverbandes Hospiz OÖ / © Diözese Linz - Johannes Kienberger

 

 

Gerade am Ende des Lebens seien Menschen mit existenziellen Fragen konfrontiert: „Was macht das für einen Sinn? Warum gerade ich?“ Je leistungsstärker die Medizin werde, desto mehr würden sich diese Sinnfragen stellen, die massive Auswirkungen auf Patient:innen und ihre Angehörigen hätten. Aus Grebes Sicht ist es Aufgabe des gesamten Gesundheitssystems, sich um die seelischen Belastungen von Patient:innen zu kümmern. „Der seelische und existenzielle Aspekt gehört unverkennbar zum humanistischen Auftrag des Krankenhauses. Wir müssen Raum schaffen für offene Gespräche über Angst, Hoffnung, Sinnfragen und Lebensplanung, ohne dabei die Wissenschaftlichkeit zu verlieren“, so Grebe. Ermöglicht werde diese ganzheitliche Behandlung durch multidisziplinäre Teams, bestehend aus Ärztinnen und Ärzten, Personen aus Pflege, aus dem therapeutischen Bereich, aus Seelsorge, Psychologie und Sozialarbeit.

 

Besonders wichtig sei diese Art der Begleitung dann, wenn Therapien an ihre Grenzen stießen. „Hier kommt es auf ehrliche Gespräche über Wünsche, Ziele und Abwägungen an und auf die Wahrung von Würde und vor der Autonomie des Menschen. Eine dialogische Haltung zwischen Patient:in, Familie und dem Behandlungsteam schafft Vertrauen, reduziert Angst und fördert eine patientenzentrierte Entscheidungsfindung“, weiß die Expertin. Grebe spricht sich deshalb für eine Krankenhauskultur aus, die seelische Gesundheit als integralen Bestandteil der medizinischen Versorgung versteht. Es brauche frühzeitig Raum für Gespräche über Sinn, Angst und Hoffnung und eine verstärkte interprofessionelle Zusammenarbeit, unterstrich die Palliativmedizinerin.

 

 

„Spiritualität ist kein ‚Nice-to-have‘, sondern eine Ressource, aus der wir leben“

 

Johann Minihuber, Geschäftsführer der Oö. Ordensspitäler Koordinations GmbH, betonte, das Gesundheitswesen befinde sich in einer Phase tiefgreifender Veränderung. „Medizinischer Fortschritt, gesellschaftliche Entwicklungen und globale Herausforderungen stellen uns täglich vor neue Anforderungen – fachlich, organisatorisch und nicht zuletzt menschlich. Zugleich wird immer deutlicher, wie stark diese Rahmenbedingungen das Erleben von Patientinnen und Patienten, von Angehörigen sowie von Mitarbeitenden beeinflussen.“ Menschen gerieten im Krankenhaus häufig in eine persönliche Ausnahmesituation – mit einer schweren Diagnose, vor einer großen Operation oder am Ende ihres Lebens. „In solchen Momenten wird deutlich, dass Gesundheit weit mehr ist als die Abwesenheit von Krankheit“, so Minihuber. Krankenhausaufenthalte seien mit unterschiedlichen Gefühlen verbunden: Verunsicherung, Trauer, Angst, aber auch Hoffnung, Freude oder Dankbarkeit.

 

Mag. Johann Minihuber, MBA, MAS, Geschäftsführung Oö. Ordensspitäler Koordinations GmbH

Mag. Johann Minihuber, MBA, MAS, Geschäftsführung Oö. Ordensspitäler Koordinations GmbH / © Diözese Linz - Johannes Kienberger

 

Auch er unterstreicht die Bedeutung einer ganzheitlichen Begleitung von Menschen im Gesundheitswesen. „Die Ordensspitäler in Oberösterreich verstehen sich seit jeher als Orte einer ganzheitlichen Sorge um den Menschen. Hochqualifizierte Medizin und Pflege sind für uns selbstverständlich – sie reichen aber allein nicht aus. Krankheit berührt immer auch existenzielle Fragen: nach Sinn, nach Halt, nach Hoffnung. Genau hier zeigt sich der Mehr-Wert spiritueller Begleitung.“ Die spirituelle Verwurzelung von Ordensspitälern sei „ein lebendiger Auftrag – von den prägenden Ordensgründern der Geschichte bis hinein in die Haltungen und Werte, die heute tagtäglich in unseren Häusern gelebt werden“, so Minihuber.

 

Seelsorge schaffe Räume, in denen Menschen mit ihren Fragen, Ängsten und Hoffnungen ernst genommen würden – unabhängig von Herkunft, Weltanschauung oder religiöser Bindung. „Spiritualität ist dabei keine Zusatzleistung, und kein ‚Nice-to-have‘, sondern eine Ressource, aus der wir leben, aus der wir unseren Geist und unsere Haltung entwickeln und reflektieren. Spiritualität kann Patientinnen und Patienten, Angehörige ebenso wie Mitarbeitende stärken und Halt geben. Gerade in einem hoch getakteten, oft belastenden Arbeitsumfeld ist sie auch eine Ressource für Menschlichkeit, Resilienz und Sinnorientierung“, weiß der Geschäftsführer.

 

Zentrale Aufgabe von Geschäftsführungen und Vorständen in den Ordensspitälern Oberösterreichs sei es, diese spirituelle Dimension auch strukturell abzusichern: durch klare Rahmenbedingungen, durch interprofessionelle Zusammenarbeit und durch eine Unternehmenskultur, die den Menschen in den Mittelpunkt stelle. „Ein Gesundheitswesen der Zukunft braucht Prozessanpassungen und Innovation – aber es braucht ebenso Werte, Haltung und innere Orientierung. Diese gilt es stets aktuell zu halten und in der Welt von heute neu zu interpretieren, nicht zuletzt, wenn wir mit ethisch verantworteten Entscheidungsprozessen unsere Patientinnen und Patienten begleiten.“ Dort, wo Medizin, Menschlichkeit und Spiritualität zusammenwirke, könne Heilung im umfassenden Sinn entstehen. „Spiritualität ist für uns kein Zusatz zur Medizin, sondern Teil einer ganzheitlichen Sorge um den Menschen. Sie gibt Halt, wo medizinische Antworten allein nicht ausreichen, und macht ein Gesundheitswesen mit Seele möglich“, unterstrich Minihuber.

 

 

„Seelsorge fördert eine Kultur der Achtsamkeit und Wertschätzung“

 

Doris Wierzbicki, Leiterin des Teams Seelsorge im Gesundheitswesen der Diözese Linz, verwies auf das Bedürfnis von Menschen, im Gesundheitswesen nicht nur als „Fälle“ oder „Diagnosen“ wahrgenommen zu werden, sondern mit Körper, Geist und Seele. „Gerade in Zeiten von Krankheit, Verletzlichkeit und existenziellen Krisen zeigt sich, wie entscheidend dieser umfassende Blick auf den Menschen ist.“ Besonders bedeutsam sei Spiritualität als Ressource im Hospiz- und Rehabilitationsbereich. „Rehabilitation bedeutet nicht nur körperliche Stabilisierung, sie ist auch ein Prozess der Neuorientierung. Menschen stehen vor der Aufgabe, Abschied zu nehmen von dem, was war, und sich mit einer veränderten Lebenssituation auseinanderzusetzen. Diese Übergänge sind oft von Unsicherheit, Angst und Verlust begleitet.“ Spiritualität könne in solchen Phasen gesundheitsfördernd wirken, so Wierzbicki: Sie aktiviere innere Ressourcen, stärke die Resilienz und eröffne neue Perspektiven. „Spirituelle Begleitung unterstützt den Genesungsprozess ganzheitlich – auch dort, wo medizinische Möglichkeiten an ihre Grenzen stoßen. Sie ist kein Zusatzangebot, sondern eine tragende Ressource menschlicher Gesundheit“, untermauert Wierzbicki die Aussagen der beiden anderen Expert:innen. Ein Gesundheitswesen, das den Menschen wirklich in den Mittelpunkt stelle, müsse die spirituelle Dimension ernst nehmen. Dies betone auch die WHO, die spirituelles Wohlbefinden als Teil ganzheitlicher Gesundheit sehe.

 

Dipl.-PAss.in Doris Wierzbicki, MASSc, Leitung Team Seelsorge im Gesundheitswesen der Di?zesanen Dienste

Dipl.-PAss.in Doris Wierzbicki, MASSc, Leitung Team Seelsorge im Gesundheitswesen der Diözesanen Dienste / © Diözese Linz - Johannes Kienberger

 

Die konfessionelle Seelsorge im Gesundheitswesen ergänze den medizinischen Auftrag, indem sie Raum gebe für Fragen, die nicht therapierbar, aber zutiefst menschlich seien: Fragen nach Sinn, Hoffnung, Schuld oder Abschied. „Seelsorge hält aus, begleitet, hört zu und schafft Halt – oft im Stillen, im Da-Sein. Christliche Rituale können dabei Orientierung geben, wenn Worte fehlen“, so Wierzbickis Erfahrung.

 

Seelsorge stärke jedoch nicht nur Patient:innen und Angehörige, sondern auch die Mitarbeitenden, die permanent mit Leid und Grenzerfahrungen konfrontiert seien: „Seelsorge stärkt ihre Resilienz und fördert eine Kultur der Achtsamkeit und Wertschätzung.“ Die Überzeugung von Wierzbicki: Ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen brauche mehr als fachliche Exzellenz und technische Innovation. „Es braucht eine Haltung, die den Menschen in seiner Ganzheit sieht. Die Seelsorge im Gesundheitswesen leistet dazu einen unverzichtbaren Beitrag – und macht ein Gesundheitswesen mit Seele möglich.“

 

v.l.: Prim.a Dr.in Christina Grebe, MSc., ?rztliche Leitung Palliativstation Salzkammergut Klinikum V?cklabruck, Vorsitzende des Landesverbandes Hospiz O?; Mag. Johann Minihuber, MBA, MAS, Gesch?ftsf?hrung O?. Ordensspit?ler Koordinations GmbH und Di

v.l.: Prim.a Dr.in Christina Grebe, MSc., Ärztliche Leitung Palliativstation Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck, Vorsitzende des Landesverbandes Hospiz OÖ; Mag. Johann Minihuber, MBA, MAS, Geschäftsführung Oö. Ordensspitäler Koordinations GmbH und Dipl.-PAss.in Doris Wierzbicki, MASSc, Leitung Team Seelsorge im Gesundheitswesen der Diözesanen Dienste. / © Diözese Linz - Johannes Kienberger

 


Katholische Klinikseelsorge in Oberösterreich | Zahlen und Fakten 

 

  • In 23 Krankenhäusern inklusive Reha-Einrichtungen sowie Palliativ- und Hospizeinrichtungen in Oberösterreich (mit insgesamt 8.331 Betten) wird seelsorgliche Begleitung angeboten. 
  • 68 hauptamtliche Seelsorger:innen im Team Seelsorge im Gesundheitswesen leisten etwa 80.500 Stunden Seelsorge jährlich. 
  • Rund 60 ehrenamtliche Seelsorger:innen im Team Seelsorge im Gesundheitswesen unterstützen mit etwa 9.500 Stunden jährlich. 

 

 

Ausgebildete Seelsorger:innen im Gesundheitswesen 

 

  • arbeiten im Auftrag der katholischen Kirche 
  • arbeiten in ökumenischer Verantwortung und in Respekt vor den verschiedenen Religionen und Weltanschauungen 
  • sind in verschiedenen Bereichen Teil interprofessioneller Teams 
  • begleiten Patient:innen, Angehörige und Mitarbeiter:innen 
  • bieten situationsadäquate Rituale an 
  • sind zur Verschwiegenheit verpflichtet und in Notfällen rund um die Uhr rufbar 
  • unterstützen bei Bedarf das Kriseninterventionsteam in einem Krankenhaus 

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