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Die Brucknerorgel

Kurzdaten:

wahrscheinlich
1764 - 1766
erbaut von Franz Xaver Chrismann für die Stiftskirche Engelszell
1790 - 1792 übertragen ebenfalls von Franz Xaver Chrismann in die damalige Domkirche
1856 - 1867 schrittweise umgebaut von Josef Breinbauer nach Wünschen von Anton Bruckner
1978 restauriert durch die Firma Rieger-Orgelbau  



       

Die Geschichte der Orgel:

Abt Leopold II. Reichl von Stift Engelszell hatte nach dem Brand der Stiftskirche eine neue erbauen lassen (heute noch zu besichtigen!) und für diese eine Orgel von Franz Xaver Chrismann bestellt. Chrismann stammte aus der Krain und war Priester. Diese Orgel war sein erstes Werk nördlich der Alpen. Die Orgel sollte eine ungewöhnliche Geschichte erfahren:

1773 wurde der Jesuitenorden durch Papst Clemens XIV. aufgehoben; 1784 hatte Kaiser Joseph II. das Bistum Linz errichtet (vormals zur Diözese Passau gehörig). Die ehemalige und damals verwaiste Jesuitenkirche wurde Domkirche. Allerdings wurde befunden, dass die damalige Orgel "unbrauchbar und irreparabel sey". Das Domkapitel suchte eine passende Orgel.

1786 wurde Stift Engelszell säkularisiert. Das Domkapitel beschloss, die Chrismann-Orgel in den Linzer Dom zu transferieren. Diese Arbeit samt Adaption und neuem Orgelgehäuse führte der ursprüngliche Erbauer Franz Xaver Chrismann durch.

Und nun zu Anton Bruckner: Dieser wurde 1855 provisorisch und 1856 definitiv als Domorganist angestellt. Bereits 1856 legte er eine Erklärung dar "zum Behufe einer etwaigen (nothwendigen) Reparatur". De facto wurde dies zu einem in Etappen durchgeführten Umbau. Da die Orgel seither grundsätzich gleich geblieben ist (alle anderen Orgeln, die er gespielt hatte, wurden seither neugebaut  oder erneuert, so die Orgeln der Stadtpfarrkirche Linz und in St. Florian), ist sie ein einzigartiges Klangzeugnis für die Vorstellungen und die Spielweise Anton Bruckners und daher orgelhistorisch höchst bedeutsam.

 


Disposition:

Hauptwerk (I): Pordun 16, Salicional 8, Coppel 8, Quint 6, Octav 4,
Piccolo 4, Quint 3, Superoctav 2, Mixtur 7fach, Cornett 4fach, Sperrventil

Mittelmanual (II): Flauto 16, Principal 8, Coppel 8,
Gamba 8, Vox humana 8, Echo 8, Octav 4, Flöte 4, Fagott 8 (Bass C-h),
Trombete 8 (Diskant), Copula II-I, Sperrventil

Oberwerk (III): Principal 8, Coppel 8, Salicet 8, Spitzfloete 4, Quint 3,
Superoctav 2, Mixtur 3fach, Copula III-I, Sperrventil

Pedal: Principalbaß 16+8, Subbaß 16, Octavbas 8, Pedal Mixtur 6fach,
Pombarton 16

Manualumfänge: C-c ´´´ (kurze Baßoktaven);

Pedal: C-H (kurze Octave, repetierend, 12 Töne/17 Tasten)

Mechanische Schleifladen/Gleichstufige Stimmung.